Familie

Autokratischer Erziehungsstil – Disziplin und Gehorsam sind das A und O

Liebevolle Mutter im Gespräch mit dem verärgerten kleinen Kind Mädchen

Sicherlich hast Du schon vom autoritären Erziehungsstil gehört. In aller Munde ist auch der Laissez-faire Erziehungsstil, ebenso der demokratische. Doch kennst Du auch den autokratischen Erziehungsstil? Er gilt als eine Steigerung des autoritären Erziehungsstils. Hier erfährst Du alles, was Du über den autokratischen Erziehungsstil wissen solltest: Vorteile, Nachteile, Folgen und vieles mehr.

Merkmale des autokratischen Erziehungsstils

Geredet wird viel – vor allem in punkto Erziehung. Doch was ist eigentlich der autokratische Erziehungsstil?

Dies sind die wichtigsten Merkmale:

  • sehr strenge Erziehungsmaßnahen
  • aktive Überwachung der Regeln
  • Drohungen und Bestrafungen bei Nicht-Einhaltung

So sind es die Erzieher, zumeist die Eltern, die strikte Regeln aufstellen, die von den Kindern befolgt werden müssen. Akribisch überwachen die Eltern die Befolgung der Regeln. Sind die Kinder gehorsam, sind die Eltern zufrieden. Nicht selten sind Drohungen und Einschüchterungen. Sogar Bestrafungen stehen auf der Tagesordnung. Da der Erzieher die Verantwortung für den Nachwuchs übernimmt, entwickelt dieser keine Selbstständigkeit. Er identifiziert sich immer mit seinen Vorgesetzten und traut sich selbst nichts zu.

Vorteile des autokratischen Erziehungsstils

Für junge Eltern stellt sich oftmals die Frage, ob die Erziehungsmethoden, die sie anwenden, auch die richtigen sind. Jedoch gibt es in diesem Bereich gar kein „richtig“ oder „falsch“. Stattdessen muss jeder für sich selbst den passenden Erziehungsstil finden. Als Vorteil des autokratischen Erziehungsstils ist anzusehen, dass der Nachwuchs den Eltern bedingungslos gehorcht. Ausufernde Szenen im Supermarkt, Geschrei auf dem Spielplatz und Gezanke auf der Familienfeier im Restaurant sind ausgeschlossen. Nach außen hin wirken die Kinder super brav.

Nachteile des autokratischen Erziehungsstils

Der autokratische Erziehungsstil birgt viele Risiken:

  • Wenn ein Kind eine autokratische Erziehung erfährt, kennt es keine Kreativität. Sämtliche Ideen werden sofort von den Eltern zerschlagen.
  • Es ist unmöglich, dass sich das Kind nach seinen Wünschen entfaltet und Dinge auf seine eigene Art und Weise kennenlernt.
  • Der Nachwuchs gehorcht stattdessen bedingungslos und zeigt keinerlei Eigeninitiative. So bleibt auch das Bilden eines gesunden Selbstbewusstseins aus.
  • Da der Umgangston in der Familie zwar meist freundlich, dennoch sehr kalt und rau ist, ist ein liebevolles Miteinander beinahe ausgeschlossen.

Weitere Nachteile: Karriere futsch

Das sind längst nicht alle Nachteile, die der autokratische Erziehungsstil mit sich bringt. Es gibt Menschen, die auch noch im Berufsleben mit Folgen zu kämpfen haben. Nie haben sie gelernt, selbst Entscheidungen zu treffen. Eine Führungsposition können sie deshalb nicht übernehmen. Sie sind nicht in der Lage, zu entscheiden und ein Machtwort zu sprechen. Darüber hinaus haben sich viele autokratisch Erzogene ein Wertesystem angeeignet. Sie beurteilen andere nach hierarchischen Gesichtspunkten. Je nach Schwere der psychischen Belastung können auch ernst zu nehmende Krankheiten auftreten: Zwänge, beispielsweise Wasch- oder Zählzwänge sowie Paranoia.


Autokratischer Erziehungsstil: mit diesen Folgen musst Du rechnen

Folgen des autokratischen Erziehungsstils zeigen sich nicht unbedingt sofort. Doch spätestens dann, wenn es um ein Miteinander mit anderen geht, sind die Folgen unübersehbar.

Mögliche Folgen:

  • psychische Erkrankungen
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • mangelndes Selbstbewusstsein
  • Gefühlskälte
  • aggressives Verhalten

Viele autokratisch erzogene Personen denken, dass ihre Meinung nichts wert sei. Sie haben kein Selbstbewusstsein und trauen sich nur wenig zu. Gefühle zu zeigen fällt ihnen schwer. Um ihre Unsicherheit zu überspielen, neigen einige zu einem aggressiven Verhalten gegenüber Personen, die ihnen zu nahe kommen. Auf diese Weise werden Gefühle kompensiert. Seelische Verletzungen sind da keine Seltenheit.

Theorie und Praxis: gelingt die sehr strenge Erziehung?

Vertreter des autokratischen Erziehungsstils gibt es heute kaum mehr. Stattdessen wählen Eltern einen Erziehungsstil aus, mit dem sie sich identifizieren können – nicht selten ähnelt dieser Erziehungsstil der eigenen Kindheit und Jugend. Auch die Kinder haben sich geändert, weshalb der autokratische Erziehungsstil nur schwer durchzusetzen ist. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Fleiß und Gehorsam ganz oben standen. Die Kinder wissen ihr eigenes Sprachrohr einzusetzen. Sie nehmen nicht alles hin und drücken ihre Wünsche und Bedürfnisse in Wort und Schrift aus.

Der autokratische Erziehungsstil heute

Heute, im Jahr 2019, folgen nur sehr wenige Eltern dem autokratischen Erziehungsprinzip. Die Gesellschaft kennt diesen Stil nicht an, ist er doch sehr auf Gehorsam ausgelegt. Wenn Du jetzt denkst, dass dies bereits schon immer so war, irrst Du Dich. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte der autokratische Erziehungsstil zu den weit verbreiteten Erziehungsformen. Wenn er heute noch zum Einsatz kommt, dann in abgeschwächter Form. Dann ist aber eher vom autoritären als vom autokratischen Erziehungsstil zu sprechen.

Fazit: Adieu autokratischer Erziehungsstil

Der autokratische Erziehungsstil gehört der Vergangenheit an. Die Zeiten sind vorüber, in denen Eltern ihren Kindern lediglich ein Vormund waren und ihnen keinerlei Freiraum ließen. Zu viele Nachteile bringt der autokratische Erziehungsstil mit sich. Die Kinder weisen ein aggressives Verhalten auf und tun sich im Umgang mit anderen sehr schwer. Sie erleiden seelische Schäden und erkranken nicht selten an psychischen Erkrankungen.


Bild:

©  fizkes/ bigstockphoto

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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