Schwangerschaft

Verbotsliste: Was darf man alles in der Schwangerschaft NICHT machen?

Verbotsliste: Was darf man in der Schwangerschaft nicht machen

Die wenigsten „Regeln“ für Schwangere sind absolut, vieles davon ist Ansichtssache. Auch unterscheiden sich viele davon je nach Kultur. Bei uns zum Beispiel gilt roher Fisch als gefährlich für Schwangere – in Japan wird er sogar empfohlen.

Abgesehen von Alkohol und Drogen ist diese Liste der Dinge, die man in der Schwangerschaft nicht machen darf, also auch ein wenig Ansichtssache.

1. Diese Lebensmittel als Schwangere lieber nicht essen

Die längste Verbotsliste in der Schwangerschaft gibt es wohl im Bereich der Nahrungsmittel. Unter anderem, so die Theorie, solltest Du diese Lebensmittel meiden:

  • rohes Fleisch, roher Fisch und Schalentiere: Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte (also auch Muscheln) sollten in der Schwangerschaft immer ganz durchgegart sein, denn sonst kannst Du Dich mit Toxoplasmose oder Salmonellen infizieren. Original Sushi ist also genauso tabu wie Steak „raw“ oder „medium“.
  • Rohe Eier: Bei nicht ganz durchgegarten Eierspeisen bzw. Gerichten mit rohem Ei wie Tiramisu oder selbstgemachter Mayonaise könntest Du Dich mit Salmonellen infizieren.
  • Räucherfisch, Räucherfleisch: Beim Räuchern werden die Lebensmittel nicht unbedingt ganz durchgegart und können weiterhin Bakterien enthalten.
  • Fisch mit hohem Quecksilbergehalt: Hai, Königsmakrele, Schwertfisch und Florfish, manchmal auch Thunfisch, gelten als stark mit Quecksilber belastet. Dieses kann sich im Gehirn anreichern und zu Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten führen.
  • Rohmilchprodukte: Rohmilch, d.h. nicht pasteurisierte Milch und daraus hergestellte Produkte können Listerien enthalten.
  • Weichkäse: Weich- und Schimmelkäse wie Roquefort, Feta, Gorgonzola, Camembert und Brie solltest Du ebenfalls meiden.

Zur Erklärung: Es gibt Bakterien, darunter Listerien, Toxoplasmose-Erreger und Salmonellen, die die Plazenta-Schranke überwinden und so Dein ungeborenes Baby infizieren können. Während Du vielleicht wenig von der Infektion bemerkst, kann sie für Dein Baby lebensgefährliche Folgen haben.

Insgesamt, so scheint es, musst Du vor allem bei ungekochten oder nicht ganz durchgegarten Lebensmitteln aufpassen. Das heißt, sobald Du die fraglichen Produkte hoch genug erhitzt, sterben auch die Bakterien ab und Du kannst sie ohne Probleme essen. Keine Panik also, Du kannst weiterhin Fleisch, Fisch, Milch und Eier essen und von deren Nährstoffen profitieren.

Empfohlen: Zusätzlich solltest Du unbedingt genügend davon in Deine Ernährung integrieren:


  • Proteine
  • gesunde Fette
  • frisches Ost und Gemüse
  • viel Wasser

2. Bitte kein Kinderzimmer streichen

Beim Streichen mit Wandfarbe enstehen durch die enthaltenen Lösungsmittel, Konservierungsstoffe oder andere Bestandteile Dämpfe, die Du als Schwangere besser nicht einatmen solltest.

Wie hoch genau die Belastung durch Lösungsmittel und Chemikalien beim Streichen des Kinderzimmers ist, kann man nicht genau messen. Es hängt nicht nur vom genutzten Produkt ab, sondern auch von der Größe des Zimmers, der Durchlüftung und der Dauer, der Du den Lösungsmitteln ausgesetzt wärst. Selbst nicht schwangere Erwachsene können auf die Dämpfe allergisch oder mit Atemwegsreizungen reagieren.

