Familie

Unterschiedliche Erziehungsstile im Vergleich: Überblick von Auswirkungen bekannter Erziehungsmethoden

Mutter und Tochter lächeln zum Vater

Schon der berühmte Dichter Wilhelm Busch hatte es seinerzeit in einem Gedicht zum Thema Vater richtig erkannt, indem er den Spruch prägte: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!“

Heute wissen viele Eltern nur zu gut, welche Herausforderungen dieser Spruch erziehungstechnisch birgt. Gerade unerfahrenen Eltern stellen sich diesbezüglich viele Fragen. Erziehe ich mein Kind lieber streng und gebe starre Grenzen vor oder lasse ich im viel Freiraum für seine Entwicklung? Mit welcher Erziehungsmethode wird mein Kind später ein glücklicher, selbstbewusster und emphatischer Mensch werden? Die vielfältigen, oft nur gut gemeinten, Ratschläge aus den Medien, dem Freundes- und Bekanntenkreis oder auch der Familie stiften dabei leider oftmals nur Verwirrung bei uns.

Auch über die Frage, welcher Erziehungsstil der richtige ist, lässt sich streiten. Nachstehend gebe ich Dir einen Überblick über die bekanntesten Erziehungsmethoden und ihre Vor- und Nachteile.

Was bedeutet der Begriff „Erziehungsstil“?

Mit dem Begriff „Erziehungsstil“ ist ein bestimmtes, dauerhaftes Verhalten der Eltern gegenüber ihrem Kind gemeint. Dabei basiert jeder Erziehungsstil auf einer bestimmten Grundhaltung und einem bestimmten Verständnis von Erziehung. Rein theoretisch liegt jedem Verhaltensmuster ein bestimmter Erziehungsstil zugrunde.

In der Praxis geben die verschiedenen Erziehungsmethoden jedoch nur eine Richtung vor. Denn die Entwicklung Deines Kindes wird sich nicht ausschließlich an Deinem Erziehungsstil orientieren.

Obwohl dieser natürlich großen Einfluss hat, ist letztendlich der Charakter Deines Kindes ausschlaggebend. So wirst Du bei einem kreativen und fantasievollen Kind mit der autoritären Erziehung nicht weit kommen, weil sich Dein Kind hier nicht frei entfalten kann. Hier würde sich eher der Laissez-Faire-Stil anbieten.

Doch ohne Strukturen ist auch dieser nicht geeignet. Daher ist wieder einmal der goldene Mittelweg gefragt, was für viele Eltern eine Herausforderung darstellt.

In den vergangenen Jahrzehnten haben verschiedene berühmte Psychologen die Erziehung in bestimmte Erziehungsstile einzuordnen versucht. Doch da die einzelnen Erziehungsstile leider nicht wie eine Gebrauchsanweisung zu handhaben sind, werden die verschiedenen Methoden in der Praxis meistens gemischt angewandt.

Das heutige Verständnis einer guten und gelungenen Erziehung basiert darauf, dass Du Deinem Kind viel Verständnis und Liebe entgegenbringst und ihm zeitgleich Werte und Regeln vermittelst.

Selbstverständlich sind seelische und körperliche Gewalt bei Deiner Erziehung absolut tabu. In Deutschland ist dies sogar per Gesetz verboten.

Was ist das Ziel der verschiedenen Erziehungsstile?

Jeder Erziehungsstil verfolgt sein eigenes Ziel. Wenn wir uns die zwei extremen Erziehungsstile nach Lewin anschauen, so haben wir auf der einen Seite den autoritären und auf der anderen Seite den Laissez-Faire Erziehungsstil.

Kinder, die autoritär mit starren Regeln und Grenzen erzogen wurden, werden im Erwachsenenalter reine Befehlsempfänger sein, ohne jegliche Spontanität und Kreativität. Sie werden sich immer an festen Strukturen orientieren.

Kinder, die nach dem Laissez-faire Stil ohne Regeln und Konsequenzen erzogen wurden, sind als Erwachsene oft planlos und orientierungslos.

Daher sollte das Ziel aller Erziehungsstile darin bestehen, dass Dein Kind ein glückliches Leben führen kann und durch Werte, wie Toleranz oder Akzeptanz, zu einem verantwortungsbewussten und selbstbestimmten Menschen heranwächst.

