Geburt, Schwangerschaft

Geburt einleiten: 15 Methoden (künstlich, natürlich & Hausmittel)

Geburt einleiten

Das Kinderzimmer ist eingerichtet, die Kliniktasche steht bereit, der üppige Babybauch bereitet gefühlt von Stunde zu Stunde mehr Probleme und auch der Blick auf den Kalender lässt eigentlich keinen Zweifel: Es wird Zeit für die Geburt! Zum Leid mancher von zahlreichen Beschwerden geplagter Schwangeren richten sich Babys allerdings nicht immer nach dem so sorgfältig austarierten Zeitplan.

Im Gegenteil: Nur wenige Babys werden tatsächlich exakt am errechneten Geburtstermin geboren. Stellen sich bei Ihnen bis zum Tag X keine Wehen ein, ist das daher zunächst nicht besorgniserregend und keinesfalls ein Grund, weshalb man die Geburt einleiten muss.

  • Doch unter welchen Umständen ist es dennoch sinnvoll oder sogar unverzichtbar, die Geburt einzuleiten?
  • Welche Methoden kommen bei der Geburtseinleitung zum Einsatz?
  • Und welche Vor- und Nachteile entstehen, wenn man die Geburt künstlich einleitet?

In den folgenden Abschnitten kläre ich für Dich alle wichtigen Fragen, damit Du im Zweifelsfall bestmöglich vorbereitet bist.

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Zahlen & Fakten zur Geburtseinleitung

Wie viele Geburten werden in Deutschland eingeleitet?

Im Jahre 2013 haben in Deutschland 22% der Geburten per Einleitung stattgefunden. Insgesamt wurden 144.807 Geburten eingeleitet und davon 98,6% mit Medikamenten.

Umfrage: Die häufigsten Auslöser für die Geburtseinleitung

  1. Entbindungstermin überschritten
  2. Empfehlung des Arztes
  3. Komplikationen
  4. Empfehlung der Hebamme
  5. Auf eigenen Wunsch
Quelle: 
http://www.christiane-schwarz.de/pages/projekte/cytotec/umfrage-geburtseinleitung-mit-cytotec-tabletten.php

Über ET – Wann wird eingeleitet?

Ist der errechnete Geburtstermin überschritten, wird sich Dein Arzt mit Dir in Verbindung setzen und die engmaschige Überwachung der weiteren Entwicklung Deines Babys in den kommenden Tagen mit Dir absprechen.

Ablauf

In der Regel überprüft der Experte alle 2 bis 3 Tage insbesondere den Herzschlag und die Atmung des Babys.

Darüber hinaus wird selbstverständlich auch noch einmal die Berechnung des Geburtstermins wiederholt. Vielleicht ist hier schlichtweg ein Fehler unterlaufen oder Du konntest den Tag der Empfängnis im Nachhinein nicht exakt bestimmen?

Doch auch wenn die Rechnung korrekt war: Zeigen sich bei den Untersuchungen keinerlei Auffälligkeiten, ist eine Geburtseinleitung aus medizinischer Sicht vorerst nicht notwendig. Dennoch wird Dich Dein Arzt selbstverständlich über die Möglichkeiten der Einleitung  informieren und mit Dir das weitere Vorgehen ausführlich besprechen.

Wird die Einleitung dann doch notwendig oder triffst Du in Absprache mit Deinem Arzt die entsprechende Entscheidung, bist Du mit den folgenden Informationen bestens vorbereitet.


Gründe und Ursachen für eine künstliche Geburtseinleitung

Entgegen der verbreiteten Annahme ist das geringfügige Überschreiten des Geburtstermins keineswegs der häufigste und selten der alleinige Grund, eine Geburt einzuleiten. Für eine Geburtseinleitung können hingegen neben der weit über den Geburtstermin hinausgehenden Schwangerschaft, sowohl kindliche als auch mütterliche Ursachen sprechen.

