Familie

Taschengeld-Tabelle 2019: Wie viel Taschengeld in welchem Alter?

Taschengeld Tabelle 2019

Früher oder später stellt sich in jeder Familie die Taschengeldfrage. Kinder brauchen in gewissem Rahmen ihr eigenes Budget, das sie selbst verwalten. Dadurch lernen sie selbstständig zu entscheiden, wann und wofür Sie Geld ausgeben und wie Sparen funktioniert. Es ist wichtig, dass Du Deinem Kind regelmäßig Finanzmittel zur Verfügung stellst, so es lernt mit ihnen umzugehen.

Vielleicht bist Du Dir unsicher, ab wann und in welcher Höhe Du Deinem Nachwuchs Taschengeld bezahlst. Als Orientierungshilfe haben die Jugendämter ihre aktuelle Taschengeldtabelle für das Jahr 2019 veröffentlicht.

Startschuss: Das erste Taschengeld

Du kannst Deinem Kind ab 4 bis 5 Jahren das erste Taschengeld zahlen. Schau Dir einfach individuell die Entwicklung von Deinem Nachwuchs an und lege dann den genauen Zeitpunkt entsprechend fest.

Idealerweise startest Du zunächst mit ein etwa 50 Cent bis zu 1 Euro in der Woche für ein Kind mit 5 Jahre. So bekommt Dein Sprössling ein erstes Gefühl für Preise. Stolz wie Bolle wird er sich das Lieblingseis ab sofort selbst kaufen. Bis zum 10. Geburtstag kannst Du das Taschengeld jährlich erhöhen und rund 50 Cent pro Woche mehr bezahlen.

Warum gibt es Taschengeld?

Taschengeld gibt es vor allem aus erzieherischen Gründen und um Kinder den Umgang mit Geld beizubringen.

Gründe und Vorteile von Taschengeld:

  • Kinder lernen Geld einzuteilen
  • Entwicklung von Verantwortung und Selbstständigkeit
  • Keine Benachteiligung ggü. anderen Kindern, die Taschengeld erhalten
  • Wirtschaftliches Handeln und Planen lernen
  • Lernen durch eigene Erfahrungen (und Fehler) bei freier Verfügung des Geldes

Taschengeld Tabelle: Wie viel Taschengeld in welchem Alter?

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat mit ihrer Publikation „Taschengeld und Gelderziehung. Eine Expertise zum Thema Kinder und ihr Umgang mit Geld mit aktualisierten Empfehlungen zum Taschengeld.“ Taschengeldempfehlungen für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Das Dokument kann man sich hier kostenlos herunterladen und lesen.

Aktuelle Taschengeldtabelle 2019: Welche Höhe bis zu welchem Alter?

Empfehlung für Monatliches Taschengeld

Wie viel Taschengeld pro Monat?

Taschengeld Tabelle: Empfehlung für monatliches Taschengeld
Aktuelle Taschengeldempfehlung des Deutschen Jugendinstituts mit aktualisierten Zahlen
Alter Taschengeld Empfehlung pro Monat (Minimal) Taschengeld Empfehlung pro Monat (Maximal)
5 2 € 4 €
6 4 € 6 €
7 6 € 8 €
8 8 € 10 €
9 10 € 12 €
10 15,50 € 18 €
11 18 € 20,50 €
12 20,50 € 23 €
13 23 € 25,50 €
14 25,50 € 30,50 €
15 30,50 € 38 €
16 38 € 45,50 €
17 45,50 € 61 €
18 61 € 76 €

Empfehlung für Wöchentliches Taschengeld

Wie viel Taschengeld pro Woche?

Alter Taschengeld Empfehlung pro Woche (Minimal) Taschengeld Empfehlung pro Woche (Maximal)
5 0,50 € 1 €
6 1 € 1,50 €
7 1,50 € 2 €
8 2 € 2,50 €
9 2,50 € 3 €
10 4 € 4,50 €
11 4,50 € 5 €
12 5 € 6 €
13 6 € 6,5 €
14 6,50 € 7,50 €
15 7,50 € 9,50 €
16 9,50 € 11,50 €
17 11,50 € 15 €
18 15 € 19 €

Bei jungen Kindern gibt es normalerweise kaum Herausforderungen bezüglich des Taschengelds, diese lauern erst mit steigendem Alter. Kannst Du Dich noch an Deine eigenen Taschengeldverhandlungen in der Pubertät erinnern? Ähnliche Situationen werden sich auch bei Dir und Deinem Nachwuchs ergeben.

