Geburt, Schwangerschaft

Baby in Querlage: Maßnahmen zur Drehung vor der Geburt

Baby in Querlage: Maßnahmen zur Drehung vor der Geburt

In der 34. SSW meiner zweiten Schwangerschaft liegt mein Baby in Querlage. Weil ich selbst nur Kopflage oder Steißlage kannte, war ich überrascht, als die Ärzte mir mitteilten, dass das bis zur Geburt so bleiben könnte und ich dann einen Kaiserschnitt bräuchte.

Wenn Du auch schon in die letzten Wochen der Schwangerschaft gehst und Dein Baby in Querlage liegt, interessiert Dich bestimmt, was das genau bedeutet, welche Gründe das haben kann und welche Entscheidungen Du eventuell noch treffen musst. Ich habe all das recherchiert und hier für Dich zusammen gefasst.

Was bedeutet Querlage beim Baby?

Eine Querlage beim Baby ist eine Lage-Anomalie, die eine natürliche Geburt ausschließt. Genauer gesagt bedeutet das, dass Kopf und Steiß auf derselben Höhe quer im Bauch liegen. Das passiert in den frühen Schwangerschaftswochen noch recht häufig, weil im Bauch noch sehr viel Platz ist. Wenn der Platz langsam weniger wird, drehen sich die allermeisten Babys in Kopflage, also mit dem Kopf ins Becken und damit in die richtige Geburtsposition.

Etwa 3-4% der Kinder drehen sich mit dem Kopf nach oben, sodass sie mit den Füßen (Fußlage) oder dem Popo (Steißlage) zuerst geboren werden. Bei Kopflage, Fußlage und Steißlage spricht man von einer Längslage.

Im Gegensatz zu Kopf- und Steiß- bzw. Fußlage ist bei einer Querlage eine natürliche Geburt nicht möglich bzw. zu riskant. Denn quer passt das Kind natürlich nicht durch den Geburtskanal. Und selbst, wenn es sich mit den ersten Eröffnungswehen noch mit dem Kopf nach unten dreht, ist die Gefahr hoch, dass z.B. der Arm im Weg liegt (Armvorfall), die Schulter sich einkeilt oder die Gebärmutter reißt – und körperliche Schäden bei Mutter und / oder Kind während der Geburt entstehen.

Bei einer Querlage zu Geburtsbeginn ist darum ein Kaiserschnitt indiziert. Die Häufigkeit von Babys in Querlage in der 40. SSW liegt bei weniger als 0,6%. Es kommt also sehr selten vor.

Neben der Querlage gibt es noch eine sogenannte Schräglage. Dabei liegt das Baby nicht in einer Längslage (Kopf oben oder unten), man kann Kopf und Po seitlich ertasten – aber entweder Kopf oder Po sind etwas höher, also nicht waagerecht auf einer Linie. Bei der Schräglage stehen die Chancen noch besser, dass das Baby sich im Laufe der letzten Schwangerschaftswochen in die richtige Position bringt.

In den späteren Schwangerschaftswochen wirkt sich die Querlage auch auf Deine Bauchform aus. So ist der Fundusstand, also der höchste zu ertastende Punkt Deiner Gebärmutter, meist etwas tiefer als sonst in der entsprechenden Schwangerschaftswoche üblich. Dafür hat Dein Babybauch dann seitlich eine stärkere Ausdehnung.

Auch an den Kindsbewegungen kannst Du die Querlage spüren. Wenn Dein Baby sich streckt, spürst Du das rechts und links, weil Kopf und Po an den Seiten anstoßen. Auf diese Weise kannst Du selbst immer sehr gut erspüren oder ertasten, ob Dein Baby weiterhin in Querlage liegt, oder sich schon gedreht hat.

Gut zu wissen: Senkwehen gibt es auch bei Querlage oder Schräglage, denn sie werden nicht vom Druck des Köpfchens, sondern von Hormonen ausgelöst. Allerdings senkt sich der Bauch wahrscheinlich nicht ganz so weit, weil das Kind ja nach wie vor quer liegt und nicht ins Becken rutschen kann.