Die häufigsten Gründe für die Geburtseinleitung

  1. Terminüberschreitung (32,6%)
  2. Blasensprung ohne Wehen(24%)
  3. Präeklampsie
  4. Plazentainsuffizienz
  5. intrauteriner Fruchttod

Terminüberschreitung

  • Bis zum Ende der 40. Schwangerschaftswoche wird eine Geburt in den seltensten Fällen eingeleitet. Ausnahmen ergeben sich nur, wenn mütterliche oder kindliche Risikofaktoren vorliegen oder unerwartete Probleme auftreten.
  • In der 41. Schwangerschaftswoche wird eine Einleitung der Geburt zunehmend empfohlen. Das Geburt einleiten kann in dieser Phase schädlichen Folgen wie einer schweren Geburt, einem Kindstod im Bauch oder einer Mekoniumaspiration, bei der der Darminhalt des Babys in die Lunge eindringt, vorbeugen. Auch das Risiko für einen Kaiserschnitt lässt sich auf diese Weise deutlich verringern. Besonders nachdrücklich wird Dir die Maßnahme in dieser Woche ans Herz gelegt, wenn Du zu einer Risikogruppe gehörst.
  • Hast Du die 42. Schwangerschaftswoche erreicht, ist eine Einleitung anzuraten. Auch wenn sich bislang keine Schwierigkeiten ergeben haben, können Du und Dein Baby durch die übermäßig lange Schwangerschaft Schäden davontragen. Dein Arzt wird mit Dir absprechen, ob eine Einleitung oder auch ein Kaiserschnitt die sinnvollere Lösung ist.

Ursachen, die mit dem Baby zu tun haben

  • Du hattest einen vorzeitigen Blasensprung, doch die Geburt kommt nicht in Gang. Ohne das schützende Fruchtwasser kann Dein Baby in der Gebärmutter nicht unbegrenzt lange überleben. Treten nach dem Blasensprung keine Wehen auf, wird die Geburt daher in der Regel eingeleitet.
  • Du hast zu wenig Fruchtwasser. Bei einer so bezeichneten Oligohydramnion produziert Dein Körper zu geringe Mengen der schützenden Flüssigkeit. Ist Dein Baby bereits ausreichend reif, um auf die Welt zu kommen, wird oftmals die Einleitung der Geburt empfohlen.
  • Der Arzt diagnostiziert eine Wachstumsverzögerung beim Kind. Um schnellstmöglich mit geeigneten Behandlungen beginnen und dem Problem dezidiert auf den Grund gehen zu können, kann eine Einleitung ratsam sein.
  • Dein Kind ist überdurchschnittlich groß. Je größer das Kind, desto schwerer ist die Geburt. Bei einem besonders großen Baby raten viele Ärzte daher zur frühen Einleitung.
  • Das Baby bewegt sich weniger als zuvor. Kann der Arzt keine Ursache für die Verhaltensänderung erkennen, empfiehlt sich die zügige Geburt zur Abklärung möglicher Ursachen.
  • Du erwartest Mehrlinge. Um der Unterversorgung einer oder mehrerer Babys vorzubeugen und die Mutter zu entlasten, raten Ärzte häufig zu einer Einleitung vor dem errechneten Termin.
  • Sonstige auffällige Befunde lassen auf ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Tod im Mutterleib schließen. Stellt der Arzt nach der 39. Schwangerschaftswoche ungewöhnliche und potenziell gefährliche Änderungen fest, rät er meist zur eingeleiteten Geburt. Auf diese Weise können mögliche Folgeschäden rechtzeitig ausgeschlossen werden.

Ursachen, die von der Mutter ausgehen

  • Du gehörst zu einer Risikogruppe. Bist Du über 40 Jahre alt, hast Bluthochdruck, leidest an Diabetes Typ 1, Typ 2 oder bist an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt, ist die Gefahr von Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt grundsätzlich erhöht. Mit einer eingeleiteten Geburt lässt sich das Risiko von Schäden verringern.
  • Du bist an einer Leberfunktionsstörung erkrankt. Nach der Geburt verschwinden die typischen Beschwerden der intrahepatischen Schwangerschaftscholestase von alleine und die Leber arbeitet wieder problemlos. Eine Einleitung wird daher häufig empfohlen.
  • Bei einer Schwangerschaftsvergiftung, fachsprachlich Präklampsie, kann das rechtzeitige Geburt einleiten je nach Form und Verlauf der Erkrankung mitunter das Leben von Mutter und Kind retten. Ob diese Maßnahme notwendig ist, entscheidet der Arzt von Fall zu Fall individuell.
  • Du wünscht Dir eine Einleitung der Geburt. Aus medizinischer Sicht spricht ab der 40. Schwangerschaftswoche generell nichts dagegen, die Geburt einzuleiten. Erwägst Du eine solche Einleitung, solltest Du Dich über die Vor- und Nachteile der Maßnahmen genau informieren und Dich sorgsam mit den verschiedenen Methoden auseinandersetzen.