Je älter das Kind, desto wichtiger wird die Rolle des Geldes. Es wird mehr zusammen mit seinen Freunden unternehmen wollen, wünscht sich die gleichen Spielsachen und Klamotten. Geld zu besitzen, wird sich immer mehr zum Statussymbol entwickeln. Es kann, in gewissem Rahmen, für Anerkennung, Unabhängigkeit und Zugehörigkeit sorgen.

Falls Dein Kind bereits am Monatsanfang sein ganzes Geld verprasst hat, dann bleib ruhig. Dein Nachwuchs merkt jetzt, was es bedeutet, wenn er seine Investitionen nicht vorausschauend plant. Er stellt fest, dass Geld nicht unendlich vorhanden ist. Der Kauf eines Produkts führt zum Verzicht auf ein anderes. Diese Erfahrung ist äußerst wertvoll, weil Dein Kind dadurch noch besser lernt mit Geld umzugehen.


Taschengeld monatlich oder wöchentlich?

Ob Du das Taschengeld wöchentlich oder monatlich auszahlst, hängt vom Alter des Empfängers ab. Kinder bis etwa zum 10. Geburtstag sind noch nicht in der Lage weit im Voraus zu planen. Sie treffen ihre Entscheidungen intuitiv und situationsabhängig. Deshalb solltest Du bei kleineren Kindern eine wöchentliche Übergabe vereinbaren.

Ab wann sollte man Taschengeld monatlich zahlen?

Wenn Dein Nachwuchs eine weiterführende Schule besucht, ist er normalerweise auch in der Lage Planungszeiträume von einem Monat einschätzen. Das Kind bzw. der Jugendliche kann lernen sich sein Geld über mehrere Wochen einzuteilen. Das ist ein angebrachter Zeitpunkt auf eine monatliche Auszahlung umstellen.

Taschengeld bei Geringverdienern

Bei den Summen der Taschengeldtabelle handelt es sich lediglich um Empfehlungen, an denen Du Dich orientieren kannst. Was Du Deinem Kind tatsächlich bezahlst, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Großfamilien: Wer mehrere Kinder hat, kann sich eventuell die angegebenen Beträge nicht für alle Familienmitglieder leisten.
  • Alleinerziehende: Falls Du alleine Dein Kind versorgst, dann ist vielleicht weniger Budget vorhanden, als bei zwei Einkommen.
  • Wohnort: Abhängig davon, wo Du mit Deiner Familie wohnst, kann es gegebenenfalls angebracht sein mehr oder weniger Taschengeld zu bezahlen. Die Lebenshaltungskosten sind in München wesentlich höher als in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Entsprechend kannst Du die Höhe des Taschengelds variieren.
  • Soziales Umfeld: Je nachdem aus welchem Umfeld die Freunde Deines Kindes stammen, benötigt Dein Sprössling eventuell mehr oder weniger Geld, um gemeinsame Aktivitäten zu ermöglichen.
  • Einkommen: Der Betrag kann abhängig von dem Einkommen der Familie variieren.

Als Eltern trefft Ihr gemeinschaftlich die Entscheidung über die Höhe des Taschengeldes. Die Tabelle dient Euch lediglich als Richtwert und Hilfsmittel sowie zur Begründung Eures Beschlusses.

Ziehe Dein Kind in den Prozess mit. Dadurch beweist Du Dein Vertrauen in seine Meinung und Verhandlungsfähigkeit. Außerdem kannst Du die Chance nutzen, um über Herausforderungen im Umgang mit Geld zu sprechen.

Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Bevor Du Dich zu Verhandlungen mit Deinem Kind an den Tisch setzt, solltest Du verschiedene Erkundigungen einziehen.

  • Was steht ihn der aktuellen Taschengeldtabelle?
  • Was zahlen die Eltern gleichaltriger Kinder in Deinem Umfeld an Taschengeld?
  • Was kannst Du aufgrund Deiner eigenen finanziellen Situation leisten?
  • Was muss vom Taschengeld bezahlt werden?

