Geburt, Schwangerschaft

PDA-Geburt: Natürliche Geburt ohne Schmerzen?

PDA-Geburt
PDA-Geburt: Natürliche Geburt ohne Schmerzen?

Es ist die Wunsch- und Idealvorstellung vieler schwangerer Frauen: Eine natürliche Geburt. Ohne Schmerzmittel und auch ohne geplanten Kaiserschnitt. Doch was passiert, ist die Angst vor der Geburt letztendlich doch größer als erwartet und sind die Schmerzen unerträglich groß? Was, wenn Frau der Belastung doch nicht standhält oder dies bewusst auch gar nicht will? Wenn allerdings ein Kaiserschnitt eben auch nicht in Frage kommt? Dann könnte die sogenannte PDA doch eine gute, entlastende und unterstützende Alternative sein? Oder etwa nicht?

Viele Frauen zögern bei der Entscheidung zur PDA, sind die Fragen und Unsicherheiten diesbezüglich doch zu groß. Ich möchte hier über die Geburt mit PDA berichten und – sowohl aus ganz eigener Erfahrung, als auch sachlich – die häufigsten Fragen bezüglich der PDA-Geburt beantworten.

Was ist eine PDA?

PDA ist die Abkürzung für „Periduralanästhesie“. Sie ist eine weit verbreite und häufige, lokal wirkende Form der Schmerzlinderung und Unterstützung während einer Geburt.

Wie genau funktioniert die PDA?

Bei dieser Form der Betäubung wird ein Katheter in die Nähe des Rückenmarks gelegt. Um die erforderliche Nadel hierzu richtig setzen zu können, wird dies in den meisten Fällen im Sitzen erledigt – selbstverständlich während einer Wehenpause. Wichtig dabei ist, dass die Gebärende sich leicht nach vorne beugt und versucht, sich zu entspannen. Dann ist es eigentlich auch ganz schnell erledigt.

Mittels einer Hohlnadel führt der Anästhesist einen schmalen Katheter in den sogenannten Peridural-Raum, den Bereich über der harten Rückenmarkshaut. Klingt kompliziert, ist aber absolute Routine und halb so schlimm. Nun kann das Mittel lokal wirken und bei Bedarf die Dosierung stets angepasst werden! Nach zirka zwanzig Minuten zeigt die PDA erste Wirkung.

Mittlerweile ist es sogar möglich, dass die Gebärende die Dosierung des Narkosemittels selbst steuert. Doch keine Sorge – eine Überdosierung wird durch bestimmte Sicherheitseinstellungen verhindert.



Wann wird die PDA gesetzt?

Die Geburt muss laufen und im vollen Gang sein. Dies ist Voraussetzung für die Periduralanästhesie. Das bedeutet, im günstigsten Fall sollte der Muttermund bereits ein wenig geöffnet sein. Dies bedeutet allerdings auch im Umkehrschluss:
Ganz ohne „erlebte“ Wehen geht es nicht! Ein bisschen sollte der Körper bereits gearbeitet haben, doch schmerzen die Wehen zu Geburtsbeginn, in der sogenannten Eröffnungsphase, weit geringer als unter vorangeschrittener Geburt.

Befindet sich die Frau bereits in der Austreibungsphase ist eine PDA leider nicht mehr sinnvoll und möglich.

https://magazin.rubbelbatz.de/schwangerschaft/geburt/wie-fuehlen-sich-wehen-an/

Welche Gründe sprechen für eine Periduralanästhesie?

Ich hatte während der Geburt meines ersten Kindes wahnsinnige Angst und war sehr verunsichert. Dies allein reichte für mich als Grund aus, mich für eine PDA bei der Geburt zu entscheiden. Denn mit dem Begriff PDA wird nun einmal eine schmerzfreie, natürliche Geburt verbunden. Was sie auch in der Tat ist.

Ist die Frau nach vielen anstrengenden Stunden unter Wehen am Ende ihrer Kräfte oder gerät die Geburt ins Stocken, könnte ebenfalls eine Periduralanästhesie helfen und durchaus von Nutzen sein. Und nicht zuletzt gibt es sogar gesundheitliche Gründe, die für eine PDA sprechen. Hat die Mutter beispielsweise eine Herzerkrankung, kann dieser durch die PDA sehr viel Stress genommen werden und dadurch Komplikationen verhindert werden.

 

Wie lange dauert eine Geburt mit PDA?

Damit eine Geburt unter PDA  nicht schleppender verläuft, sollte nicht allzu hoch dosiert werden. Wird dies beachtet, so gehen Ärzte davon aus, dass die Geburt durch die Anästhesie nicht sonderlich verzögert wird.


Welche Nebenwirkungen habe ich bei einer PDA zu fürchten?

Gibt es bei einer PDA Risiken? Ab und an kann es zu Taubheitsgefühlen im entsprechenden Bereich  kommen oder zu einer Beeinträchtigung der Muskelkraft. Daher empfiehlt es sich, zu liegen. Doch ist es längst nicht so, dass ein Laufen gar nicht mehr möglich wäre. Die Frau ist also in ihrer Bewegungsfreiheit nur gering eingeschränkt, eine komplette Betäubung der Beine ist nicht zu befürchten.

Manchmal kann es zu Blutdruckabfall und Kopfschmerzen während oder nach einer PDA kommen, doch sind schwerwiegendere Nebenwirkungen äußerst selten. Komplikationen sind somit insgesamt selten und kaum zu befürchten.