Du solltest also besser kein Risiko eingehen und auf das Streichen des Kinderzimmers verzichten. Auch wenn der Nestbautrieb in der Schwangerschaft wahrscheinlich stark ist, so kann ich Dir aus Erfahrung sagen, dass das Kinderzimmer in den ersten Lebensmonaten (oder gar -jahren?) eigentlich kaum gebraucht wird.

Warte also lieber bis nach der Schwangerschaft oder finde jemanden, der das Streichen für Dich erledigt, wenn Du nicht in der Wohnung bist.

Natürlich gilt das analog für alle anderen Räume und den Umgang mit Lacken. Also auch das Kinderbettchen streichen sollte lieber jemand anderes.

3. Schwangere sollten kein Katzenklo sauber machen

Wenn Du als Kind viel mit Katzen zu tun hattest, bist Du vielleicht schon immun – ansonsten kann eine Infektion in der Schwangerschaft für Dein Baby gefährlich werden. Die Rede ist von Toxoplasmose, einer Bakterieninfektion. Der Katzenkot gilt als möglicher Überträger von Toxoplasmose, genauso wie rohes Fleisch.

Sicherheitshalber sollte also vielleicht jemand anders das Katzenklo reinigen.

Falls da niemand ist, trage auf jeden Fall Handschuhe und einen Atemschutz (OP-Maske).

Ach ja, dein Gynäkologe kann in Deinem Blut testen, ob Du bereits Toxoplasmose-Antikörper hast. Das solltest Du auf jeden Fall in Erfahrung bringen.

Aber Achtung: Auch wenn, so gibt es immer noch mutierte Stämme, mit denen Du Dich vielleicht trotzdem infizieren kannst.


4. Tauchen ist für Schwangere gefährlich

Es gibt natürlich keine Studien mit schwangeren Teilnehmern, aber Experten sind sich relativ einig, dass Tauchen während der Schwangerschaft ein Risiko darstellt.

Durch den Druck bilden sich Gasbläschen in den Nabelschnurgefäßen und die Sauerstoffversorgung Deines Babys könnte unterbrochen werden.

5. Alkohol trinken ist in der Schwangerschaft tabu

Wie gesagt, hier gibt es keinen Graubereich und keinen Diskussionsbedarf. Alkohol in jeder Menge ist in der Schwangerschaft tabu, denn es schadet Deinem Baby.

Unter anderem gehst Du beim Alkohol-konsum folgende Risiken und Gefahren für dein Baby ein:

  • Schädigung des kindlichen Gehirns
  • Verhaltensstörungen bei Deinem Kind
  • Frühgeburt / Fehlgeburt / Totgeburt

6. Vermeide Rauchen und Passivrauchen während der Schwangerschaft

Passivrauchen ist fast so schädlich wie selbst zu rauchen. Du setzt Dein Baby zahlreichen Gifststoffen und Chemikalien aus, die Du entweder nur aus dem Passivrauch, oder aus dem Passivrauch und direkt aus der Zigarette einatmest.

Dadurch gehst Du ebenfalls unnötige Risiken ein:

  • niedriges Geburtsgewicht
  • Frühgeburt / Fehlgeburt
  • Lern- und Verhaltensstörungen
  • plötzlicher Kindstod

Auch nach der Geburt sollte Dein Kind keiner Form von Zigarettenrauch ausgesetzt sein.

Am besten wäre es, Du würdest ganz auf das Rauchen verzichten, denn selbst Kinder von Eltern, die nur draußen rauchen, haben gesundheitliche Nachteile.

7. Nimm keine falschen Medikamente ein

Manche Medikamente können die Entwicklung und das Wachstums Deines Babys negativ beeinträchtigen. Bitte frag vor der Einnahme von Medikamenten immer Deinen Arzt, einen Apotheker oder die Hebamme.