Taschengeldtabelle vom Jugendamt

Schau Dir die Empfehlungen vom Kinderschutzbund und der Jugendämter in Deiner Region an. Je nach Bundesgebiet legen die Institutionen unterschiedliche Richtwerte für die Höhe des Taschengelds fest. Ich stelle Dir hier einige Links zu den Jugendämtern zur Verfügung:

Wenn die wichtigsten Informationen vorliegen und besprochen werden, dann müssen sich beide Eltern über die Höhe und Auszahlungsform einig werden.

Was soll vom Taschengeld bezahlt werden?

Lege im Zusammenhang mit der Höhe des Taschengeldes auch fest, was das Kind davon bezahlen wird und kaufen darf. Je nachdem wie alt Dein Kind ist und wie viel Geld es von Dir bekommt, wird es unter anderem Süßigkeiten, kleine Spielsachen, Zubehör für Hobbys und Zeitschriften kaufen.

Die Ausgaben für Lebensmittel, Schulsachen, Versicherungen und ähnliche regelmäßige, alltägliche und notwendige Kosten, sollten die Eltern übernehmen. Ansonsten werden Kinder und Jugendliche rasch überfordert und verlieren die Lust am Umgang mit Geld.

Ob Du Vereinsbeiträge, Hobbys, Ausflüge mit Freunden und ähnliche Dinge für Dein Kind bezahlst, ist die persönliche Entscheidung Deiner Familie. Je mehr Taschengeld Du zur Verfügung stellst, desto mehr Kosten kann der Nachwuchs davon begleichen.

Gerade wenn größere Wünsche erfüllt werden sollen, dann lernt das Kind zu sparen. Es kann beispielsweise zusätzlich zum Taschengeld die Geldgeschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten dafür verwenden, um sich ein Musikinstrument oder eine Spielekonsole zu kaufen.

Taschengeld reicht nicht aus – Was tun als Eltern?

Mit ziemlicher Sicherheit wird es die Situation geben, dass Dein Kind bereits wenige Tage nach Taschengeldzahlung mehr Geld fordert. Er oder sie hat den gesamten Betrag für ein neues Spielzeug verwendet und möchte jetzt eine Süßigkeit?

Selbst, wenn es Dir schwerfällt, bleibe stark. Zweck von Taschengeld ist es, dass Dein Nachwuchs lernt, sich das Budget einzuteilen und vorausschauend zu denken. Wenn Du immer wieder einknickst und außer der Reihe Geld fließen lässt, dann nimmst Du der ganzen Aktion ihren Sinn.

Hat Dein Kind mit dem Taschengeld etwas gekauft, von dem Du nicht begeistert bist, dann spare Dir jede Kritik – ja, auch Augen verdrehen zählt dazu. Je mehr Du das Investitionsverhalten infrage stellst, desto negativer entwickelt sich möglicherweise das Verhältnis Deines Kindes zu Geld.

Wie kann man das Taschengeld sparen?

Einen positiven Effekt für alle Beteiligten hat die außertourliche Bitte um mehr Geld dann, wenn Du sie als Lernchance fürs Sparen und den bewussten Umgang mit Geld wahrnimmst. Jetzt kannst Du Deinem Nachwuchs Hilfestellung im Umgang mit Finanzen anbieten.

Möglichkeiten zum Taschengeld aufbewahren:

  • Taschengeldbuch
  • Sparschwein
  • Kindertresor
  • Sparkonto

Berate Dein Kind, aber lass es die Entscheidung, wie und ob es sparen möchte, selbst treffen. Vielleicht hat Dein Nachwuchs besonders viel Spaß daran, sich immer wieder Kleinigkeiten zu gönnen und will keine größeren Mittel anhäufen? Dann gönne dem Kind die Freiheit, mit seinem Geld anzustellen, was es will – ohne Rechenschaft dafür abzulegen.

Genauso gibt es junge Menschen, die sich über hohe Sparbeträge freuen. In solchen Fällen eignen sich Sparschwein oder Kindertresor perfekt. Schwarz auf weiß sieht der Sprössling seine Ersparnisse, wenn er ein eigenes Konto inklusive Sparbuch bekommt.

Wie Du siehst, es gibt viele Optionen, wie Kinder kleinere Geldsummen anhäufen können.

Taschengeld aufbessern mit Minijobs

Falls Dein Kind fleißig ist und sich zusätzlich zum Taschengeld etwas verdienen möchte, darf es sowohl das Nebeneinkommen als auch das Taschengeld behalten. Dadurch lernt das Kind, dass sich persönlicher Einsatz lohnt.

