Schwangerschaft

Wie finde ich die richtige Hebamme? – Tipps für die erfolgreiche Hebammensuche

richtige Hebamme finden mit Erfolg

Leider ist Hebamme ein Beruf, den immer mehr Menschen wegen den schlechten Arbeitsbedingungen oder der nicht ausreichenden Zahlung verlassen. Schon seit Jahrhunderten allerdings helfen Hebammen Frauen in der Zeit der Schwangerschaft und Geburt und schlüpfen so in eine wichtige und ehrenvolle Rolle.

Der richtige Zeitpunkt, um eine Hebamme zu suchen

Ab wann soll ich beginnen, mir eine Hebamme zu suchen?

Besonders wenn Du Dein erstes Kind bekommst, ist es wichtig, schon von Beginn an Ausschau zu halten. Der Anfang kann schwierig sein, wenn etwa die Übelkeit in den ersten Wochen eintritt. In diesem Fall kann die Hebammenhilfe sehr beruhigend wirken.

Wie bereits erwähnt gibt es leider immer weniger Auswahl, da viele den Job ablegen. Ein weiterer Grund für eine frühe Abmachung mit einer Hebamme ist, dass diese oft schon für die nächsten paar Monate ausgebucht sind und sich um andere werdende Mütter kümmern.

Es empfiehlt sich, nach der Bestätigung der Schwangerschaft eine passende Hebamme zu wählen, damit diese garantiert für Dich da sein kann, wenn es soweit ist.

Welche Arten von Hebammen gibt es?

  1. Die freiberufliche Hebamme
  2. Die Beleghebamme
  3. Angestellte Hebamme
  4. Nachsorgehebamme

Freiberufliche Hebammen

Freiberufliche Hebammen arbeiten ohne eine Festanstellung in der Klinik oder im Geburtshaus. Sie sind eine sehr gute Wahl, wenn Du auf der Suche nach einer Hebamme bist, die Dich vor und nach der Geburt begleitet.

Freiberufliche Hebammen können die Vorsorge und auch die Stillberatung übernehmen. Denkst Du über eine Hausgeburt nach, ist eine freiberufliche Hebamme die erste Anlaufstelle. Allerdings führen nicht alle Hebammen auch Hausgeburten durch. Diese Frage sollte daher schon vor der ersten Terminvereinbarung gestellt werden.

Beleghebammen

Auch eine Beleghebamme praktiziert nicht über eine Anstellung, sondern freiberuflich. Allerdings hat sie dennoch einen Vertrag mit Kliniken oder Geburtshäusern. Sie kann einen oder mehrere Verträge haben. Diese werden als Belegverträge bezeichnet.

Legst Du Wert darauf, dass Deine Hebamme Dich auch während der Geburt begleitet, dann benötigst Du eine Beleghebamme. Allerdings muss diese einen Belegvertrag mit der Klinik oder dem Geburtshaus haben, das von Dir auch als Ort für die Entbindung ausgewählt wird.

Hebamme im Angestelltenverhältnis

Hast du keine Priorität, was die Betreuung bei der Geburt angeht, dann wirst Du durch eine angestellte Hebamme betreut. Diese sind im Krankenhaus oder im Geburtshaus angestellt und für die Unterstützung bei der Entbindung zuständig.

Es ist empfehlenswert, sich dennoch eine freiberufliche Hebamme zu suchen, die Vor- und Nachsorge übernimmt.

Nachsorgehebammen

Du musst keine Hebamme für die Vorsorge in Anspruch nehmen. Entscheidest Du Dich dagegen, dann kannst Du dennoch eine Nachsorgehebamme in Anspruch nehmen.

Möchtest Du eine Hebamme lediglich für die Nachsorge, so solltest Du Dich dennoch bereits einige Wochen bis Monate vor der Geburt darum kümmern, jemanden zu finden.

Du kannst auch in der Klinik nachfragen, ob eine der Beleghebammen die Nachsorge übernimmt. Auch hier ist es wichtig, rechtzeitig nachzufragen.

Beachte, wenn sich Dein voraussichtlicher Entbindungstermin in der Urlaubszeit oder in der Weihnachtszeit befindet, solltest Du Dich rechtzeitig um eine Nachsorgehebamme kümmern, da viele zu dieser Zeit nicht arbeiten.

Wie finde ich die passende Hebamme für mich?

Um eine passende Hebamme zu finden, solltest du Empfehlungen von Familie oder Freunde in Betracht ziehen und genug Recherche betreiben. Suche nach einem passendem Leistungsprofil und tätige dann einige Anrufe, um ein erstes Gefühl für die Person zu bekommen.


Wo finde ich eine gute Hebamme, die zu mir passt?

Du findest Hebammen in der örtlichen Hebammenlisten, die in Arztpraxen und Ämtern ausliegen, oder über eine Hebammensuche im Netz, z.B. beim Hebammenverband oder auf hebammensuche.de.

Meistens sind Hebammen tagsüber unterwegs, weshalb Du sie sehr wahrscheinlich nicht gleich erreichen wirst. Lege Dir eine Liste an, wen Du wann angerufen hast, wen Du erreicht hast und was vereinbart wurde, damit Du den Überblick behältst.

Schaue darauf, ob die Chemie stimmt und ob die Hebamme deinen Anforderungen entspricht. Der Kontakt zu deiner Hebamme wird im Verlauf der Schwangerschaft vermutlich sehr eng sein. Deshalb ist es wichtig ist, dass Du Dich bei ihr wohl fühlst.