Warum liegt mein Baby in Querlage?

Warum genau Dein Baby nun quer liegt, kann natürlich niemand mit Sicherheit sagen. Es gibt allerdings einige Faktoren, die als mögliche Ursachen gelten. Zunächst einmal muss der Platz dafür im Bauch vorhanden sein.

Ursachen für die Querlage des Babys:

  • sehr viel Fruchtwasser in der Fruchtblase ist (Polyhydramnion)
  • die Plazenta sehr tief liegt versperrt den Raum im kleinen Becken (Plazenta Praevia)
  • das vorherige Baby sehr groß war und die Gebärmutter stark gedehnt wurde
  • viele Vorschwangerschaften vorliegen
  • ein Myom oder andere Fehlbildungen (z.B. Tumor) im kleinen Becken den Platz einschränken
  • eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft vorliegt
  • Asymmetrie der Uterus-Bänder
  • verdrehte Uterusbänder oder Beckenbodenmuskulatur, z.B. durch Sturz
  • fetale Fehlbildungen
  • enges Becken

Auch kommt es vor, dass das Baby sich nicht richtig drehen kann, weil z.B. die Nabelschnur zu kurz oder um den Hals gewickelt ist. Das lässt sich auf dem Ultraschall leider nicht erkennen.

Wenn die Bauchdecke durch Vorschwangerschaften oder eine schwache Muskulatur zu dehnbar ist, kann es sinnvoll sein, einen Bauchgurt bzw. Bauchband für Schwangere zu tragen oder den Bauch regelmäßig einzubinden. Mit einem Schwangerschaftsgurt gibst Du dem Bauch und dem Bindegewebe mehr Halt und Deinem Baby weniger Platz.

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Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit einer Querlage beim zweiten Baby drei Mal so hoch wie beim ersten, nach mindestens vier Schwangerschaften sogar zehn Mal so hoch. Allerdings ist es auch normal, dass sich Kinder in der ersten Schwangerschaft viel früher in die Schädellage als Startposition für die Geburt begeben als in einer Folgeschwangerschaft.

Querlage Baby – wie lange ist normal?

Bis zur 28. Schwangerschaftswoche liegen noch bis zu 10% der Babys in Querlage. Darum werden in dieser Woche die Ärzte auch sicherlich nicht besorgt sein. In den allermeisten Fällen dreht sich Dein Baby in den kommenden zehn Wochen noch von selbst.

Nach der 36. SSW sind es nur noch etwa 3% der Babys, die in Querlage liegen. Und obwohl man manchmal denkt, der Platz wäre dann zu gering, können sich Kinder bis zur Geburt drehen, sogar mit den ersten Wehen noch.

Wenn Du also ein Querlage-Baby in der 38. Schwangerschaftswoche hast, bedeutet das nicht, dass das bis zur Geburt so bleiben muss. Auch in der 39. SSW oder 40. SSW kann sich Dein Baby noch in die richtige Position bringen.

Etwa 80% der Babys in Querlage drehen sich noch vor der 37. SSW.

Wichtig zu wissen: Blasensprung
Solange Dein Baby in Querlage liegt, ist ein Blasensprung immer mit dem Risiko eines Nabelschnurvorfalls verbunden. Deshalb solltest Du, egal ob schon Wehen eingesetzt haben oder es sich um einen vorzeitigen Blasensprung handelt, immer liegend in die Klinik transportiert werden.

Was kann ich tun bei Querlage-Baby?

Zunächst einmal ist eine Querlage beim Baby kein Grund zur Panik. Normalerweise schlagen die Ärzte etwa ab der 34. SSW Alarm, sodass Du noch genug Zeit hast, gegenzusteuern. Wenn es keine anatomischen Gründe beim Baby gibt, die einer Drehung entgegen stehen, hast Du sehr gute Chancen, Dein Kind noch zu einer Längslage zu bringen.

Zunächst solltest Du versuchen, mit intensiven Übungen die Querlage zu beheben. Das kannst Du in Eigenregie tun und es ist völlig ungefährlich. Daneben gibt es verschiedene Therapieformen, die helfen können. Auch alternative Medizin und kleinere Tricks könnten wirken.