Geburteinleitende Maßnahmen

Nach längerer Überlegung und ausführlicher Rücksprache mit dem Arzt ist die Entscheidung gefallen: Die Geburt soll umgehend eingeleitet werden. Doch wie und mit welchen Mitteln können Wehen ausgelöst werden?

In der Klinik stehen dem Fachpersonal verschiedene Methoden offen, mit denen die Wehentätigkeit künstlich angeregt werden kann. Abhängig von der individuellen Situation kommt grundsätzlich entweder die Gabe von wehenanregenden Medikamenten oder der Einsatz mechanischer Verfahren in Betracht.

Welche Geburtseinleitungs-Methode wann standardmäßig zum Einsatz kommt, erfährst Du in der folgenden Übersicht.

Künstliche Methoden der Geburtseinleitung (Medikamente & mechanische Methoden)

Mit Wehentropf (Infusion / Spritze)

Ist der Muttermund bereits wenige Zentimeter geöffnet und bleiben die Wehen dennoch aus, wird bei der Einleitung einer Geburt meist das „Wehenhormon“ Oxytocin in Form von Infusionen verabreicht. Bei einer hohen Konzentration des Hormons im Blut werden automatisch Kontraktionen der Gebärmutter und damit Wehen ausgelöst.

Bis das Mittel wirksam wird, können allerdings einige Stunden vergehen. Da die nötige Dosis des Medikaments permanent angepasst werden kann und das Wohlergehen des Babys während der Gabe zudem ständig überwacht wird, besteht kaum die Gefahr einer Überdosierung.

Mit Tabletten

Erscheint der Muttermund über den Geburtstermin hinaus nicht reif für die Geburt, können Tabletten oder Zäpfchen mit dem Wirkstoff Prostaglandin helfen. Der einem Hormon ähnliche Wirkstoff des Medikaments macht den Muttermund weich und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit des Eintretens natürlicher Wehen.

Zu beachten ist bei diesem Medikament die geringe Gefahr einer Überdosierung auf der einen und eines Ausbleibens der Wirkung auf der anderen Seite. Reagiert der Körper zu stark auf den Wirkstoff, kann sich die Frequenz der Wehen über das gewöhnliche Maß hinaus erhöhen. Erzielt das Medikament hingegen keine Wirkung, muss häufiger ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Vorsicht bei Cytotec-Tabletten

Cytotec ist ein Medikament, das eigentlich bei Magenblutungen verabreicht wird. Zufällig hat man entdeckt, dass es auch in der Lage ist, Wehen auszulösen. Obwohl es nicht für die Geburtshilfe zugelassen ist, wird/wurde es trotzdem dafür eingesetzt, weil es kostengünstiger war, als andere wehenfördernde Medikamente wie zB. Syntocinon.

Frauen mussten daher eine Einverständniserklärung unterschreiben, wenn Sie dieses Mittel zur Geburtseinleitung einsetzen wollten. Diese sah in etwa so aus:

Die Risiken und Nebenwirkungen des Medikaments können zum Wehensturm und überdurchschnittlich starken Schmerzen und Krämpfen führen.

Cytotec bzw. Misosprostol wurde 2006 von Pfizer vom Deutschen Markt genommen, aber ist weiterhin per Import verfügbar.