Vergleich: Was gibt es für Erziehungsstile?

In der einschlägigen Literatur finden sich diverse Erziehungsstile mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Hier gebe ich Dir einen tabellarischen Überblick über die bekanntesten Erziehungsformen:

Erziehungsstil

Kurzbeschreibung

Autoritärer Erziehungsstil

(nach Kurt Lewin)

Eltern handeln als Autoritätspersonen, deren strenge Regeln kritiklos befolgt werden müssen. Es wird mit Bestrafungen und Belohnungen erzogen.

 

Autokratischer Erziehungsstil Steigerung zum autoritären Erziehungsstil. Absolute Machtstellung der Eltern mit totaler Unterdrückung der Eigeninitiative des Kindes.

 

Demokratischer Erziehungsstil

(nach Kurt Lewin)

Eltern geben dem Kind einen Rahmen aus Regeln und Grenzen, erziehen es aber dem jeweiligen Alter entsprechend zu selbständigem Denken und Handeln. Das Kind übernimmt altersgerecht Verantwortung für sein Tun. Seine Bedürfnisse werden respektiert.

 

Autoritativer Erziehungsstil

(nach Eleanor Maccoby und John Martin)

Ähnelt dem demokratischen Erziehungsstil, jedoch über Eltern etwas mehr Kontrolle aus. Er gilt unter Experten als der geeignetste Erziehungsstil.

 

Egalitärer Erziehungsstil Er ist eine extreme Steigerung zum demokratischen Erziehungsstil. Eltern und Kind stehen sich dabei auf einer Ebene gegenüber und haben dieselben Rechte und Pflichten.

 

Laissez-faire-Erziehungsstil

(nach Kurt Lewin)

Kinder dürfen tun was sie möchten. Eltern verhalten sich passiv. Es existieren keine Regeln und Grenzen, an denen sich das Kind orientieren kann.

 

Antiautoritärer Erziehungsstil Wird oft mit dem Laissez-faire-Stil verwechselt, obwohl es Unterschiede in der Grundhaltung der Eltern gibt. Auch hier kennt das Kind keine Regeln. Dies soll lediglich der Persönlichkeitsentfaltung des Kindes dienen und kein Ausdruck einer gleichgültigen Haltung der Eltern sein.

 

Permissiv-verwöhnender Erziehungsstil

(nach Eleanor Maccoby und John Martin)

Eltern erziehen mit viel Nachgiebigkeit und Unterstützung. Es gibt weder eine Kontrolle, noch findet eine Bestrafung statt. Dem Kind wird alles erlaubt.

 

Zurückweisend-vernachlässigender (negierender) Erziehungsstil

(nach Eleanor Maccoby und John Martin)

Eltern haben kein Interesse an der Entwicklung ihres Kindes. Sie üben weder Kontrolle aus, noch schenken sie ihrem Kind Zuwendung. Die Haltung ihrem Kind gegenüber ist distanziert und gleichgültig.

Der autoritäre Erziehungsstil: „Mach, was ich dir sage!“

Was ist autoritär erziehen?

Beim autoritären Erziehungsstil haben die Eltern die Machtposition inne. Das heißt sie sind die Autoritätspersonen, denen sich das Kind unterzuordnen hat. Die Eltern üben eine strenge Kontrolle auf das Kind aus, wobei es dem Kind untersagt ist, das Agieren der Eltern zu hinterfragen, geschweige denn, zu kritisieren.

Desweiteren findet in der Regel kein Meinungsaustausch statt. Stattdessen wird vom Kind gefordert, das zu tun, was die Eltern ihm sagen.

Die Eltern erwarten von ihrem Kind unbedingten Gehorsam in Bezug auf die Ausführung der elterlichen Befehle.

Das Zeigen von Gefühlen wird als Schwäche ausgelegt. Wünsche des Kindes werden zwar gehört, aber nicht berücksichtigt. Auch werden die Bedürfnisse des Kindes nicht beachtet. Der Einsatz von Strafen oder Belohnungen ist ein gängiges Mittel dieser Erziehungsmethode.

Merkmale:

  • Machtstruktur, d.h. es herrscht eine Über- und Unterordnung
  • Starke elterliche Kontrolle
  • Starre Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen
  • Kein Meinungsaustausch
  • Strafen und Belohnungen als Erziehungsmittel

Vorteile:

Vorteile sind nicht vorhanden.