Erst, wenn all das nichts gebracht hat, solltest Du darüber nachdenken, ob Du eine von den Ärzten wahrscheinlich empfohlene Äußere Wendung vornehmen lassen möchtest.

Übungen bei Querlage

Es gibt zwei Inversions-Übungen, die Du zusammen mit Dehnübung und Hüftöffner-Übungen an einem Tag intensiv und ausgedehnt durchführen kannst. Das soll das Baby zur Drehung anregen.

  1. Die Eisbärin: Dazu solltest Du mindestens ein bequemes Kissen haben und eine Yogamatte oder einen Teppich nutzen. Arme und Kopf liegen möglichst bodennah, ggf. auf dem Kissen auf. Dein Po streckt sich möglichst weit nach oben, die Hüfte ruht über dem Knie. Halte diese Position möglichst lange (10-30 Minuten) und wiederhole sie mehrmals täglich.
  2. Schulterbrücke / Indische Brücke: Auch bei dieser Stellung geht es darum, die Hüfte möglichst hoch zu bringen, während die Schulter- und Kopfpartie tief liegt. Nur drehst Du Dich diesmal auf den Rücken. Stell Deine Füße unter den Knien auf und hebe Dein Becken möglichst weit nach oben. Halte die Position, so lange Du kannst und wiederhole sie mehrmals täglich.Unmittelbar nach diesen beiden Inversionslagen kannst Du versuchen, das Baby mit Wärme und Kälte in die richtige Position zu „locken“: Lege ein nasses, kaltes Geschirrtuch, eventuell aus dem Gefrierfach, oberhalb des Köpfchens auf Deinen Bauch. Also auf die Seite, von der sich das Baby wegbewegen soll. Gleichzeitig legst Du und etwas Warmes nach unten, auf die Seite, wo das Köpfchen hin soll. Aber Achtung: Gefriere oder verbrühe nicht Deine Haut!Gleichzeitig solltest Du durch Übungen versuchen, Dein Becken zu öffnen und zu stabilisieren, um Dem Baby Raum zu machen:
  3. Extreme Seitenlage / Dehnung: Leg Dich flach auf Den Rücken. Nimm dann ein Knie über den anderen Fuß und dehne es möglichst weit in Richtung Boden. Diese Übung sollte Spannung erzeugen, aber nicht weh tun.
  4. Übungen zur Stärkung des Beckenbodens
  5. Hüftöffner-Übungen aus dem Yoga

Sollten die Übungen ihre Wirkung erzielt haben und Dein Baby hat sich gedreht, macht es Sinn, die neue Position für einige Tage zu stabilisieren, sodass es nicht zurück in die Querlage rutscht. Dazu kannst Du einen Bauchgurt tragen oder den Bauch mit einem dicken, elastischen Verband einbinden. Das wird z.B. in Japan bei jeder Schwangeren gemacht. Außerdem solltest Du Dich viel in der Aufrechten bewegen, z.B. bei Spaziergängen, Tänzen oder Gymnastikübungen. So rutscht Dein Kind hoffentlich weiter ins Becken. In den Tagen nach der Drehung darfst Du außerdem keine Inversions-Übungen mehr durchführen.

Chiropraktiker / Craniosakral-Therpaie

Es gibt Therapeuten, die auf die Behandlung des Beckens in der Schwangerschaft spezialisiert sind. So können sich asymmetrische Uterusbänder, -muskeln oder knöcherne Strukturen wieder richtig ausrichten.

Moxen

Als Moxen, Moxibustion oder Moxa-Therapie bezeichnet man eine Therapie aus der chinesischen Medizin. Dabei werden die Akkupunkturpunkte an der Fußsohle mit einem Beifuß-Stäbchen erwärmt. Moxen solltest Du in der 34. / 35. SSW für etwa 20 Minuten pro Tag versuchen.

Akkupunktur

Auch direkte Akkupunktur kann helfen, Fehlstellungen der Gebärmutter, Uterusbänder oder Knochenstrukturen zu beheben, sodass sich das Kind drehen kann.

