Geburt, Schwangerschaft

Wie lange muss man nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?

Wie lange muss man nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?

Wenn Du, wie die allermeisten Schwangeren, die Geburt Deines Kindes in einem nahe gelegenen Krankenhaus planst, stellst Du Dir vielleicht die Frage, wie lange Du danach im Krankenhaus bleiben musst – oder sollst. Wie bei so vielem rund um Schwangerschaft und Geburt gibt es dafür weder eine feste Regel, noch eine sichere Vorberechnung. Wie lange man nach der Geburt im Krankenhaus bleiben muss, hängt von Deinem und dem Gesundheitszustand Deines Babys ab.

Muss ich nach der Entbindung überhaupt im Krankenhaus bleiben?

Theoretisch gibt es nämlich auch die Möglichkeit, dass Du einige Stunden nach der Geburt mit Deinem Baby nach Hause in die gewohnte Umgebung zurückkehrst. Das nennt man dann eine ambulante Geburt. In den ersten 2-4 Stunden könnt euch Du, Dein Baby und eventuell Dein Partner im Kreißsaal ausruhen, ihr werdet gar nicht erst auf Station gebracht.

In den ersten Stunden nach der Geburt muss eine weitere Überwachung stattfinden, für den Fall, dass bei Dir unerwartete Nachblutungen auftreten. Auch beim ersten Anlegen und Stillen Deines Babys können Dir so die Hebammen vor Ort noch helfen.

Wie lange muss man nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?

Die meisten Frauen bleiben nach einer normalen Geburt zwischen 3-4 Tage im Krankenhaus, nach einem Kaiserschnitt etwa 5 Tage. Der Durchschnittliche Krankenhausaufenthalt nach der Entbindung beträgt laut einer Statistik von 2016  3,3 Tage.

Eine medizinische Bestimmung, wie lange man nach der Geburt im Krankenhaus bleiben muss, gibt es nicht.

In den meisten Fällen kannst Du, wie bei der ambulanten Geburt, auf eigene Veranlassung jederzeit nach Hause gehen.

Wie lange darf man nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?

Auch darüber, wie lange man nach der Geburt maximal im Krankenhaus bleiben darf, gibt es wohl nicht. Denn darüber entscheiden immer die Ärzte nach medizinischer Indikation. Wann die Ärzte von sich aus dazu raten, das Krankenhaus zu verlassen, hängt vor allem von Deinem Gesundheitszustand ab.

Solange Du Dich unwohl oder unsicher fühlst, kannst Du jederzeit darum bitten, länger im Krankenhaus bleiben zu dürfen. Wenn Deine Kaiserschnitt-Narbe schlecht heilt oder Dein Wochenfluss nicht abnimmt, werden die Mediziner sicherlich zu einem längeren Aufenthalt raten.


Vorteile eines Krankenhaus-Aufenthalts nach der Geburt

Es gibt aber durchaus gute Gründe, nach der Geburt noch einige Tage im Krankenhaus zu bleiben.

  • Du musst Dich nicht um Essen, Kleidung, Windeln usw. kümmern, sondern kannst Dich nur auf Dich und Dein Baby konzentrieren.
  • Du hast bei jeder kleinsten Unsicherheit einen Ansprechpartner – die Schwestern und Hebammen können Dir zeigen, wie man Dein Baby wickelt, stillt, badet, beruhigt usw.
  • Die Vorsorgeuntersuchung U2 kann am 3. Tag gleich vor Ort erledigt werden, Du musst nicht extra zum Kinderarzt fahren.
  • Du bekommst Informationen über die Rückbildung und Übungen gezeigt.
  • Du hast eine 24h-Fachbetreuung durch Ärzte und Hebammen. Wenn zum Beispiel eine unerwartete Nachblutung oder andere Komplikationen einsetzen, bist Du sofort in guten Händen.
  • Für Untersuchungen wie die gynäkologische Abschlussuntersuchung hast Du keinerlei Wartezeiten.

Die meisten Mütter wollen nach ein paar Tagen von sich aus nach Hause, weil der Alltag im Krankenhaus natürlich auch Nachteile bringt.

Nachteile eines längeren Krankenhausaufenthalt nach Deiner Geburt

  • Ständige Untersuchungen
  • Ärztliche Visiten
  • Reinigungskräfte
  • Physiotherapeuten

 

Immer wieder betreten andere Menschen Dein Zimmer, das Du eventuell auch mit anderen Schwangeren oder Müttern teilst. Eventuell hast Du auch das Gefühl, fremdbestimmt oder bevormundet zu sein im Umgang mit Deinem Neugeborenen. Denn im Krankenhaus müssen bestimmte Werte wie Blutzuckerspiegel und Gewicht kontrolliert werden und die Schwestern müssen sicher gehen, dass Dein Baby genug Nahrung aufnimmt. Zu Hause ist das alles Deiner Einschätzung und eurem eigenen Rhythmus überlassen.