Nachteile:

Diese Art von Erziehung gilt in der heutigen Zeit als überholt. Diverse Studien haben gezeigt, dass dieser Erziehungsstil nur negative Folgen für die Entwicklung eines Kindes hat, da seine Meinung nie gehört und es nicht ernst genommen wurde. Diese Kinder haben oft kein Selbstwertgefühl, sind unsicher, unselbständig und zeigen wenig Kreativität oder Spontanität.

Durch den Mangel an sozialer Kompetenz neigen sie leichter zu aggressivem Verhalten.

Eine weitere mögliche Folge der autoritären Erziehung kann ein unterwürfiges oder überangepasstes Verhalten sein.

Der Autokratische Erziehungsstil: Widerspruch ist nicht erlaubt

Der autokratische Erziehungsstil weist eine hohe Übereinstimmung zum autoritären Erziehungsstil auf, ist jedoch noch eine Steigerung. Die Machtstellung der Eltern gegenüber ihrem Kind wird hier zur Alleinherrschaft mit einer absoluten Kontrolle dem Kind gegenüber.

Hierbei wird jedwede Form von Eigeninitiative sofort im Keim erstickt. Die Folge sind Kinder, die im späteren Leben nicht in der Lage sind, selbständig zu agieren oder gar Verantwortung zu übernehmen.

Merkmale:

  • Strenge Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen
  • Absolute Alleinherrschaft der Eltern
  • Totaler Gehorsam wird vom Kind gefordert
  • Es werden keine Widerworte geduldet
  • Es wird mit harten Strafen gearbeitet

Vorteile:

Vorteile sind ebenfalls nicht vorhanden.

Nachteile:

Derart erzogene Kinder sind nur Befehlsempfänger, da sie nicht gewohnt sind, Eigeninitiative oder Kreativität einzusetzen. Ein Mangel an Selbstwertgefühl ist eine Folge dieser eher rauen, denn herzlichen Erziehung. Ihr nur schwach oder gar nicht vorhandenes Selbstwertgefühl schlägt schnell in Unsicherheit um, die diese Kinder wiederum durch Aggressionen versuchen abzubauen.

Der demokratische Erziehungsstil: Selbständigkeit ist Trumpf

Was ist eine demokratische Erziehung?

Beim demokratischen Erziehungsstil sind sich viele Experten einig, dass dieser für eine positive Entwicklung des Kindes förderlich ist. Mit dieser Methode erzogene Kinder, werden zu selbständigen Menschen heranwachsen. Das Kind wird nicht nur als eigenständige Persönlichkeit angesehen, sondern darüber hinaus auch als Partner. Dabei werden ihm ausreichend Aufmerksamkeit und Zuwendung geschenkt. Wichtige Entscheidungen werden in der Familie ausdiskutiert. Die Eltern geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen sich das Kind möglichst frei entfalten kann. Ziel ist es, die Selbständigkeit und die Verantwortung des Kindes zu fördern. Dabei wächst der Grad der Verantwortung proportional zum Alter des Kindes.

Merkmale:

  • Eltern geben dem Kind einen festen Rahmen für Handlungen vor
  • Bedürfnisse des Kindes werden ernst genommen
  • Kind lernt (altersgerechte) Verantwortung
  • Gleichberechtigte Meinungsfreiheit
  • Keine Strafen

Vorteile:

Dadurch, dass das Kind so früh wie möglich mitbestimmen darf, kann es sich zügig einen relativ großen Wortschatz erarbeiten und dabei lernen, sich selbstbewusst für Dinge einzusetzen. Dabei wird das Kind bei Gemeinschaftsentscheidungen auch lernen, dass die eigenen Interessen nicht immer vollumfassend Berücksichtigung finden können. Durch diese Erfahrungen lernt das Kind, kompromissbereit zu sein, was ihm später in der Schule oder im Beruf immer dann hilft, wenn Teamfähigkeit gefragt ist.

Nachteile:

Da das Kind bei dieser Erziehungsmethode mitbestimmen darf, kann es zu endlosen Diskussionen kommen, bei denen ein hohes Maß an elterlicher Geduld gefragt ist. Die Herausforderung beim demokratischen Erziehungsstil ist es, die Gleichberechtigung auf der Meinungsebene innerhalb der Familie möglichst immer konsequent durchzuziehen.

