Schwangerschaft

Baden in der Schwangerschaft – Das solltest Du unbedingt wissen

Baden in der Schwangerschaft - Das solltest Du unbedingt wissen

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich in meiner ersten Schwangerschaft zum ersten Mal schwimmen war. Das Wasser war herrlich entlastend für meine Gelenke und vor allem für den Rücken. Naheliegend, dass warmes Wasser in der Badewanne einen mindestens so wohltuenden Effekt hat. Aber ist Baden in der Schwangerschaft gut?

Die Antwort ist ein klares Ja – aber. Ein paar Kleinigkeiten solltest Du wissen, um auf Nummer sicher zu gehen. Per se gefährlich ist Baden im normalen Rahmen aber zu keinem Zeitpunkt in der Schwangerschaft. Solltest Du also bereits in der heißen Wanne gelegen haben, musst Du Dir also keine Sorgen machen. 

Heiß baden in der Schwangerschaft

Belastend für den Kreislauf

Das Hauptproblem beim Baden in der Schwangerschaft ist der Kreislauf bei sehr warmem und langem Baden. Denn durch die Wärme erweitern sich die Gefäße, die durch die Schwangerschaftshormone ohnehin bereits größer sind als gewöhnlich. Dadurch sinkt der Blutdruck und der Kreislauf kann absacken. Die Folge ist ein starkes Schwindelgefühl bis hin zur Ohnmacht, wenn Du wieder aus der Badewanne aufstehst. Sturzunfälle in der Schwangerschaft wiederum können gefährlich werden für Dein Baby, wenn Du auf den Bauch fällst.

Löst Baden Wehen aus?

In den letzten Schwangerschaftswochen kann Baden in der Schwangerschaft wehenfördernd sein. Das funktioniert aber nur, wenn der Körper schon Wehenbereitschaft zeigt, bzw. bei vorzeitigen Wehen. Das heißt, die Geburtswehen auslösen kann ein heißes Bad nur, wenn die Gebärmutter bereits zu Kontraktionen bereit ist. Bei termingerechten Geburtswehen ist das kein Problem, bei vorzeitigen Wehen natürlich schon.

Es macht also womöglich einen großen Unterschied, ob Du im ersten Trimester oder in der 39. SSW badest. Wenn der Körper noch nicht bereit ist für Wehen, kann auch warmes Wasser nichts auslösen. Deshalb ist es auch Quatsch, dass Baden in der Frühschwangerschaft eine Fehlgeburt auslösen könnte.

Was muss ich als Schwangere beim Badezusatz beachten?

Auch manche ätherische Öle wie Kampfer- oder Nelkenöl haben angeblich wehenfördernden Effekt. Im Zweifel solltest Du auf derartigen Badezusatz in der Schwangerschaft also besser verzichten. Wenn Du schwangerschaftsbedingt zu sehr trockener Haut neigst, solltest Du aber etwas Öl ins Badewasser geben bzw. Dich danach gut einölen, um der Haut genug Fett zurückzugeben. Denn warmes Wasser trocknet die Haut aus.

Baden lindert Übungs- und Vorwehen

Manchmal wird ein warmes Bad auch als „Wehentest“ benutzt. Denn Übungs- oder Vorwehen lassen durch Wärme in aller Regel nach, während echte Geburtswehen davon unbeeinflusst bleiben.

Wenn Du beim Baden am Ende der Schwangerschaft also gleichbleibende und regelmäßige Wehen verspürst, solltest Du ins Krankenhaus fahren oder Deine Hebamme anrufen.

Ist heißes Baden bei 40 Grad gefährlich für Schwangere?

Aber was passiert eigentlich, wenn man bei 40 Grad in der Schwangerschaft badet? Empfohlen wird meist, nicht wärmer als 38°C zu baden, teilweise lauten die Empfehlungen sogar, nur 34 bis 35°C warmes Wasser zu nutzen.