Möglichkeiten für einen Nebenverdienst zum Taschengeld sind:

  • Babysitten
  • Hundesitten
  • Einkaufen für ältere Nachbarn
  • Gartenarbeit
  • Zeitungen oder Werbeprospekte austragen
  • Nachhilfe

Ab wann darf man zum Taschengeld dazu verdienen?

Auch wenn Dein Kind Spaß an dem Zuverdienst hat, so geht die Schule immer vor. Laut gesetzlicher Bestimmungen dürfen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren maximal zwei Stunden täglich arbeiten. Abends ist spätestens um 18 Uhr Schluss. Ab dem 16. Lebensjahr wird der Spielraum dann größer.

Taschengeld ist kein Erziehungsinstrument

Nachdem die Höhe des Taschengelds und der Auszahlungsturnus festgelegt sind, sollten diese beibehalten werden. Nutze Taschengeldentzug, zum Beispiel bei schlechten Noten, nicht als Strafe.

Kinder können häufig die Beziehung zwischen dem Taschengeldentzug und ihrem Fehlverhalten nicht herstellen. Sie fühlen sich ungerecht behandelt. Taschengeld ist ausschließlich dazu da, dass Dein Kind den Umgang mit Geld lernt und selbstständig wird. Es sollte nie für andere Zwecke missbraucht werden.

Gleiches gilt übrigens auch für Belohnung. Wenn Du Deinem Kind mehr Taschengeld bezahlst, weil es den Abwasch regelmäßig übernimmt oder sein Zimmer aufräumt, wird es diese Arbeiten irgendwann nur noch gegen Vergütung übernehmen. Das Kind sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten Aufgaben erledigen, weil diese zu seinem Verantwortungsbereich gehören und nicht, weil es dafür Geld bekommt.

Taschengeldanspruch: Hat ein Kind rechtlich Anspruch auf Taschengeld?

Rechtlich gesehen haben Kinder keinen Anspruch auf Taschengeld. Das Taschengeld hat in erster Linie einen erzieherischen Hintergrund und soll Kinder den Umgang mit Geld vertraut machen.

Was dürfen Kinder vom Taschengeld kaufen?

Kinder und Jugendliche haben heutzutage eine starke Kaufkraft. Kinder dürfen aber mit ihrem Taschengeld nicht alles kaufen, was sie wollen.

Erst ab einem Alter von 7 Jahren sind Kinder bedingt geschäftsfähig und dürfen mit dem Einverständnis der Eltern selbstständig einkaufen. Das heißt, wenn das Kind etwas kauft, was die Eltern nicht in Ordnung finden, können sie den Kauf wieder rückgängig machen.

Was ist der Taschengeldparagraph?

Dank des Taschengeldparaphen im Bürgerlichen Gesetzbuch (§110 BGB) ist festgelegt, wann die Einkäufe von Kindern und Jugendlichen in Ordnung sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich vom Taschengeld Spielzeug oder Kleidung gekauft wird. Der Gesetzgeber geht hier automatisch davon aus, dass ein elterliches Einverständnis für den Kauf vorliegt.

Jeder Einzelhändler ist allerdings gut beraten, bei teuren Einkäufen der Kinder auf das OK der Eltern zu bestehen. Sollten die Eltern dem Kind nämlich den Kauf bestimmter Waren und Güter ausdrücklich verboten haben, dürfen Kinder diese nicht kaufen.

Verträge, bei denen sich Kinder verschulden können, dürfen ebenfalls nicht abgeschlossen werden. Darunter zählen zum Beispiel Handy-Verträge oder Fitness-Studio-Mitgliedschaften.

Dies ist übrigens keine Rechtsberatung und ich bin auch kein Anwalt. Die Infos, die hier zu lesen sind, habe ich auf folgenden Seiten gefunden, wo Sie auch genauer erklärt werden und nachgelesen werden können:

Wann ist ein eigenes Konto für Kinder sinnvoll?

Hier ist zu unterscheiden, ob es sich um ein Konto handelt, auf das Kinder ihr Taschengeld selbst einzahlen oder ein Sparkonto, das die Eltern für Einlagen nutzen.

