Kinderwunsch, Schwangerschaft

Was passiert direkt nach der Befruchtung mit dem Körper?


Wenn Du Dir mit Deinem Partner ein Kind wünscht, dann kennst Du es wahrscheinlich: Das „hibbeln“ nach dem Eisprung. Das Hineinhorchen in den Körper. Das Warten. Das Hoffen. Das Bangen. Kommt die Blutung? Kommt sie nicht? Bedeutet das Ziehen in meinem Unterleib, dass ich schwanger bin? Gibt es überhaupt Schwangerschaftssymptome gleich nach der Befruchtung? Wenn ja, welche? Dieser Frage bin ich nachgegangen, die Antwort darauf erfährst Du in diesem Artikel.

Gibt es Schwangerschaftssymptome gleich nach der Befruchtung?

Unmittelbar nach dem Eisprung kann die Eizelle befruchtet werden. Das Zeitfenster ist nur wenige Stunden lang. Wenn eine Befruchtung stattfindet, muss sich die Eizelle noch in die Gebärmutterschleimhaut einnisten, damit man wirklich von einer Schwangerschaft sprechen kann.

Die meisten Frauen merken darum erst mit Ausbleiben ihrer Periode, dass sie schwanger sind.

Wodurch werden Schwangerschaftssymptome ausgelöst?

Eine menschliche Eizelle ist winzig, nur unter dem Mikroskop sichtbar. Bis der Embryo, der aus einer befruchteten Eizelle entsteht, groß genug ist, um irgendwelche Symptome im Körper einer Schwangeren hervorzurufen, dauert es Monate.

Trotzdem gibt es immer wieder Frauen, die berichten, schon sehr früh von ihrer Schwangerschaft gewusst zu haben. Vor allem Frauen mit Kinderwunsch achten sehr genau auf ihren Körper und nehmen jedes kleine Ziepen wahr.

Wenn es also solche Symptome unmittelbar nach der Befruchtung gibt, müssten sie rein hormonell bedingt sein. Tatsächlich beginnt die Eihülle schon mit der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut, das Schwangerschaftshormon hcG sowie das Gelbkörperhormon Progesteron abzusondern. Beide verhindern, dass eine neue Regelblutung einsetzt mit der das Ei samt Gebärmutterschleimhaut abgestoßen würde. Später übernimmt die Plazenta die Produktion der Hormone.

Wann findet die Einnistung statt?

Da die Einnistung der Eizelle in der Regel frühestens eine Woche nach dem Eisprung, manchmal auch erst 12 Tage später, stattfindet, können frühestens ab diesem Zeitpunkt Schwangerschaftshormone abgegeben werden.

Zunächst sind diese Hormone nur im Blut nachweisbar. Ab dem Zeitpunkt der fälligen Periode kann auch ein Schwangerschaftstest das HcG im Urin nachweisen. Frühschwangerschaftstests liefern möglicherweise noch früher ein positives Ergebnis.

Anfangs ist der Pegel des hcG-Hormons im Blut einer Frau noch recht gering. In der Zeit vor dem eigentlichen Zeitpunkt der letzten Monatsblutung liegt er zwischen 0 und 130 IE/l. Von einer Schwangerschaft spricht man ab 25 IE/l. Bei einer nicht-schwangeren Frau liegt der hcG-Spiegel bei etwa 2 IE/l.

Dass das Schwangerschaftshormon produziert wird, ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt, kommt nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einer Krebserkrankung, vor.

Ob es zu Schwangerschaftsanzeichen vor dem Termin der erwarteten Regelblutung kommt, hängt also nicht nur von der Wahrnehmung der Frau, sondern auch vom Zeitpunkt der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter ab. Unmittelbar nach der Befruchtung, also am Tag des Eisprungs oder wenige Tage danach sind Schwangerschaftssymptome nicht möglich.

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Wenn es also möglich ist, dass auch schon nach ein wenig mehr als einer Woche erste Schwangerschaftsanzeichen durch den Anstieg des hcG-Hormons spürbar sind, welche sind das?

Über das Blut verteilen sich die Hormone über den ganzen Körper. Sie wirken also nicht nur am Uterus und in Deinem Unterleib, sondern im gesamten Körper – auch in Wechselwirkung mit anderen Hormonen.

Welche Symptome das genau auslöst und wie stark diese sind, lässt sich schwer voraussagen, zu komplex sind die körperlichen Vorgänge und Wechselwirkungen. Frühe Schwangerschaftssymptome sind darum von Frau zu Frau und von Schwangerschaft zu Schwangerschaft unterschiedlich.

Hier sind die acht häufigsten Schwangerschaftssymptome unmittelbar nach der Befruchtung:

1. Einnistungsblutung

Wenn die befruchtete Eizelle die Gebärmutterschleimhaut durchdringt, um sich dort einzunisten, können feine Blutgefäße verletzt werden. Das ist die gängigste Erklärung für die sogenannte Nidationsblutung, die bei manchen Frauen auftritt.

