Geburt, Schwangerschaft

Geburt einleiten mit Eipollösung – natürlich, aber schmerzhaft

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Mit dem errechneten Entbindungstermin ist das ja so eine Sache. Jeder fiebert darauf hin und je länger Dein Baby sich Zeit lässt, desto häufiger werden die Nachfragen. Nach 10-14 Tagen werden langsam auch die Ärzte nervös irgendwann wird dringend empfohlen, die Geburt einzuleiten. Weil das Einleiten in der Klinik nicht unbedingt angenehm ist, versuchen viele Schwangere mit Unterstützung ihrer Hebamme, vorher andere, natürliche Mittel zur Geburtseinleitung. Vom Wehencocktail und Himbeerblättertee hast Du vielleicht schon gehört – aber die Geburt einleiten mit Eipollösung?

Was genau sich dahinter verbirgt und wie erfolgreich diese Methode sein kann, erkläre ich Dir in diesem Beitrag.

Was ist eine Eipollösung?

Die Eipollösung (auch Eipolablösung oder Zervix-Stripping genannt) ist ein mechanisches Verfahren zur Geburtseinleitung, bei dem der Eihäute per Hand vom Gebärmutterhals gelöst werden. Dazu führt ein Arzt oder eine Hebamme einen Finger in den Gebärmutterhals ein und massiert ihn sanft, um die Eihaut in diesem Bereich abzulösen.

Die Eihaut ist die äußere Hülle der Fruchtblase und im Bereich des Gebärmutterhalses mit diesem verklebt. Die Fruchtblase selbst wird bei dem Vorgang nicht beschädigt. Das Ablösen der Eihäute vom Inneren des Gebärmutterhalses führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Prostaglandinen – einem Hormon, das die Gebärmutter für die Geburt bereit macht und Wehen auslöst.

Dieses Verfahren kann mehrmals durchgeführt werden, wenn sich beim ersten Mal keine Wirkung zeigt. Der große Vorteil liegt darin, dass keinerlei Medikamente oder natürliche Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Theoretisch sind Methoden ohne Wirkstoff einem Wehencocktail oder Einleitungsgel vorzuziehen, weil diese in den Hormonhaushalt der Schwangeren eingreifen.

Hat die Eipollösung Nebenwirkungen?

Echte Nebenwirkung hat die Eipollösung als rein mechanischer Eingriff also nicht. Aber sie ist für die meisten Frauen sehr schmerzhaft – und das an einer sehr sensiblen Stelle. Psychisch scheint es darum nicht für alle die ideale Geburtsvorbereitung zu sein, von Arzt oder Hebamme eine vaginale Behandlung mit Schmerzen zu bekommen. Manche Frauen lehnen sie darum kategorisch ab. Anderen erscheint das das kleinere Übel, im Gegensatz zu einem Wehencocktail oder der Einleitung in der Klinik.

Die Eipollösung führt bei etwa der Hälfte der behandelten Frauen innerhalb von zwei Tagen (48 Stunden) zu Geburtswehen. Bei anderen kann sie mehrtägige Blutungen auslösen, ohne die Geburt einzuleiten.

Eipollösung – ab wann möglich?

Die Eipollösung ist erst sinnvoll und möglich, wenn der Muttermund bereits sehr weich oder leicht geöffnet ist, sodass Arzt oder Hebamme mit einem Finger eindringen können. Das heißt, Dein Körper ist dann in aller Regel schon bereit für die Geburt. Die konkrete Durchführung der Eipollösung erfolgt dann durch massieren des Muttermundes, wobei sich die Einhäute vom Gebärmutterhals trennen.

Eipollösung ohne zu fragen
Leider stößt man in Foren immer wieder auf Berichte von Frauen, bei denen der Facharzt oder die Hebamme eine Eipollösung vorgenommen haben, ohne vorher zu fragen bzw. aufzuklären. Das ist nicht unbedingt die Regel und sehr bedauerlich. Wenn Du dahingehend bedenken hast, frage bei jeder vaginalen Untersuchung, was genau gemacht wird. Wenn Du Schmerzen hast, bitte den Arzt oder die Hebamme, aufzuhören. Kein mit Schmerzen verbundener Eingriff ist bei einer Routineuntersuchung nötig.

Eine Eipollösung sollte nicht vor der 40. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden und nur, wenn Du das wirklich für sinnvoll hältst und Dich über das Verfahren informiert hast.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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