Am besten überlegst Du Dir für das erste Gespräch am Telefon einige Fragen, die Dir mehr über die Hebamme verraten. Dies sind ein paar Bespiele, die Hebammen häufig hören.

Fragen an die Hebamme:

  • Wie lange bist du schon Hebamme?
  • Hast du Kinder?
  • Wie stehst du zu …? (Stillen, Homöopathie, Wunschsectio, Hausgeburt etc.)
  • Wie läuft die Betreuung bei dir ab?
  • Wie oft und wie lange kommst du?
  • Kann ich dich auch zwischendurch anrufen, wenn ich eine Frage habe?
  • Wie erreiche ich dich? (Mail/Telefon/Handy)
  • Hast du eine Vertretung, wenn du mal nicht kannst oder krank bist?
  • Kennst du dich mit Naturheilmitteln/Akupunktur/Homöopathie aus?

Oft erhalten Schwangere Empfehlungen von Freunden oder Bekannten, was die Hebamme angeht. Allerdings ist es dennoch hilfreich darauf zu schauen, dass Deine Hebamme nicht zu weit von dir entfernt wohnt. Die kurzen Wege sind sowohl für die Hebamme als auch für Dich eine gute Sache in der Schwangerschaft. Möchtest du beispielsweise an Kursen in der Hebammenpraxis teilnehmen, fährst Du dann auch nicht zu lange.

Persönliches Erstgespräch mit der Hebamme

Bei dem Erstgespräch wird die Hebamme deinen Mutterpass prüfen und schauen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Am wichtigsten ist, dass ihr auf einer Wellenlänge seid und Du Dich wohlfühlst.

Persönliches Erstgespräch mit Hebamme nach erfolgreicher Hebammensuche

Hier zu beachten ist, dass die Krankenkasse nur das erste Erstgespräch zahlt. Sollte die Chemie nicht stimmen und ihr getrennte Wege gehen, musst Du die Kosten für das Erstgespräch der zweiten Hebamme selbst tragen.

Ziele im Vorhinein überlegen

  • Was will ich eigentlich?
  • Wie stelle ich mir meine Geburt vor?
  • Worauf lege ich Wert und was will ich nicht?
  • Möchtest du eher eine Hebamme, die handfest, etwas älter und mütterlich ist?
  • Oder lieber eine gleichaltrige Hebamme, die wie eine gut informierte Freundin auftritt?
  • Entbindest du mit einer Beleghebamme in der Klinik, oder zu Hause?

All dies solltest Du Dir gut überlegen, bevor Du auf „Hebammenjagd“ gehst. Es gibt verschiedene Angebote und Möglichkeiten, Deine Schwangerschaft zu gestalten.

So kannst Du die Vorsorge angehen:

  • ausschließlich von der Hebamme
  • abwechselnd mit dem Arzt
  • nur beim Arzt
  • Geburtsvorbereitung
  • ein Kurs für Frauen
  • ein Kurs für Paare

Die Geburt kann so aussehen:

  • Klinik mit Betreuung durch die diensthabende Hebamme
  • Klinik mit einer Beleghebamme
  • Hausgeburt mit einer Hausgeburtshebamme
  • Geburtshaus mit der dort tätigen Hebamme
  • Wochenbettbetreuung

All diese Leistungen werden in der Regel von der Krankenkasse bezahlt.

Zusatzleistungen von Hebammen

Viele Hebammen bieten zusätzliche Leistungen, wie etwa Schwangerschaftsgymnastik oder Schwangerschaftsyoga, Schwangerenschwimmen oder Massagen an.

Das sind zwar durchaus schöne Begleitmaßnahmen, aber keine offiziellen Hebammenleistungen und werden natürlich nicht von der Krankenkasse getragen.

Die Geburt und die Zeit nach der Entbindung

Zeigen sich erste Wehen und du hast keine Beleghebamme gewählt, kannst du dennoch Kontakt mit Deiner Hebamme aufnehmen. Diese wird Dir Tipps geben, wie Du dich weiter verhalten sollst und auch zu Dir nach Hause kommen und den aktuellen Stand prüfen.

Bist du mit Deinem Baby zu Hause angekommen, dann betreut Deine Hebamme Dich im Wochenbett. Sie prüft das Gewicht deines Babys, kontrolliert Deinen Blutdruck sowie die Rückbildung der Gebärmutter. Zudem gibt sie Unterstützung beim Stillen und bei der richtigen Pflege des Babys.

Zuhause mit Hebamme entbinden

Wenn Deine Schwangerschaft komplikationslos verlaufen ist und es Dir und Deinem Baby gut geht, kannst Du auch zu Hause entbinden. Dies sollte natürlich rechtzeitig mit Arzt und Hebamme abgesprochen werden, damit alles Weitere dafür vorbereitet werden kann.

Am besten erkundigst Du Dich dann rechtzeitig nach einer freiberuflichen Hebamme mit viel Erfahrung in Hausgeburten. Gut ist es, wenn sie Dich bereits während der Vorsorge betreut. Dann kennt sie Deine Vorgeschichte und kann Dich unter der Geburt gut einschätzen und unterstützen.

Zum Abschluss wünsche ich dir viel Glück bei der Hebammensuche und hoffe, du findest die passende Person, die Dich bei der Schwangerschaft und Geburt betreuen kann. Sollte ich etwas wichtiges vergessen haben, schreib es mir gerne in die Kommentare oder erzähl mir von Deinen Erfahrungen bei der Hebammensuche.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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