Quellen:
 https://www.greenbirth.de/de/geburts-abc/w/337-wehenmittel-beschreibung.html
 http://www.misoprostol.org/misoprostol_deutsch/
 https://www.mh-hannover.de/fileadmin/kliniken/zentrum_frauenheilkunde/download/Cytotec_Aufkl_rung.pdf

Mit Ballonkatheter

Ebenfalls geeignet für Schwangere mit noch unreifem Muttermund ist die mechanische Einführung eines Ballonkatheters. Der Ballon drückt auf den Muttermund, worauf der Körper häufig das Hormon Prostaglandin ausschüttet. Dieses löst wiederum die Reifung des Muttermundes und anschlie­ßend Wehen aus.

Wichtig: Die Methode darf nach einem Blasensprung nicht eingesetzt werden, da das Infektionsrisiko sonst zu stark steigt. Einige Schwangere empfinden den Katheter zudem als unangenehm.

Fruchtblasensprengung

Liegt das Baby optimal und ist der Muttermund bereits vollständig ausgereift, kann Ihr Arzt die Fruchtblase mechanisch mithilfe eines kleinen Hakens öffnen und damit den Blasensprung auslösen.

Da die Fruchtblasenöffnung mit einer hohen Infektionsgefahr verbunden ist, wird sie nur bei wenigen Schwangeren durchgeführt. Bleiben die Wehen anschlie­ßend aus, ist zusätzlich eine medikamentöse Einleitung unbedingt erforderlich.

Eipol-lösung

Hast Du schon ein Kind geboren? Dann ist die Eipol-Lösung eventuell für Dich geeignet. Bei diesem mechanischen Verfahren löst der Arzt die Fruchtblase behutsam mit den Fingern vom Gebärmutterhals.

Da die Methode bei nicht ausreichend gedehntem Gewebe schmerzhaft sein kann, muss sie bei einigen Schwangeren jedoch abgebrochen werden.

Natürliche Methoden der Geburtseinleitung

Aus medizinischer Sicht besteht kein zwingender Grund für die Einleitung, mit künstlichen Hormonen willst Du Deinen Körper auch nicht belasten – und dennoch wünscht Du Dir nichts sehnlicher als den Start der Geburt? In diesem Fall können Dir natürliche Methoden und seit Jahrzehnten bewährte Hausmittel zur Geburtseinleitung helfen.

Vielfach erprobt sind unter anderem diese Anwendungen:

Ananas essen

Das im Obst enthaltene Enzym Bromelain soll die Wehentätigkeit auf sanfte Art und Weise anregen. Die Wirksamkeit dieses verbreiteten Hausmittels ist allerdings nicht eindeutig belegt. Ausprobieren lohnt sich jedoch in jedem Fall: Wirkt das Enzym nicht, so nimmst Du mit dem gesunden Obst doch immerhin viele wertvolle Vitamine und Spurenelemente zu Dir.

Wehen anregenden Tee trinken

Eine positive Wirkung auf das Fortschreiten der Geburt wird unter anderem Zimt, Nelken, Eisenkraut, Ingwer, Minze und Kardamon nachgesagt. Um eine erkennbare Wirkung zu erzielen, solltest Du täglich mehrere Tassen trinken.

Sexuelle Kontakte mit Deinem Partner genießen

Neusten Studienergebnissen zufolge kann schon Küssen Wehen anregen. Mit Geschlechtsverkehr lässt sich eine noch stärker wehenfördernde Wirkung erzielen.

Ein mit einer Nelkenölmischung versetztes Tampon verwenden

Das Tampon sollte dabei in eine die Mandelöl, Nachtkerzenöl und Nelkenöl zusammengesetzte Mischung getunkt und anschlie­ßend für eine Stunde in die Scheide eingeführt werden. Vorsicht ist allerdings bei Allergien geboten. Um einer allergischen Reaktion vorzubeugen, sollte das Öl vor der Anwendung an einer neutralen Hautstelle getestet werden. Im Idealfall hältst Du vor dem Einsatz dieser Methode zudem Rücksprache mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme.

Bei einer Fußreflexzonen-Massage verwöhnen lassen

Die speziellen Massagegriffe sollen die Geburt beschleunigen.

Auf alternative Heilverfahren wie Akupunktur oder Homöopathie setzen

Auch diesen Verfahren wird eine wehenanregende Wirkung nachgesagt. Bevor sie zum Einsatz kommen, empfiehlt sich allerdings die Rücksprache mit dem Arzt.