Vielleicht gehörst Du aber zu den Frauen, für die die Badewanne wie bei mir richtig heiß sein muss?

Studienergebnisse legen nahe, dass eine Erhöhung der Kerntemperatur in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten zu Fehlgeburten und Fehlbildungen führen kann. Das bedeutet keinesfalls, dass ein heißes Bad automatisch eine Fehlbildung auslöst. Es bedeutet aber, dass Du auf Nummer sicher gehst, wenn Du erst nach der 12. Schwangerschaftswoche heiß badest. Dasselbe gilt übrigens auch für heiße Duschen, die länger als 15 Minuten andauern.

Eine Erhöhung der Körpertemperatur, das solltest Du wissen, kann nur stattfinden, wenn die Badetemperatur höher ist, als die Körpertemperatur. Diese liegt etwa zwischen 36,5 und 37,5 Grad. Ein Baden bei weniger als 36°C ist also völlig unnötig.

Fazit: Vorsichtig sein

Es lässt sich also sagen: Beim Baden in der Schwangerschaft solltest Du auf Dich und Deinen Bauch hören und vorsichtig vorgehen. Wenn Du nicht über 38°C und wenn möglich nur 10-15 Minuten badest, ist das in jedem Fall in Ordnung. Von da weg kannst Du Dich langsam vortasten und sehen, wie Dein Kreislauf das heiße Wasser verkraftet. Wenn Du keinerlei Probleme hast, spricht auch nichts gegen ein ausgiebiges Bad – sofern Du schon in der 13. SSW oder später bist.

Geh beim Baden in der Schwangerschaft immer sicher, dass Du, wenn nötig, Hilfe hast. Achte auch darauf, vorher, während und nach dem Baden in der Schwangerschaft genug Flüssigkeit, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, zu trinken.

Schwimmen und Baden gehen in der SS

Baden in der Badewanne ist also okay. Was ist mit einer sommerlichen Abkühlung im Freibad oder einem erholsamen Tag im Thermalbad?

Schwimmen ist grundsätzlich Bewegung und damit gesund. Gegen Baden im Schwimmbad, in der Therme oder Baden im See in der Schwangerschaft spricht generell erst einmal nichts. Aufpassen solltest Du nur, wenn Du zu vaginalen Infektionen neigst. So etwas passiert in der Schwangerschaft schneller, da das saure Milieu der Vaginalflora durch die Hormone verändert ist. Dann empfiehlt Dir Dein Arzt aber vermutlich ohnehin, auf den Schwimmbadbesuch zu verzichten. Denn eine vaginale Infektion kann im schlimmsten Fall zu den Eihäuten aufsteigen und vorzeitige Wehen auslösen.

Aufpassen solltest auch in Whirlpools, denn hier wird das Wasser nicht erneuert, sondern nur umgewälzt und über längere Zeit sehr warm gehalten. Bakterien lieben Wärme und darum befinden sich in Whirlpools in der Regel sehr viel davon.

Vorsichtig sein musst Du außerdem beim Saunabesuch. Während eine normale Sauna, bei der Du auf Deinem Handtuch sitzt, kein Problem ist, solltest Du Dampfbäder, bei denen Du nackt auf den Fliesen sitzt, meiden. Denn auch hier besteht die Gefahr einer vaginalen Infektion.

Thermalbäder haben meist verschieden warme Becken. Hier gilt analog zur Badewanne: Bei sehr heißem Wasser vorsichtig vortasten und im ersten Trimester der Schwangerschaft nicht über Körpertemperatur baden.


Bild: 

©Climbingphotografer – bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

1 Kommentar

  1. In meinen Schwangerschaften habe ich immer heiß gebadet und sehr lange. Mir hat es sehr geholfen, da ich zum Schluss viel mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte. Ich hasse außerdem zu kaltes Wasser 🙂
    Glücklicherweise hatte ich keine Probleme mit Kreislauf oder das es Wehen bei mir auslöst.

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