Geburt, Schwangerschaft

Wehen: Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?

Wehen: Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?

Die allermeisten Schwangeren entscheiden sich für eine Geburt in einer Klinik. Vorausgesetzt, Du bist nicht eine der wenigen Frauen, die sich für eine Hausgeburt oder Alleingeburt entschieden haben, musst Du irgendwann eine wichtige Entscheidung treffen: Wann ist es Zeit, mit Wehen ins Krankenhaus zu fahren? Diesen Zeitpunkt richtig zu bestimmen, also nicht zu früh und nicht zu spät, ist gar nicht so einfach. Um Dir eine Hilfestellung zu geben, erkläre ich Dir in diesem Artikel die wichtigsten Fakten und Anhaltspunkte über Wehen und die Fahrt ins Krankenhaus. Du erfährst auch, in welchen Fällen Du umgehend in die Geburtsklinik fahren solltest.

Geburtswehen: Wann ins Krankenhaus?

Übungswehen vs. Geburtswehen

Manchmal schon weit vor der 30. SSW setzen bei vielen Frauen Übungswehen ein. Diese sind zwar mitunter unangenehm bis leicht schmerzhaft, aber harmlos. Der Bauch wird hart, der Uterus zieht sich zusammen. Allerdings sind diese Vorwehen, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen oder Alvarez-Wellen genannt, nicht muttermundswirksam. Das heißt, sie verkürzen nicht den Muttermund und lösen nicht die Geburt aus.

Tatsächlich sind die Übungswehen bzw. Vorwehen, notwendig, um die Gebärmuttermuskulatur auf wirksame Geburtswehen vorzubereiten, sozusagen zu „trainieren“. Während der Vorwehen werden entsprechende Rezeptoren gebildet, an denen später die Hormone ansetzen können.

Im Gegensatz zu echten Geburtswehen kommen Vorwehen unregelmäßig, sind fast schmerzlos und verschwinden von selbst wieder. Sie lassen sich durch Wärme lindern.

Vorwehen – Wann ins Krankenhaus?

Vorwehen sind also grundsätzlich eine gute Sache und nicht behandlungsbedürftig. In manchen Fällen können sie aber so stark werden, dass sie Dein Wohlbefinden und Deine Schwangerschaft beeinträchtigen. Wann immer Du Dir nicht sicher bist, ob die Intensität der Wehen, die Du hast, wirklich noch Vorwehen oder schon echte Wehen sind, solltest Du zur Sicherheit ins Krankenhaus. Der Übergang kann fließend sein.

Bei einer tiefsitzenden Plazenta oder Plazenta Praevia können sehr starke Übungs- oder Vorwehen außerdem Blutungen auslösen. Blutungen in der Schwangerschaft solltest Du immer ärztlich abklären lassen.

In welcher SSW beginnen die Senkwehen?

Die ersten „echten“ Wehen, die die meisten Frauen spüren, sind die sogenannten Senkwehen. Diese können entstehen, wenn sich der Kopf Deines Babys ins Becken absenkt. Senkwehen unterscheiden sich in Intensität und Wahrnehmung oft kaum von den Übungswehen oder Vorwehen, die Du vielleicht schon kennst.

In welcher Woche Dein Baby ins Becken rutscht, ist sehr individuell. Bei manchen Schwangerschaften passiert das schon ab der 30. SSW, andere Babys rutschen bis kurz vor der Geburt nicht hinunter. Nach den Senkwehen sieht Dein Bauch etwas anders aus als vorher, er ist tatsächlich weiter unten.

Häufig findet man als Faustregel, wann man mit Wehen ins Krankenhaus fahren soll,

  • einen Zeitabstand von 5 Minuten zwischen den Wehen und
  • eine Mindestdauer der Wehen von 1 Minute.

Weil beim zweiten und jedem weiteren Kind die Geburt weniger lang dauert, solltest Du dann schon bei einem Wehenabstand von 10 Minuten in die Klinik.

Allerdings kann diese Frequenzangabe auch irreführend sein, denn eine Geburt läuft eben nicht nach einem festen Zeitplan und festen Maßstäben ab. So empfehlen immer mehr Hebammen, lieber auf den Gesamtzustand und das eigene Befinden zu achten. Auf das Bauchgefühl sozusagen.

Wichtig ist auch, wie heftig und damit geburtswirksam diese Wehen sind, ob sie also zu einer Öffnung Deines Muttermundes führen. Um das zu überprüfen, brauchst Du übrigens keine Hebamme oder Ärztin. Du kannst Deinen Muttermund auch ganz einfach selbst ertasten. Am besten, Du übst das schon während der Schwangerschaft, so kannst Du auch den Unterschied erkennen.

Außerdem kannst Du darauf achten, wie gleichmäßig die Wehen im Vergleich zueinander sind. Je mehr sie sich in Länge und Intensität ähneln, desto wirksamer sind sie wahrscheinlich.

Wie stark Wehen sein müssen, um ins Krankenhaus zu fahren, kann Dir niemand objektiv erklären oder vorgeben. Diese Entscheidung hängt von Deinem Gesamtbefinden und Deinem Gefühl ab. Wenn Du aber während der Wehen noch Gespräche führen, Dich bewegen oder Dich auf ein Buch konzentrieren kannst, ist es wahrscheinlich noch nicht so weit. Bei richtig heftigen Wehen musst Du abbrechen, was immer Du gerade tust und ziehst Dich in Dich zurück.

Ansonsten gilt: Wann immer Du Dich im Krankenhaus sicherer fühlst – fahr los. Wenn Du allerdings zu Hause noch gut klar kommst, spricht nichts dagegen, noch etwas zu warten. Denn für den richtigen Zeitpunkt für die Fahrt ins Krankenhaus solltest Du folgende Punkte bedenken:

  • Zu früh mit Wehen ins Krankenhaus fahren kann dazu führen, dass Du wieder nach Hause geschickt wirst.
  • Wenn Du schon bei der ersten Geburtswehe ins Krankenhaus fährst, wird Dir die Zeit dort unheimlich lange vorkommen. Wenn sich die Geburt dann noch viele Stunden hinzieht, kannst Du im Krankenhaus nicht so gut entspannen wie zu Hause.
  • Wenn Du zu spät ins Krankenhaus fährst, kann das Fahren sehr unangenehm werden. Jede Erschütterung in der Straße ist dann wirklich unangenehm.
  • Die Fahrt ins Krankenhaus kann Deinen Körper unter großen Stress setzen. Vielleicht waren die Wehen zu Hause, in der geschützten Umgebung, schon richtig gut und haben den Muttermund geöffnet. Unter Stress kann sich dieser sogar wieder schließen und die Wehen lassen nach. Du brauchst also auch ein wenig Zeit, Dich an die Krankenhausumgebung zu gewöhnen, um dort im geschützten Raum gebären zu können.

Außerdem solltest Du, wenn irgendwie möglich, nicht selbst in die Klinik fahren. Wenn Du niemanden hast, der Dich hinbringt, bieten viele Krankenhäuser auch einen Fahrdienst an.


Bild: 

@comzeal - bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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