Beschwerden, Schwangerschaft

Warum kommt es zum Gewichtsverlust in der Schwangerschaft?

Gewichtsverlust in der Schwangerschaft

In meiner ersten Schwangerschaft nahm ich insgesamt 17 kg zu – und in der Stillzeit schnell wieder ab. In meiner zweiten Schwangerschaft verlor ich zunächst Gewicht – denn in den ersten 15 Wochen war mir fast durchgehend übel. Und dabei dachte ich, man darf in der Schwangerschaft nicht abnehmen! Dass ein Gewichtsverlust in der Schwangerschaft, vor allem im ersten Trimester, aber nicht unbedingt problematisch ist, zeigt der ansonsten unauffällige Verlauf meiner weiteren Schwangerschaft.

Gewichtsabnahme in der Frühschwangerschaft

Tatsächlich kommt es in ersten Trimester bei vielen Frauen vor, dass sie nicht zunehmen oder sogar ein paar Kilo verlieren. Auch in der „Normalkurve“ der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist eine Zunahme in den ersten 12 Wochen nicht unbedingt angedacht. Wenn Du also, wie ich, in dieser Zeit abnimmst, brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Wichtig ist, dass Du dich gesund und ausgewogen ernährst, sodass der Fötus alle Nährstoffe hat, die er für seine frühe Entwicklung braucht.

Gewichtsverlust im zweiten und dritten Trimester

Echte Gewichtsreduktion oder vorübergehender Verlust?

Wenn Du Deinen weiteren Gewichtsverlauf in der Schwangerschaft überprüfst, solltest Du die Begriffe Gewichtsverlust und Gewichtszunahme nicht auf täglicher Basis anwenden. Denn es gibt verschiedene Gründe, warum sich Dein Gewicht über Nacht in die eine oder andere Richtung verändert. Vielleicht hast Du mehr oder weniger getrunken, warst im Gegensatz zum Vortag bereits auf der Toilette, bevor Du Dich gewogen hast, oder Du hast Wassereinlagerungen verloren oder angelegt.

Beachte außerdem, dass Waagen meist verschieden geeicht sind. Eine starke Gewichtsabnahme ist vielleicht auch einer anderen Waage geschuldet?

Kurz gesagt: Ein plötzlicher Gewichtsverlust in der Schwangerschaft bedeutet also nicht gleich, dass Du tatsächlich Fett bzw. Muskelmasse verlierst. Nur, wenn Du dauerhaft und schrittweise Dein Gewicht reduzierst, kann man von einem Gewichtsverlust in der Schwangerschaft sprechen.

Ist abnehmen in der Schwangerschaft schlimm?

Aber auch dann ist es noch nicht zwangläufig eine Tragödie, ungewollt abzunehmen in der Schwangerschaft. Wichtig ist, ob sich das Kind altersgerecht und unauffällig entwickelt. Das heißt, Du solltest auf jeden Fall einen Gynäkologen aufsuchen und Dich gründlich untersuchen lassen.

Woran liegt es, dass Du Gewicht verlierst? Übelkeit? Steckt eine Erkrankung dahinter? Oder nimmst Du einfach zu wenig Nahrung auf, sodass die Fettreserven angegriffen werden?

Gewichtsverlust relativ sehen

Wichtig ist immer auch Dein Ausgangsgewicht. Bei Untergewichtigen ist ein Gewichtsverlust in der Schwangerschaft viel problematischer, da kaum Fettreserven vorhanden sind – auch für die Stillzeit. Hier sollte deshalb gezielt mit einem Ernährungsplan und entsprechenden Nahrungsmitteln dagegen gewirkt werden.

Bei Übergewichtigen ist ein Gewichtsverlust in der Schwangerschaft vielleicht nicht weiter problematisch – vorausgesetzt, sie hat keine krankheitsbedingten Ursachen und das Baby ist trotzdem mit allen Nährstoffen versorgt, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Gewichtsabnahme am Ende der Schwangerschaft

In den letzten Wochen Deiner Schwangerschaft nimmt Dein Baby rasant schnell zu. Gleichzeitig nimmt aber auch Dein Magenvolumen ab, denn der Platz im Bauchraum wird langsam eng. So kann es passieren, dass Du einfach nicht mehr genug Nahrung aufnehmen kannst, um Dein Gewicht zu halten.

Diäten sind in der Schwangerschaft tabu

Was Du niemals tun solltest, ist gezieltes Abnehmen in der Schwangerschaft. Denn das kann gefährlich für Dein Baby werden. Denn wenn Du nicht genügend Nährstoffe aufnimmst, kannst Du sie auch nicht an Dein Baby weiter geben. Zusätzlich sendest Du Deinem Körper klare Signale: Es steht nicht genug Nahrung zur Verfügung, um ein Kind groß zu ziehen. Die Folge kann, wie bei stark untergewichtigen oder magersüchtigen Frauen, ein natürlicher Abgang des Fötus sein.

Wie viel Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist normal?

„Normalkurven“ setzen für schwangere Frauen eine Gewichtszunahme von 12-16 kg an. Das ist aber eher ein Orientierungswert. Bei sehr kleinen Frauen zum Beispiel können auch 10 kg völlig natürlich sein, bei großen, schlanken auch mal 20 kg.

Aufgeteilt ist die etwaige Gewichtszunahme pro Woche dabei nach Trimestern. Während im ersten Trimester keine Zunahme angedacht ist, solltest Du im 2. Trimester 250-300 Gramm pro Woche und im 3. Trimester bis zu 500 Gramm pro Woche zunehmen.

Denn natürlicherweise muss eine Frau in der Schwangerschaft zunehmen, immerhin erhöht sich ihr Gewicht schon um einige Kilogramm durch mehr Blut, Fruchtwasser, Gebärmutter, Mutterkuchen, Fötus. Wenn sie also nicht zunimmt, kommt das einer Fettabnahme gleich – sie hat entsprechend des Gewichtes von Kind, Gebärmutter etc. Fett oder Muskelmasse abgenommen. Wenn Du also insgesamt in der Schwangerschaft sogar abnimmst, kommt das einem wirklich nennenswerten Gewichtsverlust gleich.

Hier eine kurze Übersicht, wie sich die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft in etwa zusammensetzen soll:

Gebärmutter  1.000 g
Brust 400 g
Blut 1.250 g
Wassereinlagerungen  1.700 g
Fett 3.000 g
Fötus 3.400 g
Plazenta 650 g
Fruchtwasser 800 g
Summe 12.200 g

Bei stark übergewichtigen Schwangeren kann es tatsächlich vorkommen, dass sie Fett verlieren, weil sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten.

Die Risiken von Gewichtsverlust in der Schwangerschaft

Doch wie geht der Frauenarzt eigentlich bei einem Gewichtsverlust in der Schwangerschaft vor? Er wird per Ultraschall eingehend prüfen, ob der Fötus an Gewicht zunimmt oder in seinem Wachstum stagniert. Im zweiten Fall muss die Frau sofort stationär ins Krankenhaus aufgenommen und entsprechend versorgt werden. Zunächst einmal wird die Frau per Infusion ernährt und der Fötus weiter überwacht. Kann keine Ursache ermittelt werden und das Wachstum stagniert weiter, wird eventuell eine frühzeitige Entbindung eingeleitet.

Eine engmaschige Kontrolle ist also wichtig, denn ansonsten können kindliche Schäden oder eine Frühgeburt die Folge sein.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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