Homöopathie

Manchen hilft auch die klassische Homöopathie gegen Fehlstellungen und andere Ursachen, die einer Drehung im Weg stehen.

Kontakt zum Baby

Was für einige vielleicht abgehoben klingt, ist für andere eine sichere Wahrheit: Als Mutter stehst Du im besten und unmittelbaren Kontakt mit Deinem Baby. Es kann also nicht schaden, laut oder innerlich mit ihm zu sprechen und es zu einer Drehung anzuregen.

Aufarbeitung der ersten Geburt

Denkbar wären auch psychische Faktoren auf Deiner Seite, deren Lösung auch die Muskulatur der Gebärmutter beeinflusst. Gemeint sind damit meist Erlebnisse aus der Schwangerschaft oder vorherigen Geburt. Sprich über Ängste und Frustration, die Dich vielleicht belasten – und warte ab, ob etwas passiert.

Schwangerschaftsgürtel

Ein Schwangerschaftsgürtel kann lockeres Bindegewebe stützen und so den Uterus aufrecht halten, sodass sich auch das Baby aufrichten kann. Zudem hilft der Schwangerschaftsgurt vielen Müttern bei Rücken- und Beckenschmerzen. Achte darauf, dass der Gurt nicht nur über den unteren Bauch gespannt wird, sondern vor allem die oberen Regionen komprimiert und stützt.

Äußere Wendung

Als letzter Versuch, dass sich Babys vor der Geburt drehen, wird von Ärzten meist zu einer Äußeren Wendung geraten. Diese wird von einer Fachperson von außen mit zwei Händen durchgeführt und führt in etwas mehr als 60% der Fälle zu einer erfolgreichen Drehung. Sie gelingt am besten, wenn Ursache zu viel Fruchtwasser oder zu viel Platz sind.

Allerdings ist die Äußere Wendung nicht gerade unumstritten. Denn dabei kann es zu Komplikationen kommen, die einen sofortigen Notkaiserschnitt notwendig machen. Deshalb wird die Äußere Wendung auch nur unter Überwachung in der Klinik durchgeführt.

Letztlich musst Du also entscheiden, ob Du lieber dieses Risiko eingehst, oder noch abwarten willst – mit der Option, dass trotzdem ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss.

Kaiserschnitt

Wegen des Risikos eines Nabelschnurvorfalls wird ein Kaiserschnitt bei Querlage häufig geplant und einige Zeit vor dem errechneten Entbindungstermin angesetzt. Alternativ könnte man warten, ob sich Dein Baby mit den ersten Wehen von selbst in die richtige Position bringt.

Fazit: Querlage kein Grund zur Panik

Denn es kommt sehr selten vor, dass sich bis zum Geburtstermin nichts tut. Wenn das aber der Fall ist, ist ein Kaiserschnitt meist unumgänglich – es sei denn, das Baby dreht sich mit den Geburtswehen noch. Um natürlich geboren zu werden, muss ein Baby sich immer in eine Längslage begeben.


Bild: 

©VadimGuzhva - bigstockphoto.com

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Querlage Baby 

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

3 Kommentare

  1. Hi liebe Hanna, gleich noch eine Frage: Kannst du Übungen zur Stärkung des Beckenbodens verlinken oder beschreiben, die in der 30. SSW noch gut machbar sind? Danke!

    1. Hallo,

      ich würde Dir empfehlen, eine Kegel-Übungs-App herunter zu laden. Die sogenannten Kegelübungen zur Stärkung des Beckenbodens kannst Du in jedem Stadium der Schwangerschaft problemlos durchführen. Wenn Deine Schwangerschaft unauffällig verläuft, kannst Du Dir auch Beckenbodentrainer in Form von Vaginalkonen (z.B. von Elanee) besorgen. Außerdem kannst Du die Schulterbrücke machen und dann den Po auf- und abbewegen. Ich versuche Dir dazu in den nächsten Tagen Bilder zur Verfügung zu stellen.

      Liebe Grüße,
      Hanna

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