Der autoritative Erziehungsstil: Mit Liebe Grenzen setzen

Der autoritative Erziehungsstil ähnelt dem demokratischen Erziehungsstil. Er fußt auf klaren Regeln und Anforderungen und ist geprägt durch ein hohes Maß an Zuwendung und Vertrauen. Darum wird er von Erziehungswissenschaftlern auch als der optimale Erziehungsstil angesehen. Es werden wichtige Entscheidungen gemeinsam mit dem Kind besprochen, wobei seine Bedürfnisse respektiert und seine Meinung angehört wird. Wichtig ist hierbei, dass ein eindeutiger Rahmen aus klar definierten Grenzen und Regeln gesteckt wird, der aber auf keinen Fall unverrückbar ist. Hierdurch können Eltern den Umgang ihres Kindes mit anderen lenken und begrenzen. Eltern fordern jedoch schon die Einhaltung dieser Regeln und Grenzen.

Merkmale:

  • Eltern stellen klare, aber keine starren Regeln auf
  • Eltern bestehen konsequent auf die Einhaltung von Regeln und Grenzen
  • Mitbestimmungsrecht der Kinder, soweit es sinnvoll ist
  • Kindern wird viel Vertrauen und Zuwendung geschenkt
  • Autorität und Freiheit halten sich die Waage

Vorteile:

Da Autorität sowie Konsequenz einerseits und Freiheit sowie Verständnis andererseits sich die Waage halten, kann das Kind sich frei entfalten und lernt gleichzeitig das Einordnen in die Familie oder Gesellschaft. Weil die Vorteile einer autoritativen Erziehung so eindeutig sind, gilt dieser Erziehungsstil als „der goldene Mittelweg“ aller Erziehungsstile und ist gleichzeitig auch der erfolgreichste.

Nachteile:

Das durchgängig konsequente Handeln der Eltern sowie das konsequente Durchsetzen der Grenzen sind manchmal nicht ganz einfach durchzuhalten. Dabei ist es hilfreich, möglichst wenig Grenzen aufzustellen, das heißt nur insofern, als diese nötig sind. Wenn Eltern ein gutes Vorbild für ihr Kind abgeben, erübrigen sich manche Grenzen von selbst.

Der egalitäre Erziehungsstil: Eltern und Kind auf einer Ebene

Der egalitäre Erziehungsstil kann als Steigerung zum demokratischen Erziehungsstil gesehen werden. Hierbei wird die Gleichberechtigung zwischen Eltern und Kind nicht nur auf der Meinungsebene praktiziert, sondern auch in Bezug auf die Rechte und Pflichten. Eltern und Kind sind also gleichberechtigte Partner.

Merkmale:

  • Absolute Gleichberechtigung auf der Familienebene
  • Kein Machtgefüge, also keine Über- und Unterordnung
  • Eltern machen lediglich Vorschläge
  • Aufgabenverteilung liegt im Verantwortungsbereich der Gruppe
  • Lob und Tadel nur auf sachlicher Ebene durch konstruktives Feedback

Vorteile:

Durch die vielen Gespräche bleiben Eltern in ständigem Kontakt mit ihrem Kind, wodurch sich ein gutes Vertrauensverhältnis bilden kann und die Eltern-Kind-Bindung gefestigt wird.

Nachteile:

Da Erwachsene über mehr Erfahrungen und Wissen als ihr Kind verfügen, ist es schwierig, beide Parteien als gleichwertige Partner zu sehen. Zumal Kindern oft die erforderliche Reife fehlt, um ihren Willen durch Vernunft leiten zu lassen oder die Konsequenzen ihres Tuns abzuschätzen.

Der Laissez-faire-Erziehungsstil: „Du kannst machen was du willst.“

Was ist laissez faire Erziehung?

Bei der Laissez-faire Erziehung ist sich das Kind aus der Gleichgültigkeit der Eltern heraus sich selbst überlassen. Dabei haben die Eltern kein Interesse an der Entwicklung ihres Kindes und scheuen die Verantwortung. Regeln gibt es hier nicht, wodurch das Kind bei Entscheidungen selbst aktiv werden muss.