Was spürt man während der PDA noch und wie fühlt sich eine solche Geburt an?

Eine Periduralanästhesie nimmt den Wehen-Schmerz  und lindert somit die gefürchteten Wehen-Spitzen. Zwar ist es nicht so, dass Frau gar nichts mehr von der Geburt spürt und mitbekommt. Aber es ist durchaus ein sehr großer Unterschied zur Geburt ohne Schmerzmittel. Jenen Unterschied durfte ich am eigenen Körper erfahren. Wenngleich dies hier nicht negativ, sondern tatsächlich positiv gemeint ist.

Ich persönlich empfand die Geburt meines dritten Kindes als die Schönste von allen – ganz ohne Schmerzmittel! Doch beim ersten Kind passte es einfach mit dieser Form der Schmerzlinderung während der Geburt. Denn den Vorgang der Geburt, die verschiedenen Phasen und die Tatsache, dass das Kind und Körper zusammen „arbeiten“, das bekommt Frau auch unter PDA mit. Nur einfach so viel entspannter!

Ich in meinem ganz persönlichen Fall hatte unter der Periduralanästhesie sogar Hunger – eine Eigenschaft, die man gewöhnlich nicht einer Frau mitten „in labor“ zuordnet. Mein Mann lacht noch heute darüber.

Ich fand es allerdings nicht ganz so einfach, während der Endphase unter PDA mitzuarbeiten, da ein klein wenig das Gefühl für die Presswehen verloren ging. Somit ist es durchaus möglich, dass sich die Geburt im Ganzen etwas verzögert, weil alles etwas träger und milder verläuft. So empfand ich es auf jeden Fall selbst.

Aus diesem Grund tendiert man im Übrigen auch dazu, während der Endphase der Geburt die Dosierung wieder zu drosseln. Eine sinnvolle und nützliche Entscheidung, spürt die Frau doch nun, unter den Presswehen, wann sie aktiv mitarbeiten darf.

Mein Fazit: Eine PDA-Geburt und eine Geburt ohne Schmerzmittel unterschieden sich in Bezug auf den Schmerz-Faktor deutlich, so viel sei gewiss!

Wie schmerzhaft ist eine Geburt ohne PDA wirklich?

Sollte Frau sich gegen eine PDA entscheiden, so kann dies durchaus auch von Vorteil sein und eine wunderbare, prägende Erfahrung mit sich führen. Bei  meinem zweiten Kind war die Zeit zu knapp für eine PDA und die Geburt bereits zu weit fortgeschritten. Ich musste da also alleine durch und habe es geschafft. Ja, eine Geburt ohne PDA schmerzt und tut sehr weh. Aber vielleicht hilft einfach die Gewissheit, dass dieser Schmerz vorüber geht und es nur die Flucht nach vorne gibt. Und meistens ist danach alles gut und vergessen. Dann gilt es einfach, Wehen-Pausen zum Durchatmen und Kräftesammeln zu nutzen und sich dem Erlebnis Geburt voll und ganz hinzugeben.

Bei der Geburt meines dritten Kindes kamen mir die Schmerzen bei der Geburt tatsächlich gar nicht mehr so furchtbar schlimm vor. Es gelang mir wunderbar, diese wegzuatmen und mich voll und ganz auf die Sache zu konzentrieren. Ein wundervolles Gefühl, alles selbst gemeistert zu haben und aktiv mitarbeiten zu können. Wenngleich ich ja auch bei einer PDA voll und ganz „dabei“ bin.

Mein abschießendes Fazit zur PDA-Geburt

Eine Frau sollte letztendlich selbst entscheiden, ob eine Periduralanästhesie für sie in Betracht kommt oder nicht. Wer die Geburt sehr fürchtet, dennoch aber den Wunsch nach einer natürlichen Geburt empfindet, für diejenige ist die PDA eine absolut sinnvolle, verträgliche und vor allem vertretbare Alternative.

Nebenwirkungen sind in der Regel gering und Folgeschäden für Mutter oder Kind nicht zu fürchten. Und last but not least: Die Kosten hierfür werden vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Über die Gastautorin Alex

PDA-Geburt: Natürliche Geburt ohne Schmerzen?

„Von der Schreibwut gepackt, berichte über meinen lauten, chaotischen und verrückten Alltag als Dreifachmutter. Immer ehrlich und direkt, gerne überspitzt, selbstironisch und scharfzüngig und manchmal auch unter der Gürtellinie. So kommt es vor, dass ich auch einmal über Elternsex berichte oder „im Minecraft-Style putze“. Doch auch nachdenklich und selbstreflektierend sind meine Texte, denn ich möchte schließlich darüber berichten, wie es wirklich ist, das Leben als Mehrfachmutter. Brav und vorbildlich kann doch jeder! Warum also sich nicht selbst auf die Schippe nehmen und einfach auch mal Kopf stehen? Denn ähnlich wie in Disney’s „Alles steht Kopf“ tanzen auch bei Mama die Emotionen nur so durcheinander!

Wer bei mir allerdings auf der Suche nach Koch-und Backrezepten ist oder gar DIY-Tipps: Vergesst es! Machen ja die Anderen schon.

Neugierig geworden? Dann besucht mich doch gerne auf www.mamastehtkopf.de

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