Geburt, Schwangerschaft

Muttermund fingerdurchlässig: Wann kommt jetzt das Baby?

Schwangere mit fingerdurchlässigen Muttermund kurz vor Geburt

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, in der Dein Körper viele Veränderungen durchlebt. Die Freude auf das Bevorstehende wächst in den letzten Schwangerschaftswochen mit jedem weiteren Tag. Egal wie schön Dein Babybauch auch sein mag, ein verlässliches Anzeichen für den Geburtszeitpunkt liefert er nicht.

Wenn Du es trotzdem nicht erwarten kannst, verrate ich Dir einen einfachen Trick: Prüfe, ob Dein Muttermund fingerdurchlässig ist und Du kommst Deinem Körper auf die Schliche.

Was Dir Dein Muttermund verrät

Der Muttermund ist der unterste Teil vom Gebärmutterhals. Deinen Gebärmutterhals stellst Du Dir am besten wie einen Zapfen vor, der in den hinteren Bereich Deiner Scheide hineinragt. Dadurch wird die Gebärmutter verschlossen gehalten. Darüber liegt ein Schleimpfropf, der den Bereich abdeckt und vor Keimen schützt.

Im späten Verlauf der Schwangerschaft zieht sich der Gebärmutterhals jedoch langsam zurück und wird somit für die bevorstehende Geburt geweitet. Dein Muttermund weitet sich im Verlauf dieser Zeit ebenfalls. Spannender Weise fühlt sich der Muttermund in den verschiedenen Zyklus-Phasen unterschiedlich an.

Während der unfruchtbaren Tage ist das umliegende Gewebe fest und unnachgiebig. In den fruchtbaren Tagen wird das Gewebe angenehm weich.

Zwischen der 33. SSW und der 36. SSW kannst Du die entstehenden Veränderungen zunehmend ertasten. Bei Frauen, die schon ein Kind geboren haben, ist der Muttermund leichter zu erfühlen. Die Gebärmutter liegt generell etwas tiefer als bei Erstgebärenden.

Wie wird der Muttermund ertastet?

Um die beginnende Öffnung des Muttermundes zu ertasten, setzt oder hockst Du Dich vorher am besten bequem hin. Das führt dazu, dass die Gebärmutter ein klein wenig absinkt und Du es leichter hast.

Nun musst Du einen oder mehrere Finger einführen und das äußerste Gewebe Deines Gebärmutterhalses erfühlen. Im ungeöffnetem Zustand fühlt sich dein Muttermund ein bisschen so an wie ein verengter Donut. Anatomisch betrachtet liegt dort der ringförmig geschlossene, äußeren Muskelabschnitt Deines Muttermunds.

Sobald Du darin eine Vertiefung ertastest, kannst du abschätzen, ob und wie weit du geöffnet bist. Die Vertiefung kann sich leicht aufgeraut und uneben anfühlen.

Was bedeutet ein „fingerdurchlässiger Muttermund“?

Sobald Du einen Finger vorsichtig in den Muttermund einführen kannst, gilt dieser als fingerdurchlässig. Der Schleimpfropf ist abgegangen und die latente Phase hat begonnen. Diese kann unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen, daher solltest Du nicht ungeduldig werden.

Im Allgemeinen gilt:

  • Es passt kein Finger hinein? – Der Muttermund ist noch geschlossen.
  • Ein Finger passt hinein? – Der Muttermund ist zirka einen Zentimeter geöffnet.
  • Zwei geschlossene Finger passen hinein? – Der Muttermund ist drei Zentimeter geöffnet.
  • Zwei gespreizte Finger passen hindurch? – Der Muttermund ist über vier Zentimeter geöffnet.

Ist die Öffnung wesentlich weiter als vier Zentimeter, steht die Geburt kurz bevor.

Ob es von nun an bis zur Geburt ein paar Stunden oder einige Tage dauert, ist individuell unterschiedlich. An Hand der geschätzten Angaben kannst Du Dich grob orientieren. Der genaue Geburtsbeginn lässt sich trotzdem nur abschätzen. Manche Babies haben es eiliger auf die Welt zu kommen als andere.


Lass Dich nicht entmutigen beim Muttermund ertasten

Erstgebärenden fällt es manchmal etwas schwerer die Fingerdurchlässigkeit zu ertasten. Lass Dich davon nicht entmutigen und nimm Dir all die Zeit, die Du benötigst.

Du kannst auch Deinen Partner in diese spannende Erkundung mit einbinden und ihn bitten, Dir bei Deinem Vorhaben zu helfen. So befriedigt ihr gemeinsam Eure Neugier als werdende Eltern und erschafft ein unglaublich intimes Erlebnis.

Was viele Mütter über ihren Muttermund nicht wissen

Der Muttermund muss nicht geöffnet sein, damit Du Dein Kind von unten erfühlen kannst.

Dein Baby rückt während der späten Schwangerschaft nämlich in den unteren Teil der Gebärmutter hinab, um für die Geburt richtig ausgerichtet zu sein. Es liegt mit dem Kopf voran im unteren Abschnitt des Beckens.

Du kannst versuchen das Köpfchen zärtlich anzustupsen und wirst spüren, wie er nach oben schwimmt. Probiere es einfach aus, sei neugierig und erkunde deinen Körper. Durch Abtasten Deiner Scheide und Gebärmutter kannst Du keinen Schaden anrichten!


Bild:

© Kzenon/ bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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