Beschwerden, Schwangerschaft

6 hilfreiche Tipps bei Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft

Frau Mit Kreislaufprobleme In Der Schwangerschaft

Sehr oft bekomme ich in meinem Umfeld mit, dass schwangere Frauen häufig unter Kreislaufproblemen leiden. Vielleicht gehörst du auch dazu und hast dich gefragt, woher diese Symptome kommen?

Die Umstellung Deines Körpers durch die Schwangerschaft

Dass in Deinem Körper überhaupt neues Leben entstehen kann, halte ich für das größte Wunder auf der Welt. Dein Körper ist in der Lage, Großes zu vollbringen und – mit etwas Hilfe- einen neuen Menschen zu erschaffen. Damit dies auch gelingt und Dein Körper bestens für die neue Aufgabe ausgerüstet ist, muss er sich ein bisschen umstellen.

Diese Umstellung betrifft sämtliche Gefäße, da dein Körper nicht nur Dich, sondern zudem einen neuen, kleinen Menschen versorgen muss.

Die Umstellung des Kreislaufs

Ich erfahre häufig, dass es Schwangeren gerade in den ersten Wochen kreislauftechnisch schlecht geht. In den ersten Wochen ist Dein Körper schließlich damit beschäftigt, sich auf die „Unterbringung“ des neuen Erdenbewohners zu spezialisieren und umzustellen. Dein ungeborenes Kind muss mit Nährstoffen, Blut, Sauerstoff und vielerlei mit versorgt werden und ist komplett von deinem Körper abhängig.

Damit dein Kind über Dein Blut entsprechend versorgt werden kann und Stoffwechselabbauprodukte aus dem Kreislauf entfernt werden können, müssen neue Blutgefäße gebildet werden, um die Massen bewältigen zu können. Hierbei steigert sich das Blutvolumen um etwa 25%.Dieser Umbau wird durch das Hormon Progesteron angeregt, dieses steigt im Laufe der Schwangerschaft weiter an und bleibt bis zur Geburt auf einem erhöhten Level bestehen. Durch diesen Umbau vergrößert sich das gesamte Volumen der Gefäße und dadurch kommt es meist zu Kreislaufproblemen.

Je nach Stadium der Schwangerschaft werden auch einzelne Organe deines Körpers besonders stark durchblutet. Dies betrifft vor allem die Gebärmutter, aber auch die Nieren, das Becken oder die Brust. In diesem Kontext kann es dazu kommen, dass an anderen Stellen deines Körpers das Blut dann „fehlt“ und es zu Kreislaufproblemen kommt.

Zu Kreislaufproblemen kann es zudem kommen, wenn Dein Körper bei der Umstellung nicht genügend neues Blut produziert und somit die Sauerstoffversorgung von Dir und Deinem Kind nicht ausreichend gesichert ist. Dabei handelt es sich um eine temporäre Blutarmut, die auch als Anämie bezeichnet wird.

Welche Symptome treten bei Kreislaufproblemen auf?

Als Symptome bei Kreislaufproblemen während der Schwangerschaft treten vor allem Schwindel oder ein Gefühl des Unwohlseins auf. Hinzu kommen messbare Anzeichen wie ein niedriger Blutdruck.

Etliche Frauen berichten, dass sie das Unwohlsein nach dem Aufstehen bemerken oder wenn sie länger gelegen oder gesessen haben. Vielleicht kannst du diese Erfahrungen sogar bestätigen.

Möglichweise verspürst du auch leichte oder mittelschwere Kopfschmerzen, sowie Herzrasen. Diese Anzeichen kommen daher, weil Dein Körper Dich besser durchbluten möchte und damit der Herzschlag ansteigt. Zudem nennen sehr viele Schwangere oft das Gefühl, dass ihr Blut in den Beinen versackt.


Sind die Kreislaufprobleme gefährlich?

Selbstverständlich machst du dir Sorgen um dein ungeborenes Kind und dich, wenn du ein paar Mal das Gefühl von Schwindel erlebt hast. Jedoch kann ich dich beruhigen: in den allermeisten Fällen sind diese Kreislaufprobleme zwar lästig, aber im Verlauf der Schwangerschaft vollkommen normal.

Es kann sein, dass die Probleme nach den ersten Wochen deiner Schwangerschaft verschwinden, manche Frauen haben dieses Glück leider nicht. Sie müssen sich die komplette Schwangerschaft mit Kreislaufproblemen herumärgern.

Vorsicht ist hingegen geboten, wenn du beispielsweise in Ohnmacht fällst. Dabei können du und dein Kind euch verletzen. Bei deinem Frauenarzt solltest du abklären lassen, ob sich Schwindel oder Ohnmacht tatsächlich auf den niedrigen Blutdruck zurückführen lassen oder ob etwas anderes, wie zum Beispiel ein zu hoher Blutdruck oder Blutzuckerprobleme.