Lesetipp: Wehen fördern: 15 Tipps, um die Geburt anzuregen

Geburt einleiten mit Hausmittel: Achtung bei diesen Methoden solltest Du vorsichtig sein

Neben den genannten, harmlosen Hausmitteln kursieren weitere Methoden der natürlichen Geburtseinleitung, denen Sie mit Vorsicht begegnen sollten. Einige Mittel sind schlichtweg nutzlos, andere können sogar schädliche Wirkungen nach sich ziehen.

Um sich nicht von falschen Versprechungen irritieren zu lassen, solltest Du diese angeblichen Wundermittel kennen:

Wehen-Cocktails

Hauptbestandteil der vielen Rezepte mit diesem Namen ist Rizinusöl, das mit verschiedenen Säften, Mandelmus oder gar Sekt und Schnaps gemischt wird. Fachleute warnen allerdings vor den negativen Folgen einer Einnahme. Ein Wehen-Cocktail kann zu heftigen Verdauungsproblemen führen. Die Mischungen sollten daher nur auf Anraten eines Arztes unter Aufsicht getrunken werden.

Einläufe

Ein Einlauf kann helfen, im letzten Schwangerschaftsdrittel verstärkt auftretende Verstopfungen zu lösen – doch bei der Einleitung einer Geburt lassen sich damit in der Regel keine Effekte erzielen.

Scharfes Essen

Stark gewürzte Speisen sollen den Körper angeblich zur Wehentätigkeit anregen. Bewiesen ist dieser Zusammenhang allerdings nicht.

Risiko einer eingeleiteten Geburt

Spricht ein Arzt das Thema „Geburt einleiten“ an, löst das bei vielen Schwangeren zunächst Besorgnis aus. Experten geben jedoch teilweise Entwarnung. Wenn die Geburtseinleitung unter professioneller Aufsicht in einer gut ausgestatteten Klinik durchgeführt wird, sind die Risiken für schmerzhafte Folgen bei den gängigen Methoden minimal.

Eine eingeleitete Geburt wird allerdings oft als schmerzhafter empfunden und kann mehr Zeit in Anspruch nehmen als eine gewöhnliche Entbindung.

Verantwortlich dafür ist die fehlende hormonelle Vorbereitung des Körpers. Er hat nicht genug Zeit, schmerzstillende Hormone wie Endorphin in ausreichender Menge zu produzieren.

Auch für das Baby bedeutet der Eingriff in die natürlichen Abläufe mehr Stress. Einige Studien weisen zudem auf eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt hin, wenn die Geburt zuvor eingeleitet wurde.

Welche Beschwerden darüber hinaus im Zusammenhang mit den einzelnen Methoden vereinzelt auftreten, kannst Du im oberen Abschnitt (Methoden der Geburtseinleitung) nachlesen.

Geburt einleiten ja oder nein – die wichtigsten Vor- und Nachteile

Ist die Einleitung der Geburt nun der richtige Schritt für mich und mein Baby?

Stehst Du vor der konkreten Entscheidung für oder gegen den Eingriff, solltest Du folgende Vor- und Nachteile abwägen:

Vorteile

  • Bei Risikoschwangerschaften, bestimmten Erkrankungen der Mutter oder Entwicklungsproblemen beim Baby kann die Einleitung der Geburt die Gefahr von Folgeschäden wesentlich verringern.
  • Der künstliche Eingriff kann im Extremfall sogar das Leben des Ungeborenen retten.
  • Nach einer komplizierten Schwangerschaft kann die eingeleitete Geburt eine echte Erlösung für Mutter und Kind darstellen.
  • Bei einer eingeleiteten Geburt wirst Du und Dein Baby medizinisch bestens überwacht und das Risiko von schweren Folgen ist vergleichsweise gering.

Nachteile

  • Jede künstliche Einleitung greift in natürliche Abläufe ein und initiiert damit einen Prozess, auf den der Körper noch nicht ganz vorbereitet war.
  • Eingeleitete Geburten werden im Durchschnitt als schmerzhafter wahrgenommen und können länger dauern. Aus diesem Grund erhalten werdende Mütter öfter schmerzstillende Medikamente.
  • In einigen Fällen wird von einer Geburtseinleitung dringend abgeraten. Dazu gehören die Fehllage der Plazenta, eine Herpesinfektion der Mutter, ein Nabelschnurvorfall, eine Infektion der Gebärmutter und gewisse zurückliegende Operationen. Liegen Allergien gegen wehenauslösende Medikamente vor, kommt das Einleiten ebenfalls nicht in Betracht.