Sparkonto

Wenn Du den Wunsch hast, Dein Kind finanziell abzusichern, dann kannst Du ihm bereits zur Geburt ein Konto eröffnen. Dort lassen sich Geldgeschenke oder regelmäßige Zahlungen sicher aufbewahren. Auch Familie und Freunde können dort beisteuern, wenn es zum Beispiel langfristig um die Finanzierung des ersten Fahrzeuges oder der Hochzeit geht.

Bei der Eröffnung eines solchen Sparkontos kann das Auszahlungsdatum festgelegt werden (zum Beispiel der 18. Geburtstag des Kindes).

Insbesondere Festgeldkonten, Fonds und ähnlich langfristige Anlageformen eigenen sich. Sie verfügen über eine Mindestlaufzeit und gewähren in der Regel höhere Zinsen als Konten, bei denen permanenter Zugriff auf die Spareinlage gegeben ist.

Freies Konto

Du willst ein Konto für Dein Kind eröffnen, auf dem es selbst Taschengeld ansparen kann? Dann sprich zunächst mit Deinem Bankberater über die verschiedenen Optionen. Ob Du ein Giro-, Tagesgeld-, Festgeldkonto oder einen Fonds abschließt, hängt von Faktoren wie dem Alter des Nachwuchses und dem Grund des Sparens ab.

Einige Geldinstitute offerieren Girokonten bereits für Kinder ab sieben Jahren. Besprich Dich vor Abschluss mit Deinem Partner und dem Kind. Überlegt zusammen die genauen Konditionen, wie Einzahlungssummen, -rhythmen, Auszahlungsmodalitäten und Art des Kontos.

Auf jeden Fall sollte bei Kindern und Jugendlichen ohne eigenes Einkommen der Verfügungsrahmen limitiert werden. Eine Bankkarte zum Abheben und Bezahlen wird erst an Personen ab 14 Jahren ausgegeben. Bis dahin sollte der Umgang mit Geld einigermaßen geübt sein.

Ein großer Vorteil von Kinderkonten ist neben dem Lerneffekt auch, dass sie nicht überzogen werden können. Wenn kein Guthaben mehr auf dem Girokonto für Kinder vorhanden ist, kann Dein Nachwuchs die Girokarte nicht mehr benutzen.

Wenn der große Tag der Kontoeröffnung gekommen ist, dann zelebriert diesen Schritt des Kindes in die Unabhängigkeit. Vielleicht stoßt Ihr nach dem Besuch auf der Bank mit einer leckeren Brause an oder unternehmt etwas zusammen.

Zusätzliches Budget für mehr Praxis

Damit Dein Nachwuchs lernt, dass das Leben nicht nur aus vergnüglichen Anschaffungen besteht, kannst Du etwa ab dem 14 Lebensjahr ein zusätzliches Budgetgeld gewähren. Damit sind dann vereinbarte Ausgaben des täglichen Lebens, wie Kleidung, Kosmetikartikel, Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel etc. zu bezahlen.

Wichtig ist die strikte Trennung von Taschengeld und Budgetgeld. Die Höhe der Ausgaben und somit des Budgetgelds ermittelst Du ganz einfach, indem Du über circa drei Monate Buch führst und dann einen Durchschnittswert kalkulierst.

Budgetgeld neben Taschengeld
Empfehlung für Budgetgeld neben Taschengeld laut DJI (Deutsches Jugendinstitut)

Ab wann zahlt man kein Taschengeld mehr?

Du fragst Dich vielleicht, wie lange Du das Taschengeld bezahlen sollst. Ist mit dem 18. Geburtstag Schluss? Nun, nicht unbedingt.

Wann genau Du die Zahlung einstellst, hängt unter anderem von der Einkommenssituation Deines Kindes ab.

Bei Ausbildung und Lehre

Beginnt es bereits mit 15 oder 16 Jahre eine Lehre und verdient bereits eigenes Geld, dann besprecht die weitere Vorgehensweise.

Abhängig davon, wie viel Dein Nachwuchs anfänglich verdient, wie alt er ist und welche Ausgaben er bestreiten muss, hat es Sinn weiterhin finanziell zu unterstützen.

Wohnt der arbeitende Jugendliche bei Dir, dann lautet eine Empfehlung 1/3 des Gehalts als Haushaltskosten abzuliefern und den Rest als eine Art Taschengeld für persönliche Ausgaben zu behalten.