Dein Arzt wird dich dahingehend aufklären, wenn ein niedriger Blutdruck- wie in den meisten Fällen- die Ursache ist, musst du nicht nach einer erneuten Schwindelattacke zum Arzt.

Solltest du aufgrund eines Ohnmachtsanfalles gestürzt sein, solltest du auf jeden Fall ins Krankenhaus, bzw. deinen Arzt aufsuchen. So wird sichergestellt, dass mit dir und deinem Kind alles in Ordnung ist.

Diese 6 Tipps helfen gegen Kreislaufprobleme während der Schwangerschaft

Ausreichend und viel Trinken

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass du einiges dafür tun kannst, um einem schwankenden Kreislauf vorzubeugen und dein Wohlbefinden zu steigern. Zunächst solltest du darauf achten, genügend über den Tag verteilt zu trinken. Hierzu eignen sich zum Beispiel stilles Wasser, selbst gemischte Fruchsaftschorlen oder ungesüßte Tees sehr gut.

Wenn du dazu neigst, das Trinken „zu vergessen“, kannst du dir auf deinem Smartphone zum Beispiel eine Erinnerung einrichten oder dir ein leeres Glas neben den Kühlschrank stellen.

Meide hingegen zuckrige Softdrinks wie Cola, Eistee und Co. Auch Kaffee sollte nicht in Mengen auf deinem Getränkeplan stehen.

Nimm dir auch für unterwegs stets etwas zu trinken in deiner Handtasche mit.

Achte auf die Ernährung

Auch eine ausgewogene und vor allem regelmäßige Ernährung kann dafür sorgen, dass dein Kreislauf nicht so schnell schlapp macht. Damit dein Blutzuckerspiegel über den Tag hinweg nicht zu sehr schwankt, kannst du dir kleine Snacks zwischendurch gönnen. Dazu zähle ich jedoch nicht unbedingt einen Schokoriegel, sondern beispielsweise einen Naturjoghurt mit Früchten oder eine Handvoll Nüsse oder Studentenfutter.

Auch dein Lieblingsobst kann eine süße Zwischenmahlzeit sein. Wenn du häufig unterwegs bist, solltest du dir auch einen Snack für zwischendurch einpacken. Fleisch oder Fisch (zum Beispiel gebratener Lachs, kein roher!) ist ebenfalls nährreich, da er mit Omega-3-Fettsäuren angereichert ist. Sprich auf jeden Fall mit deinem Frauenarzt/deiner Frauenärztin, wenn du dir unsicher bist.

Bewegung

Sofern dein Arzt nichts einzuwenden hat und deine Schwangerschaft unkompliziert verläuft, kannst du dich auf jeden Fall körperlich betätigen, um deinen Kreislauf anzukurbeln.

Du kannst zum Beispiel einen gemütlichen Spaziergang unternehmen, Rad fahren oder dich an Yoga-Übungen versuchen. Auch regelmäßiges Schwimmen kann helfen, deinen Kreislauf in geregelte Bahnen zu lenken.

Wichtig ist vor allem, dass du dich nicht zu sehr überanstrengst und bei Bedarf Ruhepausen einlegst.

Massagen

Massiere beispielsweise deine Beine oder lasse dich von deinem Partner massieren. Ihr könnt hierzu entweder einen Igel- oder Tennisball nutzen. Massiert auf jeden Fall immer zum Herzen hin und lass dich so massieren, dass du ein angenehmes Gefühl verspürst.

Wenn du dich in einem frühen Stadium deiner Schwangerschaft befindest, kannst du dich auch professionell massieren lassen. In einem höheren Trimester der Schwangerschaft achte darauf, dass die Masseurin extra für schwangere Kundinnen ausgebildet ist. Auch eine Fußmassage kann wahre Wunder bewirken.

Wechselduschen

Um deinen Kreislauf in Schwung zu bringen, eigenen sich nach meiner Erfahrung auch Wechselduschen sehr gut. Beginne zunächst mit einem lauwarmen Duschstrahl, dann mit einer kühleren Wassertemperatur und führe den Duschstrahl immer in Richtung Herz. Schließe die Wechseldusche stets mit einem kühlen Strahl ab.

Sorge für Entspannung

Du musst und solltest deinen Körper auch nicht zu sehr beanspruchen oder fordern, wenn du dich nicht dazu in der Lage siehst. Lege stattdessen auch mal Pausen ein und bitte zum Beispiel deinen Mann, deine Mutter oder Freundin, dir ein bisschen im Haushalt zu helfen, wenn nötig. Lege regelmäßig Pausen ein, wenn du das Gefühl nach Ruhe verspürst und lege zum Beispiel einfach mal die Beine nach oben auf der Couch.

Du siehst also, dass du dir im Normalfall keine großen Sorgen bezüglich der Kreislaufprobleme machen solltest. Beherzige die Tipps und spreche bei Unklarheiten oder Unsicherheiten auf jeden Fall immer mit deiner Ärztin/deinem Arzt.


Bild:

©AntonioGuillem – bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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