Merkmale:

  • Keine Grenzen und Regeln
  • Kind kann tun was es will
  • Gleichgültigkeit der Eltern

Vorteile:

Außer, dass diese Kinder oft ein hohes Maß an Kreativität an den Tag legen, gibt es keine wirklichen Vorteile. Jedenfalls überwiegen die Nachteile deutlich.

Nachteile:

Die gleichgültige Haltung der Eltern dem Kind gegenüber kann von diesem als mangelnde Zuwendung empfunden werden, was schlecht für sein Selbstwertgefühl ist. Das Fehlen von Regeln und Grenzen führt zu Orientierungslosigkeit des Kindes, wodurch Probleme im späteren Leben vorprogrammiert sind. Dazu kommt, dass das Kind nicht gelernt hat, sich an entsprechende Regeln und Grenzen zu halten, was zu sozialen Konflikten führen kann.

Der antiautoritäre Erziehungsstil: Durch Eigenständigkeit Freiräume austesten

Der antiautoritäre Erziehungsstil wird häufig mit dem Laissez-faire-Stil gleichgesetzt. Zwar ähneln sich diese beiden Methoden stark, doch liegt der entscheidende Unterschied in der Grundhaltung. Steht bei der antiautoritären Erziehung die absolute freie Selbstentfaltung des Kindes im Vordergrund, so ist die Laissez-faire-Erziehung geprägt durch die Gleichgültigkeit der Eltern an der Entwicklung ihres Kindes.

Antiautoritär erzogene Kinder sollen lernen, ihr Verhalten selbst zu kontrollieren und seine Freiheiten weitestgehend selbst auszutesten. Genauso verhält es sich mit Werten und Regeln, die das Kind eigenständig erlernen und verstehen soll.

Merkmale:

  • Eltern verhalten sich ihrem Kind gegenüber wertschätzend und freundlich
  • Klare Regeln und Grenzen, die die Selbstentwicklung des Kindes nicht einschränken
  • Kinder tragen Verantwortung für ihr Handeln
  • Kinder werden zu nichts gezwungen
  • Eltern machen lediglich Vorschläge und Angebote

Vorteile:

Bei der antiautoritären Erziehung werden die Kinder als freie Menschen wahrgenommen, denen man mit Respekt und auf einer Ebene begegnen sollte. Durch diese Erziehung ist es den Kindern möglich, ein gutes Selbstbewusstsein zu entwickeln sowie ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen. Dadurch, dass den Kindern viel Freiraum für eigene Ideen zur Verfügung gestellt wird, sind diese deutlich kreativer als autoritär erzogene Kinder. Sie haben früh gelernt, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und sind sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst. Auch haben sie gelernt, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen.

Nachteile:

Wenn Kinder tun und lassen können, wonach ihnen gerade der Sinn steht, orientieren sie sich natürlich vor allem am Spaßprinzip. Spätestens im Erwachsenenalter wird aus Spaß allerdings bitterer Ernst. Nämlich immer dann, wenn diese Kinder nicht in der Lage sind, auf die Wünsche anderer Rücksicht zu nehmen und ihre Pflichten zu akzeptieren. Kleine (und große) Egoisten sind eine mögliche Folge dieser Erziehung. Desweiteren werden es diese Kinder schwer haben, sich in Hierarchien einzuordnen und Probleme mit Kritik haben.

Der permissiv-verwöhnende Erziehungsstil:

Was ist eine permissive Erziehung?

Der permissive Erziehungsstil ist in die Kategorie der antiautoritären Erziehung einzuordnen und ist damit das Gegenteil zur autoritären Erziehung.

Er ist durch eine passive Verhaltensweise der Eltern gegenüber ihrem Kind geprägt und zeichnet sich durch ein hohes Maß an Toleranz aus. Eltern üben nur ein geringes Maß an Kontrolle auf ihr Kind aus und es werden kaum Regeln und Grenzen gesetzt. So lernt das Kind, seinem impulsiven Verhalten nachzukommen. Bestrafungen oder eine Lenkung des Kindes sind bei dieser Erziehungsmethode nicht vorgesehen. Vielmehr wird auf die Eigeninitiative des Kindes gesetzt.