Abitur und Studium

Aber auch hier muss auf die individuelle Einkommenssituation des Jugendlichen geschaut und individuell entschieden werden. Macht das Kind Abitur und studiert anschließend an einer Hochschule oder Universität, wird Taschengeld meist wesentlich länger als bis zur Volljährigkeit bezahlt.

Regeln vermeiden Unstimmigkeiten

Je genauer Du und Deine Familie die Konditionen des Taschengelds definiert, desto weniger Diskussionsbedarf entwickelt sich später.

  • Das Kind muss darauf vertrauen können, dass es regelmäßig, zu festen Auszahlungsdaten einen bestimmten Betrag erhält.
  • Dieser Betrag darf nicht aufgrund von Fehlverhalten bzw. die Erfüllung oder Nichterfüllung von Bedingungen geknüpft sein.
  • Hilf Deinem Kind mit Ratschlägen und Tipps beim Sparen auf größere Anschaffungen.
  • Vermeide ständige Belehrungen, sondern halte zu eigenverantwortlichen Entscheidungen an
  • Kommuniziert ganz offen und gleichberechtigt über den Umgang mit Geld

Geh das Thema zusammen mit Deiner Familie mit Freude und Spaß an. Sei gespannt auf die Investitionsentscheidungen Deines Kindes. Freue Dich zusammen mit dem Nachwuchs über die neue Selbstständigkeit – eine spannende Zeit liegt vor Euch.


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Taschengeld-Tabelle 2019: Wie viel Taschengeld in welchem Alter?

Quellen und Literatur zur Taschengeld-Tabelle:

  • Langmeyer, Alexandra/Winklhofer, Ursula (2014):
    Taschengeld und Gelderziehung. Eine Expertise zum Thema Kinder und ihr Umgang mit Geld mit aktualisierten Empfehlungen zum Taschengeld. München
  • Winklhofer, Ursula/Langmeyer, Alexandra (2015): Taschengeld als Beitrag zur Gelderziehung. In: Frühe Kindheit, 18. Jg., H. 4, S. 50-55

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

2 Kommentare

  1. Hallo. Ich bin mit meinen 22 Jahren die Mutter eines wundervollen 4 Jährigen jungen.
    Ich gebe zu ich habe als Teenager jeden Monat 100 € Taschengeld bekommen, dies habe ich aber nie wirklich ausgegeben. Etwa 90€ habe ich Monatlich gespart für Dinge die ich eventuell haben wollte wie ein Auto oder einen Führerschein. Mittlerweile habe ich auch beides mit Hilfe meiner Eltern bekommen. Mein Mann verdient gut und Taschengeld bekomme ich von ihm. Das sind gut 1000€ jeden Monat.Ich arbeite in der Altenpflege und mit dem Geld bezahle ich unsere Rechnungen und Miete. Ich finde das sehr viel. Aber das Geld ist bei mir sicher verwahrt. Etwa 200€ gebe ich für mich Privat aus jeden Monat der Rest ist in meiner Spardose. Diese Spardose ist für den Uhrlaub, oder für Geburtstagsgeschenke. Zusätzlich werden jeden Monat 200€ zur Seite gelegt in einer anderen Dose, die extra für meinen Sohn ist. Diese Dose bekommt er dann wenn er später mal auszieht um seine Wohnung einrichten zu können. Er bekommt jetzt schon 0,50€ in der Woche in seine eigene kleine Spardose für Süßigkeiten oder Kuscheltiere. Dennoch weiß er dass er nicht alles bekommt was er will. Ich mache ihm schon sehr früh aufmerksam dass er Sparen muss wenn er sich was Leisten will. LG. Paddy

    1. Hallo Paddy,

      Kompliment für Dein Verhältnis zum Geld und wie Du damit umgehst.

      Ich finde auch Deine 50 Cent pro Woche als Taschengeld für einen 4 Jährigen sehr akzeptabel. Vielleicht werde ich das auch so machen. 😉

      Wenn Du jetzt schon jeden Monat 200 EUR für die zukünftige Wohnungsausstattung Deines Sohnes sparst, dann kommt aber in den nächsten 14 Jahren eine sehr beachtliche Summe zusammen (fast 34.000 EUR). Das klingt zumindest mehr als großzügig. 😉

      LG Hanna

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