Familie

Überblick: Welche Vorsorge brauchen junge Familien?

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Seit einigen Wochen sind wir zu viert. Ein absolutes Wuschkind und wir sind überglücklich zu viert. Doch im Familienleben ist nicht alles mit Glücklichsein und Zuneigung erledigt – leider gibt es auch hier finanzielles und bürokratisches, um das man sich nun mal kümmern muss, damit das Familienglück auch in der Praxis nicht von Fremdfaktoren bedroht wird.

Da man häufig keinen Einfluss auf äußere Geschehnisse haben kann, ist es wichtig, zu einem bestimmten Maß vorzusorgen, damit man nachts ruhiger schlafen und das Leben in der Familie genießen kann. Wenn Du Dich auch fragst, wie Du am besten Deine Kinder schützen und für die Zukunft der Familie vorsorgen sollst, dann können meine folgenden Anregungen hoffentlich hilfreich sein.

Finanziell vorsorgen

Geld ist nicht alles im Leben und macht allein noch lange nicht glücklich. Doch leider ist es dennoch enorm wichtig, um die Familie dauerhaft zu unterstützen. Wer also Kinder hat oder Nachwuchs plant, sollte daran schon frühzeitig denken und speziell dafür Vorsorgerücklagen anlegen.

Da das durchschnittliche Alter von Eltern bei Geburten stetig steigt und heutzutage jenseits der 35 noch das Mutterglück möglich sein kann, muss man auch die Dauer der eigenen Karriere bedenken. Je älter man bei der Geburt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Kinder noch zuhause leben und man die gegebenenfalls noch unterstützen muss, wenn man bereits das Rentenalter erreicht hat.

Da man dann nur noch einen Anteil der vorherigen Einkünfte hat, wird es schwieriger, das Geld für die eigenen Kosten plus die Aufwendungen für Unterhalt und Ausbildung des Nachwuchses zusammen zu bekommen. Besonders dann ist es also wichtig, rechtzeitig Rücklagen zu bilden, um beispielsweise ein Studium des Kindes oder der Kinder zu finanzieren.

Aber auch ohne diesen Sonderfall sollte eine Ausbildungsrücklage möglichst früh begonnen werden. Je früher man so in die Zukunft investiert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass im Alltag einmal das Geld knapp wird. Im Idealfall setzt man zusätzlich eine Sparanlage an, die langsam aber sicher ein Privatvermögen für das Kind aufbaut.

Überblick: Welche Vorsorge brauchen junge Familien?

Wer eine Familie gründet, sollte auch auf jeden Fall langfristig über die Anschaffung von Wohneigentum nachdenken. Nicht nur lebt es sich als kleine oder große Familie in einem Eigenheim viel schöner und angenehmer – ein abbezahltes Haus ist sowohl eine gute Altersvorsorge, als auch eine gute Absicherung für die Zukunft der Familie, die gut vererbt werden kann.

Versicherungen

Eine weitere Form, um den Lebensunterhalt und das komfortable Familienleben abzusichern sind, wie es der Name schon sagt, Versicherungen. Sie sind praktisch eine Alternative für große finanzielle Rücklagen, die sich besonders lohnen können, sollte der von der Police abgedeckte Ernstfall eintreten.

Es gibt verschiedene Optionen, die insbesondere für Familien interessant sind:

Ausbildungsversicherung: Diese ist zu einem Teil eher als Geldanlage zu verstehen, die gut dafür geeignet ist, das Kapital für das Studium oder die Ausbildung eines Kindes aufzubauen. Der besondere Vorteil: Auch über die eigene Lebenszeit hinaus bleibt diese Versicherung bestehen und sichert so die Finanzierung der Ausbildung weiter.

Berufsunfähigkeit: Insbesondere, wenn die Familie von einem einzelnen Haupteinkommen abhängig ist, ist es eine wichtige Risikovorsorge – sollte der oder die Hauptverdiener*in aus irgendwelchen Gründen wie Krankheit oder einem Unfall den Beruf nicht mehr ausüben können, kann man so die Familie weiterhin finanziell unterstützen.

Lebensversicherung: Auch wenn niemand, besonders was die eigene Familie betrifft, an dieses Szenario denken möchte – so sind diese dennoch wichtige Aspekte des Familienlebens. Die Liebsten werden so im schlimmsten Fall wirtschaftlich gestützt. Eine Sterbegeldversicherung ist eine Alternative, die weniger Kapital benötigt, die einen kleineren Betrag im Todesfall auszahlt und so zumindest die finanzielle Belastung durch Bestattung und ähnliche Aufwendungen mindert.

Hausrat: Besonders Bei Naturkatastrophen oder einem Hausbrand greifen gewöhnliche Hausratversicherungen nicht – so kann es im schlimmsten Fall zu einer Existenzbedrohung kommen. Spezielle Versicherungen für diese Fälle können daher sehr wichtig sein, damit nach einem solchen Vorfall ein Neuanfang vereinfacht wird. Aber Achtung: Nicht überversichern – vielerorts sind beispielsweise Überschwemmungen oder Wasserschäden durch Natureinflüsse kaum denkbar und deshalb nicht wirklich notwendig.

Papierkram im Voraus erledigen

Natürlich schiebt man diese Gedanken am liebsten weit in den Hintergrund – da es sehr schwere Entscheidungen sind und niemand gerne an die Möglichkeit von schwerwiegenden Notfällen denken möchte, kann man dies auch gut verstehen.