Familienzimmer im Krankenhaus

Immer mehr Krankenhäuser mit Geburtsstation bieten auch die Möglichkeit eines Familienzimmers. Dabei kann der Vater oder ein anderes Familienmitglied ebenfalls ein Krankenhausbett beziehen und ihr habt ein Zimmer für euch alleine.

Teilweise dürfen auch Geschwisterkinder mit ins Familienzimmer. Ob ein Familienzimmer verfügbar ist, hängt auch von der Belegung des Krankenhauses ab. Natürlich haben andere Mütter Vorrang vor Angehörigen.

Allerdings werden die dadurch entstehenden Zusatzkosten für Bett und Verpflegung eines Familienzimmers nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten für ein Familienzimmer im Krankenhaus belaufen sich, je nach Einrichtung, auf bis zu 50€ pro Tag.

Als Alternative ist es vielleicht gut zu wissen, dass die Besuchszeiten in den meisten Wöchnerinnenstationen nicht für die Väter gelten. Auch ist das sogenannte Rooming-In, das heißt, dass Dein Baby ständig bei Dir im Zimmer und nicht in einem Babyzimmer liegt, ist mittlerweile Standard.

Nur, damit Dein Mann und Dein Baby bei Dir sein können, brauchst Du also kein Familienzimmer buchen.

Was passiert nach der Geburt im Krankenhaus?

Wenn Du ganz normal im Kreißsaal entbunden hast, musst Du zunächst mindestens 2 Stunden nach der Geburt in der Klinik bleiben. Wahrscheinlich bist Du müde und möchtest einfach nur in Dein Krankenhausbett, aber diese Maßnahme ist notwendig. Denn im Kreißsaal wirst Du laufend kontrolliert und überwacht, ob Nachblutungen auftreten. In so einem Fall ist ein schnelles Handeln erforderlich, um einen größeren Blutverlust zu verhindern.

Danach darfst Du aber auf Dein Zimmer und hoffentlich erst einmal ein paar Stunden schlafen. Je nach Deinem Zustand oder dem Deines Babys sind aber regelmäßige Untersuchungen notwendig. Wenn sich der Blutzucker Deines Babys nicht stabilisiert oder es sehr schläfrig ist, muss es zum Beispiel regelmäßig geweckt und angelegt bzw. gefüttert werden. Etwa eine Stunde danach wird an der Ferse des Babys Blut abgenommen und der Blutzucker gemessen.

Jeweils am Morgen findet eine Visite durch den diensthabenden Arzt statt. Auch die Schwestern kommen regelmäßig und messen Blutdruck, Temperatur und kontrollieren Deinen Wochenfluss. Das Frühstück wird in vielen Krankenhäusern als Buffet angeboten, sodass Du Dir nehmen kannst, wann und wie viel Du möchtest.

Alternative Hausgeburt

Wenn Du gar nicht erst ins Krankenhaus möchtest, kannst Du natürlich auch eine Hausgeburt planen. Die häusliche Umgebung hat während und nach der Geburt schon einige Vorteile.

Vorteile einer Hausgeburt im Vgl. zur Krankenhausgeburt:

  • In der gewohnten Umgebung bist Du entspannter und es kommt während der Geburt zu weniger Komplikationen.
  • Nach der Geburt seid ihr ungestört und entspannt, das spürt auch Dein Baby.
  • Auch das Stillen und der Milcheinschuss funktionieren in einer ruhigen, stressfreien Umgebung besser.
  • Ihr könnt gleich vom ersten Tag an einen eigenen Rhythmus und Alltag finden.
  • Ihr werdet nicht zu bestimmten Zeiten von Visiten oder Untersuchungen geweckt.
  • Vater, Geschwisterkinder und Verwandte sind nicht auf Besuchszeiten angewiesen oder müssen Rücksicht auf Zimmernachbarn nehmen. Sie können von Anfang an Teil des neuen Alltags mit Baby sein.

Du musst also, wenn Du nicht willst und eine normale Geburt hattest, überhaupt nicht im Krankenhaus bleiben.

Wie lange wart ihr nach der Geburt im Krankenhaus? Hast Du natürlich entbunden oder per Kaiserschnitt? Erzähl es mir in den Kommentaren!

 

Bild:

© kipgodi / bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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