Schwangerschaft

Ist Schwimmen in der Schwangerschaft gefährlich?

Ist Schwimmen in der Schwangerschaft gefährlich?

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals in der Schwangerschaft das erste Mal schwimmen war. Ich war im 6. Monat und langsam wurde der Bauch größer. Sogar kleine Dinge wie Schuhe zubinden brachten mich manchmal aus der Puste. Und das Gewicht des Bauches drückte zuweilen unangenehm nach unten. Was für mich damals unerwartet kam, ist kein Geheimnis:

Als Schwangere im Wasser zu sein ist unglaublich angenehm!

Durch den Wasserauftrieb fühlt man sich beim Schwimmen in der Schwangerschaft plötzlich gar nicht mehr rund und behäbig, sondern pudelwohl. Auch wenn Atmung und Kreislauf merklich mehr zu tun hatten, als vor der Schwangerschaft, schwomm ich trotzdem 1000 Meter. Warum Schwimmen der perfekte Sport für Schwangere ist und ob es gefährlich werden kann, fasse ich in diesem Artikel zusammen.

Darum ist Schwimmen in der Schwangerschaft so angenehm

Sport ist in der Schwangerschaft allgemein eine gute Sache, denn Bewegung fördert die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr und stärkt das Immunsystem, trainiert Herz und Kreislauf. Allerdings sind viele Sportarten, an denen Du früher vielleicht Spaß hattest, jetzt entweder gefährlich oder sehr mühsam.

Schwimmen dagegen ist ideal für Schwangere. Weil Gewicht im Wasser nicht nach unten drückt, sondern der Wasserauftrieb ein fast schwereloses Gefühl gibt, schont Schwimmen Deine Gelenke, hilft gegen Rückenschmerzen und bei vielen anderen Schwangerschaftsbeschwerden:

Bei jeder Art von Sport werden außerdem Endorphine und Dopamin freigesetzt, die auch zum Baby übergehen. Diese Glückshormone sorgen nicht nur dafür, dass Dein Baby und Du euch pudelwohl fühlt, sondern stärken auch Dein Immunsystem.

Durch die Ganzkörperbewegung werden viele verschiedene Muskelgruppen relativ leicht beansprucht. Dadurch kommt es zu einem guten Trainingseffekt, ohne dass Du Dich überanstrengen musst.

Was muss ich beachten, wenn ich schwanger schwimmen gehe?

Wenn Du einen Bikini hast, passt der meist, je nach Schnitt, noch sehr lange. Ein Badeanzug wird schnell eng. Um sicherzugehen, probier Deine Bademode aber vorher an! Es gibt auch spezielle Schwimmode für Schwangere, ich habe allerdings bis kurz vor der Geburt meinen normalen Bikini nutzen können.

Stürze können in der Schwangerschaft gefährlich werden, deshalb solltest Du entweder rutschfeste Schuhe anziehen oder vorsichtig laufen, um nicht auszurutschen.

Während des Schwimmens solltest Du Dich nicht überanstrengen (ein maximaler Puls von 120 – 140 wird empfohlen), genug trinken und nicht gleich übertreiben. Zwei oder drei Mal die Woche, 30-40 Minuten, reichen für untrainierte Schwimmer völlig aus.

Mindestens eine Stunde vor dem Schwimmen solltest Du nichts essen. Denn spätestens, wenn der Bauch wächst und der Platz eng wird, brauchst Du das übrige Volumen zum atmen, nicht für Nahrung.

Gut zu wissen

In manchen Schwimmbädern gibt es extra Schwimmzeiten oder Kurse für Schwangere. Auch Krankenhäuser mit Schwimmbad bieten das manchmal an. Das ist nicht nur sicherer, sondern auch eine tolle Gelegenheit, soziale Kontakte zu knüpfen.

Ist Schwimmen in der Schwangerschaft gefährlich?

Schwimmen selbst ist sehr ungefährlich, denn das Wasser schützt vor Stürzen oder Stößen, sowie vor Überhitzung oder Überanstrengung. Dein Gewebe, also auch Muskeln und Sehnen, sind durch die Schwangerschaftshormone sehr dehnbar, dadurch kann es bei anderen Sportarten leichter zu Bänderdehnungen oder Zerrungen kommen. Beim Schwimmen ist das kein Problem.

Was allerdings gefährlich werden kann, sind die anderen Schwimmer. Denn solange Dein Bauch klein ist oder unter Wasser, sehen sie nicht, dass Du schwanger bist und sie besonders gut aufpassen sollten. Denn ein kräftiger Tritt in den Babybauch – und beim Schwimmen wird mitunter sehr kräftig getreten – kann unter Umständen eine Gefahr für Dein Baby sein. Versuche deshalb, das Schwimmbad zu unbelebten Zeiten aufzusuchen oder nutze spezielle Zeiten für Schwangere.

Ein Risiko, vor dem viele Schwangere Angst haben, sind vaginale Infektionen. Tatsächlich ist das in öffentlichen Schwimmbädern aber relativ unwahrscheinlich, denn das Wasser ist entsprechend gechlort. Du kannst das Risiko minimieren, indem Du Dich nirgends ohne Handtuchunterlage hinsetzt.

Manche Gynäkologen empfehlen auch, während des Schwimmens einen in Joghurt getränktes Tampon einzusetzen. Die Bakterien aus dem Joghurt helfen Deinem Körper, das saure Vaginalmilieu, das vor Infektionen schützt, aufrecht zu erhalten. Ich persönlich finde den Gedanken unangenehm und würde den „Trick“ nur anwenden, wenn ich häufig unter Infektionen leide in der Schwangerschaft.

Wenn Du allerdings schon einmal eine Fehlgeburt bzw. Frühgeburt hattest oder unter anderen Schwangerschaftskomplikationen leidest, solltest Du unbedingt vor dem Schwimmen mit Deinem Gynäkologen sprechen. Denn natürlich sind trotz Chlor immer noch Keime im Wasser, eben nur viel weniger. Wenn Deine Schutzflora schwach genug ist, kann das allerdings schon ausreichen.

Keime mögen es warm, deshalb reduzierst Du die Gefahr weiter, wenn Dein Schwimmbad nicht über 25° hat. Einen Whirlpool solltest Du aus diesem Grund gänzlich meiden, hier besteht tatsächlich eine sehr hohe Infektionsgefahr beim Baden in der Schwangerschaft.


In Kürze: Das solltest Du beim Schwimmen in der Schwangerschaft wissen

  • Schwimmen ist gesund, es sei denn, Du hast eine Risikoschwangerschaft oder häufige Vaginalinfektionen.
  • meist passt Bikini in der Regel trotzdem, Badeanzug nicht
  • Rutschfeste Schuhe anziehen oder vorsichtig laufen, um nicht auszurutschen.
  • genug trinken
  • nicht überanstrengen
  • zu Zeiten schwimmen, wenn wenig los ist
  • ggf. Schwimmzeiten oder Kurse für Schwangere nutzen
  • vor dem Schwimmen nicht essen

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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