Dennoch ist es ein noch größerer Alptraum, wenn man sich vorstellt, dass bei einem Ernstfall die geplante Zukunft der Familie auseinanderbricht, nur weil nicht richtig vorausgeplant wurde. Daher solltest Du dir, wenn möglich mit Deinem Partner, rechtzeitig die Zeit nehmen, um alle Angelegenheiten zu klären.

Unter anderem die folgenden Aspekte gilt es, bürokratisch im Voraus zu regeln:

Sorgerecht

Viele macht sich hierüber keine allzu großen Gedanken. Sowohl, weil es nicht besonders wahrscheinlich ist, dass beide Elternteile betroffen sind, als auch, da viele denken, dass automatisch die nächsten Verwandten das Sorgerecht erhalten. In der Praxis ist das zwar häufig so, aber es ist eben nicht garantiert – und für Alleinerziehende ist eine Bestimmung des Sorgerechts ohnehin absolut essentiell.

In solchen Fällen entscheidet nämlich ein Gericht unter Anleitung des Jugendamtes darüber, wer das Sorgerecht erhalten soll. Sind beispielsweise die Taufpaten als Vormund gewünscht, so muss das in einer Sorgerechtsverfügung vertraglich festgehalten werden. Auch einen zweiten Vormund in der Rangfolge sollte man, wenn möglich bestimmen, für den Fall, dass der erste Wunschkandidat das Sorgerecht nicht übernehmen kann.

Testament oder Erbvertrag

Damit das Vermögen, Wertpapiere und andere Dokumente auch korrekt vererbt werden, sollte man auch hier frühzeitig vorsorgen – und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt die notariell festgehaltenen Wünsche anpassen.

Auch, wer Immobilien und weitere Besitztümer erbt oder wie diese aufgeteilt werden, sollte man dringend festlegen. Hierfür gibt es verschiedene rechtliche Möglichkeiten, die man nutzen kann. Ein Testament regelt sämtliche Erbangelegenheiten, aber auch Wünsche bezüglich des Sorgerechts können darin ausgedrückt werden.

Ein Tipp: Es kann sinnvoll sein, das Sorgerecht und die Verwaltung des finanziellen Nachlasses für das Kind auf zwei verschiedene Personen aufzuteilen. So stellt man sicher, dass alle immer im Interesse der Nachkommen handeln. Ein Testament muss nicht notariell abgesichert werden – jedoch ist dieses Vorgehen empfehlenswert.

Ähnlich funktioniert ein Erbvertrag. Ein Vermächtnis hingegen regelt beispielsweise einzelne Aspekte, die über die gesetzlichen Erben hinausgehen – so müssen etwa bestimmte Gegenstände, die im Vermächtnis für eine darin festgehaltene Person bestimmt werden, von den Erben an diese übergeben werden.

Familie mit Baby holt sich finanzielle Beratung

Eine derartige Regelung des Nachlasses ist wichtig, damit die gesetzliche Erbfolge nicht der einzige Aspekt ist, der die Verteilung des Nachlasses bestimmt.

Noch ein Hinweis, falls größere Vermögen vermacht werden sollen: Mit Schenkungen, die recht hohe Freibeträge ermöglichen, kann man die Erbschaftssteuer umgehen. Damit die Schenkungssteuer nicht greift, muss man jedoch innerhalb einer zehnjährigen Frist unter dem Freibetrag bleiben und ebenfalls mindestens zehn Jahre vor dem Todesfall die Schenkung durchführen. Mit der richtigen Vorplanung kann man so jedoch ein recht großes Privatvermögen an Nachkommen weitergeben.

Vorsorgevollmacht

Im Krankheitsfall ist dringend eine Vollmacht nötig, um jegliche Entscheidungen, die die eigene Person betreffen, an eine andere Person weiterzugeben. Ohne eine solche Bevollmächtigung sind übrigens selbst die aktuellen Ehepartner in vielen Fällen nicht in der Lage, als gesetzliche Vertreter zu agieren – Eltern für ihre Kinder jedoch schon. Das betrifft nicht nur Pflege und Versorgung betreffende Entscheidungen, sondern auch finanzielle Aspekte wie Bankgeschäfte und Verträge.

Damit man der Familie so die Erledigung wichtiger Entscheidungen und Amtsgänge erleichtert und die Verwendung des Privatvermögens zur weiteren Versorgung ermöglicht, sollte man mit einer Vollmacht für eine vertraute Person vorbeugen.

Die andere Option an dieser Stelle ist eine Patientenverfügung – mit dieser legt man unveränderbar fest, was genau geschehen soll, wenn ein medizinischer Ernstfall auftritt. Damit legt man nicht nur die eigenen Interessen fest, man nimmt auch die Bürde einer sehr schweren Entscheidung von den Schultern der Angehörigen.

Auch ein Organspendeausweis hilft Deinen nächsten Angehörigen im Ernstfall, die richtige Entscheidung zu treffen und nimmt eine große Last von ihren Schultern.


Fazit: Man muss nicht alles vorsorgen, aber zumindest Gedanken machen

Ob all diese Versicherungen und Dokumente in Deinem Fall wirklich von Nöten sind, kannst Du selbst am besten entscheiden. Allerdings solltest Du, wenn Du etwas nicht möchtest, diese Entscheidung auch bewusst treffen und nicht nur, weil Du Dich nicht mit dem schlimmsten aller Szenarien beschäftigen möchtest. Denn für Deine Kinder können diese Entscheidungen lebensverändernd sein.


Bilder:

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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