8. Trink nicht zu viel Koffein

Koffein wirkt nicht nur auf Dich, sondern auch auf Dein Baby anregend. Denn es kann die Plazentaschranke ungehindert passieren. Und während Du Dich vielleicht blendend fühlst, gilt das nicht unbedingt für Dein Baby, denn sein Organismus ist nicht an das Koffein gewöhnt und kann es nicht auf dieselbe Weise verwerten, wie Du.

Das bedeutet nicht, dass Du auf Deine Tasse Kaffee am Morgen verzichten musst, aber die Menge an Koffein pro Tag solltest Du möglichst gering halten (max. 300 mg / Tag).

9. Hör auf High-Heels zu tragen

Das ist nun wirklich eine Kann-Regelung bzw. eine reine Vorsichtsmaßnahme. Deinem Baby können Stilettos oder Overknees nichts anhaben. Allerdings erhöhen sie die Sturzgefahr, denn im Verlauf der Schwangerschaft verlagert sich der Schwerpunkt Deines Körpers und je höher die High-Heels, desto höher die Gefahr, dass Du das Gleichgewicht verlierst. Außerdem werden durch die Schwangerschaftshormone auch Deine Bänder geweitet, wodurch Du schneller wegknicken und Dir das Außenband überdehnen / reißen kannst.

10. Denk nicht einmal an Ski fahren

Auch Ski fahren ist nicht immanent gefährdend für Dein Baby. Ein Sturz allerdings schon. Denn auf Ski oder Snowboard erreichst Du sehr hohe Geschwindigkeiten und könntest direkt auf den Babybauch stürzen. Das kann schlimme Folgen haben.

Natürlich gilt das analog auch für viele andere Sportarten, bei denen Du stürzen kannst oder starke Schläge auf den Bauch einstecken musst.

11. Du solltest in der schwangerschaft kein Haare färben

Ob Haare färben in der Schwangerschaft tabu ist, hängt unter anderem von dem verwendeten Mittel ab und davon, ob die Farbe mit Deiner Kopfhaut in Berührung kommt. Wenn es wirklich unbedingt sein muss, informiere Dich vorher gründlich. Verständlicherweise gibt es keine klinischen Studien über die Auswirkungen bestimmter Stoffe aus den Haarfarben auf ungeborene Babys – niemand würde sein Kind einer möglichen Gefahr aussetzen.

12. Zu heiß baden oder saunieren ist ungesund für Schwangere

Vor allem im ersten Trimester wird von sehr heißen Vollbädern abgeraten. In der Sauna erhöht sich Deine Körpertemperatur zwar kaum, aber die heiße Umgebung kann sich auf Deinen Kreislauf auswirken. Keine schöne Erfahrung.

13. Schwangere Frauen sollen nicht lange stehen oder sitzen

Wer einen reinen Steh-Arbeitsplatz hat, darf diese Tätigkeit in der Schwangerschaft nicht mehr ausführen. Das hat einen guten Grund: Sowohl zu lange stehen, als auch zu lange sitzen sorgt dafür, dass Dein Körper weniger durchblutet wird und sich Flüssigkeit in den Beinen und Füßen sammelt.

Wenn Du im Büro arbeitest, steh also auch hin und wieder mal auf und laufe ein wenig auf und ab. Die Kollegen werden ganz sicher Verständnis haben.

14. Lass dich nicht verrückt machen

Nach all diesen Verboten bist Du verunsichert und würdest Dich am liebsten zu Hause einsperren und von Kartoffeln ernähren?

Keine Sorge, so ernst, wie es sich anhört, ist es nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du eine schlimme Infektion bekommst oder Dein Kind einen Gehirnschaden durch Quecksilber erleidet, sind relativ gering. Insgesamt ist Dein Baby im Babybauch gut geschützt, das hat die Natur schon so eingerichtet.

Aber die meisten Frauen fühlen sich besser, wenn sie sich an diese Faustregeln halten, denn so müssen sie sich keine Gedanken machen, ob nicht doch irgendwas schief gehen könnte, was sie verhindern hätten können.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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