Häufige Fragen und Antworten zur Geburtseinleitung

Ab wann sollte eine Geburt eingeleitet werden?

Liegen keine medizinischen Gründe vor, wird eine Einleitung der Geburt frühstens ab der 40. Schwangerschaftswoche empfohlen und erst ab der 41. Woche angeraten. Bei Risikoschwangerschaften oder akuten Schwierigkeiten, kann eine Einleitung allerdings schon ab der 37. Woche sinnvoll sein.

Wie lange dauert die Geburtseinleitung?

Die Dauer einer Geburt ist grundsätzlich höchst individuell und kann daher nicht allgemein vorausgesagt werden. Ob und wie stark sich der Ablauf durch die künstliche Einleitung verlängert oder verkürzt, lässt sich dementsprechend kaum abschätzen. Da bei den gängigen Methoden stets eine gewisse Zeit bis zur Wirksamkeit des Verfahrens eingerechnet werden muss, verlängert sich die Geburt allerdings meist um eine gewisse Zeit. Werden Medikamente eingesetzt, sind mindestens sechs Stunden bis zum Einsetzen der ersten Wehen einzuplanen. Eine Reaktion des Körpers kann aber auch erst nach 24 Stunden eintreten.

Wer entscheidet darüber, ob und wie die Geburt eingeleitet wird?

Die Entscheidung für oder gegen die Geburtseinleitung liegt grundsätzlich bei der werdenden Mutter. Der behandelnde Arzt wird Dir die individuellen Argumente für den Eingriff im Einzelfall jedoch ausführlich erklären und dich so bei der Entscheidungsfindung unterstützen.

Wie schmerzhaft ist die Geburtseinleitung?

Wird die Geburt mithilfe von Medikamenten eingeleitet, verursacht das per se keine zusätzlichen Schmerzen. Mechanische Methoden sind generell ebenfalls schmerzfrei, können aber mitunter als unangenehm wahrgenommen werden. Stärkere Schmerzen sind bei einigen Methoden hingegen im Verlauf der Geburt möglich, wenn die Wehen infolge der veränderten Hormonlage in kürzeren Abständen auftreten und stärker ausfallen.

Warum wird auch beim Kaiserschnitt die Geburt eingeleitet?

Was sich zunächst merkwürdig anhört, hat einen wichtigen Grund. Aktuelle Forschungen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wehen das Baby auf die Geburt und damit das Leben außerhalb der Gebärmutter vorbereiten. Bekommt die Mutter vor dem Kaiserschnitt beispielsweise durch einen Wehentropf ausgelöste Wehen, atmen Kaiserschnittbabys durchschnittlich besser als Kinder, bei denen zuvor keine Einleitung stattfand.

Bekomme ich eine PDA nachdem die Geburt bereits eingeleitet wurde?

Ist die Geburt erfolgreich eingeleitet, verläuft sie genauso wie eine normale Geburt. Schmerzstillende Verfahren wie eine PDA können daher selbstverständlich eingesetzt werden. Automatisch werden derartige Behandlungen aber nicht verwendet. Sie erfolgen stets mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung.

Ist die Einleitung der Geburt auf Wunsch möglich?

Hast Du mindestens die 39. Schwangerschaftswoche erreicht und sprechen keine medizinischen Gründe vonseiten der Mutter oder des Babys dagegen, kannst Du Dich nach Absprache mit dem Arzt für eine Einleitung entscheiden. Vorher solltest Du allerdings die Vor- und Nachteile dieses Eingriffs in natürliche Abläufe genau abwägen.


Dieser Artikel wurde verfasst von Chistoph Leitner, der unter Traumfamilie.com einen Online Ratgeber zum Thema Kinder & Familie schreibt.


Bild:

@Nutlegal – bigstockphoto.com

 

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