Geburt, Schwangerschaft

Louwen Diät – Ernährung für eine einfache Geburt

Louwen Diät

Louwen Diät - Ernährung für eine einfache Geburt

Louwen Diät - Ernährung für eine einfache Geburt


Nach 9 Monaten endet jede Schwangerschaft mit einer Geburt. Weil diese Geburt für die meisten Frauen sehr schmerzhaft ist, haben sie große Angst davor. Neben medizinischen Möglichkeiten der Schmerzreduzierung, z.B. einer PDA-Geburt, gibt es auch eine Ernährungsweise, die die Geburt erleichtern soll: Die Louwen-Diät.

Louwen Ernährung als Diät in der Schwangerschaft?

Die Louwen-Diät ist keine Diät im Sinne von „Abnehm-Kur“, sondern eine spezielle Form der Ernährung. Das urpsrüngliche Wort aus dem Englischen bedeutet übrigens auch genau das: Ernährung. Statt Louwen-Diät wäre Louwen-Ernährung daher wahrscheinlich passender. Die Louwen-Ernährung soll also nicht eine Gewichtszunahme durch die Schwangerschaft verhindern, sondern eine einfachere Geburt ermöglichen. Abseits von der Geburtshilfe ist diese Ernährungsform auch bekannt als Logi-Methode (Low Glycemic Index) oder Glyx-Diät. Ursprünglich geht sie zurück auf eine Ernährungsempfehlung für Übergewichtige der Havard Universität. In Deutschland und für die Geburtshilfe empfiehlt sie vor allem Prof. Dr. med. Dr. h. c. Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Uniklinik der Goethe-Universität in Frankfurt. Er emfpiehlt allerdings diese Ernährung nicht bei Diabetes Typ 1 anzuwenden. Sobald eine Stoffwechselkrankheit vorliegt, sollte die werdende Mutter ohnehin vorher mit dem Arzt sprechen.

Wer ist Dr. Louwen?
Prof. Dr. med. Frank Louwen ist leitender Arzt für die Pränatalmedizin und Geburtshilfe an der Frankfurter Universitätsklinik und vertritt die Meinung, dass „eine Schwangere nicht für zwei essen muss“. Seiner Meinung nach sei dies eher schädlich, denn je nach körperlicher Verfassung reichen wohl 200 bis 300 Kalorien mehr am Tag aus. Er ist außerdem Autor der Bücher:

Was darf ich bei der Louwen Diät essen?

Die Louwen-Diät basiert darauf, dass Schwangere in den letzten 6 Wochen vor der Geburt alle Kohlenhydrate weglassen, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, also einen hohen glykämlichen Index haben. Das sind vor allem Weißmehl, Kohlenhydrate aus Getreide und Zucker.

Während Brot, Pasta und Süßigkeiten also tabu sind, kann man andere Kohlenhydrate bedenkenlos essen. So zum Beispiel

  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen)
  • Milchprodukte
  • Wildreis
  • Orangen, Äpfel, Birnen
  • Nüsse

Detaillierte Listen über den glykämischen Index von Lebensmitteln finden sich genügend online.

Das passiert im weiblichen Körper in den Wochen vor der Geburt

Der Embryo sendet, sobald er auch außerhalb des Mutterleibes lebensfähig ist, also in der Regel um die 35. Schwangerschaftswoche herum, Hormone aus – die sogenannten Prostaglandine. Dieser Botenstoff kommt auch vorher schon im Körper vor und ist unter anderem für die Schmerzen verantwortlich, die bei einer Verletzung auftreten. Das erhöhte Prostaglandin-Vorkommen durch den Embryo in den Wochen vor der Geburt sorgt dafür, dass vermehrt Rezeptoren für das Hormon gebildet werden.



An diesen Rezeptoren können die Prostaglandine andocken den Muttermund weiten und den Gebärmutterhals verkürzen. Wenn dieser Prozess nicht in ausreichendem Maße stattfinden kann, werden die Geburtswehen nicht ausgelöst. Das Baby wird übertragen und schließlich wird die Geburt eingeleitet. Dazu gibt man in der Regel Prostaglandin in Gelform.

https://magazin.rubbelbatz.de/schwangerschaft/geburt/wie-fuehlen-sich-wehen-an/

Sobald die Wehen einsetzen und während der Geburt können die Prostaglandine dann weiterhin an diesen Rezeptoren andocken – anstatt frei herumzuschwirren und Schmerzen auszulösen. Denn das ist es ja, was sie sonst im Körper tun.