Merkmale:

  • Keine Lenkung des Kindes seitens der Eltern
  • Eigeninitiative des Kindes ist gefragt
  • Eltern verhalten sich passiv ihrem Kind gegenüber
  • Keine Bestrafungen
  • Kaum Regeln und Grenzen

Vorteile:

Bei diesem Erziehungsstil werden Eigeninitiative, eigene Meinungsbildung, Kreativität des Kindes gefördert und es lernt, seinen Standpunkt zu vertreten und seine Bedürfnisse wahrzunehmen.

Nachteile:

Das Kind kann das passive Verhalten der Eltern ihm gegenüber als Desinteresse an seiner Person werten, wodurch keine emotionale Bindung zu den Eltern aufgebaut werden und das Kind im späteren Leben Probleme beim Eingehen von Bindungen haben kann. Durch die Nachgiebigkeit bei der permissiven Erziehung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das Kind zu einem verwöhnten Egoisten zu (v)erziehen, das sich nicht an Regeln halten kann und durch sein aggressives und impulsives Verhalten auffällt.

Der zurückweisend-vernachlässigende (negierende) Erziehungsstil:

Der negierende Erziehungsstil wird auch als vernachlässigender Erziehungsstil bezeichnet. Hierbei nehmen die Eltern bewusst nicht an der Erziehung ihres Kindes teil. Vielmehr stehen sie ihrem Kind desinteressiert und gleichgültig gegenüber. Das Kind bleibt sich selbst überlassen und kennt keinen Beistand der Eltern bei seiner Entwicklung, geschweige denn Liebe und Zuwendung.

Seine Entwicklung ist somit dem Zufall überlassen bzw. ist abhängig von seinem weiteren Umfeld.

Merkmale:

  • Eltern zeigen kein Interesse am Kind
  • Eltern verhalten sich gleichgültig und unbeteiligt
  • Eltern geben keine Regeln und Grenzen vor
  • Passives Verhalten der Eltern gegenüber dem Kind
  • Kind ist sich selbst überlassen

Vorteile:

Keine.

Nachteile:

Durch das Fehlen an Zuneigung kommt es zu keiner emotionalen Eltern-Kind-Beziehung und somit auch zu keiner Bindung zwischen Eltern und Kind. Daraus entsteht im späteren Leben die Unfähigkeit, Bindungen zu anderen Personen aufzubauen. Weitere negative Auswirkungen sind ein fehlendes Selbstwertgefühl, schlechtes Sozialverhalten ein erhöhtes Aggressionspotential sowie seelische und körperliche Verwahrlosung.

Diese Erziehungsmethode ist vereinfacht ausgedrückt, nichts anderes als seelische und psychische Misshandlung.

Fazit zu den vielen Erziehungsmethoden

Wurde in früheren Jahren noch nach der autoritären Erziehungsmethode erzogen, kommt heute primäre der demokratische Erziehungsstil zum Einsatz. Trotzdem ist hierbei immer noch „Flexibilität“ das Zauberwort. In diesem Beitrag habe ich Dir grundverschiedene Erziehungsstile vorgestellt, aber letztendlich liegt die Entscheidung für die Erziehung Deines Kindes nur bei Dir.

Du hast gelernt, dass der autokratische und autoritäre Erziehungsstil für die positive Entwicklung Deines Kindes eher kontraproduktiv ist. Aber was möchtest Du mit Deiner Erziehung bewirken? Das Ziel kann dabei nur sein, dass Dein Kind sich zu einem fröhlichen, selbständigen, selbstbewussten aber auch kritischen Menschen entwickelt. Der demokratische Erziehungsstil kann Dir dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Besser geeignet ist jedoch der autoritative Erziehungsstil, der auch von Erziehungsexperten als der optimalste bezeichnet wird.

Du wirst erkennen, dass endlose Diskussionen mit Deinem Kind oftmals zu nichts führen. Daher sind klare Ansagen hin und wieder unvermeidbar, gerade wenn es um gefährliche Situationen geht. Grenzen sind bei Deiner Erziehung zwingend erforderlich, Du musst sie Deinem Kind nur nachvollziehbar erklären können. Daher ist eine gewisse Flexibilität in Deiner Erziehung vorteilhaft, frei nach der Devise: So viel wie möglich an Selbständigkeit und Freiheit für Dein Kind und nur so viel wie nötig an Grenzen und Regeln.


Bild: 

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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