Während sich der Eisprung mit geeigneten Methoden oder einem guten Zykluscomputer durchaus bestimmen lässt, gibt es bisher keine Mittel zur Bestimmung der Einnistung. In der Regel findet sie etwa neun Tage nach dem Eisprung statt, sie kann aber auch schon nach sieben oder erst nach 12 Tagen sein.

Auf die Entwicklung des Embryos hat das keinen Einfluss, denn die Eizelle beginnt bereits unmittelbar nach der Befruchtung, sich zu teilen.

Auf das Auftreten von Schwangerschaftssymptomen hat der Zeitpunkt der Einnistung, wie oben beschrieben, allerdings einen großen Einfluss. Denn erst dann werden Schwangerschaftshormone produziert.

Wenn die Einnistungsblutung nur wenige Tage vor der erwarteten Regelblutung stattfindet, verwechseln manche Frauen die beiden Blutungen und gehen davon aus, nicht schwanger zu sein. Denn bei manchen Frauen dauert eine Nidationsblutung durchaus mehrere Tage. Bei den meisten ist sie allerdings nur eine schwache Schmierblutung und kann auch schon nach wenigen Stunden wieder vorbei sein.

Die Einnistungsblutung kann auch mit Einnistungsschmerzen, also Bauchkrämpfen ähnlich denen von Regelschmerzen, verbunden sein.

2. Schwindel und Kopfschmerzen

Die Hormonumstellung wirkt sich bei vielen Frauen auf den Kreislauf aus. Dadurch können Kopfschmerzen und Schwindelgefühle entstehen, in seltenen Fällen sogar Ohnmachtsanfälle.

Wenn Du unter solchen Symptomen leidest, egal ob in der Frühschwangerschaft oder nicht, solltest Du zunächst darauf achten, genug zu trinken. Wenn die Beschwerden bleiben, suche einen Arzt auf.

3. Müdigkeit

Schwangere sind oft müde. Das ist nicht nur den bedeutenden Vorgängen in ihrem Körper geschuldet – immerhin entsteht hier ein neuer Mensch – sondern auch dem Einfluss der Hormone.

Vor allem das Schwangerschaftshormon Progesteron soll dementsprechend wirken. Wenn Du Dich in der zweiten Zyklushälfte viel müder und schlapper fühlst als sonst, kann das also auf eine (erfolgreiche) Schwangerschaft hindeuten.

4. Verstopfung und Blähungen

Du kannst plötzlich tagelang nicht zur Toilette oder leidest unter ständigen Blähungen? Vielleicht hast Du auch häufig das Gefühl, zu müssen und dann klappt es nicht?

Solche Veränderungen der Verdauung können mit den Hormonen kommen, denn der Verdauungstrakt reagiert bei vielen Menschen sehr empfindlich auf hormonelle Stimulation.

Bei Verstopfung in der Schwangerschaft hilft viel trinken, Bewegung, und ballaststoffreiches Essen.

5. Morgenübelkeit

In Filmen ist es das Schwangerschaftsanzeichen schlechthin. Allerdings tritt die Übelkeit am Morgen nicht bei allen Schwangeren auf und bei den wenigsten Frauen so früh in der Schwangerschaft. Und wenn dann auch nicht ausschließlich am Morgen, sondern zu jedem beliebigen Zeitpunkt.

uch müssen sich die wenigsten Frauen sofort übergeben. Trotzdem ist plötzlich auftretende Übelkeit, vor allem ausgelöst durch Gerüche oder Geschmäcker, ein mögliches Schwangerschaftsanzeichen unmittelbar nach der Einnistung.

6. Veränderte Geschmacks- und Geruchswahrnehmung

Denn mit dem veränderten Hormonpegel werden viele Frauen viel sensibler für Gerüche und Geschmacksrichtungen, die sie früher vielleicht ganz gerne mochten oder gar nicht wahrnahmen.

Manche Frauen berichten auch von einem metallartigen Geschmack im Mund, andere haben plötzlich Heißhunger auf ganz ungewöhnliche Lebensmittel.

7. Erhöhter Harndrang

In der Spätschwangerschaft drückt der Uterus samt Baby auf die Blase und Du musst daher ständig Wasser lassen. Das klingt logisch. Aber in der Frühschwangerschaft?

Tatsächlich ist die Blase ein sehr empfindliches Organ, was hormonelle Schwankungen angeht und so sorgt der erhöhte Hormonpegel bei vielen Frauen dafür, dass sie gefühlt ununterbrochen zur Toilette rennen.

8. Empfindliche Brüste

Auf den Hormonanstieg reagiert auch das Brustgewebe. So werden die Brüste empfindlich oder geschwollen. Das kann sowohl die gesamte Brust, als auch lediglich die Brustwarzen betreffen.

Viele dieser Anzeichen treten nicht nur bei einer erfolgten Einnistung einer befruchteten Eizelle auf, sondern auch im ganz normalen Zyklus. Denn auch das rapide Absinken der Hormone zum Zyklusende hin, das dann die Regelblutung auslöst, wirkt sich auf den Körper aus. Wenn viele der Symptome wie Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, empfindliche Brüste und Müdigkeit auftreten, spricht man vom Prämenstruellen Syndrom (PMS).

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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