Vereinfacht lässt sich also sagen, je mehr und je langfristiger sich Prostagladine im Blut befinden, desto weniger Schmerzempfindlichkeit.


Insulin hemmt Prostaglandin

Die Botenstoffe Inulin und Insulin besetzen dieselben Rezeptoren wie Prostaglandin. Wenn nun im Körper einer Schwangeren zu viel Insulin vorhanden ist, weil sie viel Lebensmittel zu sich genommen hat, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen, hemmt das die Produktion der Prostaglandin-Rezeptoren, vor allem im Gebärmutterhals.

Die Geburt beginnt später und ist mit größeren Schmerzen verbunden, im Gegensatz zu einer ausreichenden Menge an Prostaglandin-Rezeptoren. Denn je weniger dieser Hormone andocken können, desto weniger kann sich der Gebärmutterhals öffnen und verkürzen. Und je weniger Rezeptoren, desto mehr Prostaglandine fließen ungebunden durch den Körper und verursachen Schmerzen.

Deshalb empfehlen viele Hebammen ihren Frauen, in den letzten Wochen vor der Geburt möglichst gesund und kohlenhydrat-arm zu essen. Dabei geht es nicht, wie man vielleicht denken könnte, um das Wachstum des Babys oder die Figur der Mutter. Dieser Ratschlag von Hebammen zielt einzig und allein darauf ab, die Geburt zu erleichtern. Spätestens 36 Stunden vor der Geburt sollte sich jede Frau daran halten, um übermäßige Schmerzen zu vermeiden.

Mehr Kaiserschnitte, Übertragungen und schwere Geburtsverläufe?

Wir nehmen in unserer westlichen Gesellschaft generell viel mehr Zucker und Weißmehl zu uns als noch vor 50 oder 100 Jahren. Unser Insulinspiegel im Körper ist also meistens höher, als er sein sollte. Dies könnte, weiter gedacht, dazu führen, dass die Geburt bei Frauen immer später beginnt. Ein Mangel an Prostaglandin-Rezeptoren würde außerdem zu schwereren Geburtsverläufen und damit zu mehr Kaiserschnitten führen.

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1 Kommentar

  1. Danke für diesen tollen Beitrag!
    Ich habe mich letztes Jahr 6 Monate übers Jahr verteilt streng low carb ernährt. Zuerst um abzunehmen, aber dann habe ich sehr schnell festgestellt, dass es mir gesamt um ein vielfaches besser geht und ich mich viel fitter fühle (ohne Sport zu treiben) bei einer recht langsamen Gewichtsreduktion. Es gibt sehr wenige Studien zu ketogener Ernährung in der Schwangerschaft – sozusagen der Steigerung zu Logi. Eine davon lässt negative Auswirkungen auf die Kinder vermuten. In wie weit Laborbedingungen und Realität aber zusammenpassen, steht aber immer auf einem anderen Blatt. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich nur Gutes über low carb Ernährung berichten. Um es auch mal pauschalisiert auszudrücken:

    Unsere Spezies wäre längst ausgestorben, wenn die Ernährung ohne Getreide und Zucker ungesund wäre.

    In diesem Sinne setze ich nun in meiner zweiten Schwangerschaft meine low carb Ernährung fort und wünschte, ich hätte das ganze falsche Wissen über gesunde Ernährung (Fett ist böse und macht fett, daher viel Kohlehydrate) bereits bei meiner ersten Schwangerschaft nicht mehr gehabt.

    Das, was unserer Generation noch über „gesunde Ernährung“ erzählt wurde, ist meistens seit Jahren und Jahrzehnten widerlegt. Es ist so ähnlich wie mit dem Erziehungsstil der sog. Schwarzen Pädagogik – nur weil uns vorgebetet wurde, was „gut“ wäre, heißt es noch lange nicht, dass es das ist und dass diese Glaubenssätze noch irgendwie dem heutigen Wissensstand standhalten.

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