Stillen

Stillen und Tragen: So funktioniert beides gleichzeitig

Stillen und Tragen: So funktioniert beides gleichzeitig

Stillen und Tragen gehört für viele Mütter ganz selbstverständlich zum Leben mit Baby und Kleinkind. Kein Wunder, denn beides entspricht den natürlichen Bedürfnissen, fördert die Entwicklung der Babys und erleichtert den Alltag enorm. Erfahre jetzt, warum auch Du überlegen solltest, Dein Baby zu stillen und zu tragen und wie sogar beides in einer geeigneten Trage wie der Ring Sling gleichzeitig funktioniert.

Die natürlichen Bedürfnisse Deines Babys

Hast Du dich schon mal gefragt, warum Stillen und Tragen eigentlich so sehr den Bedürfnissen von Babys entspricht? Das hat mit unserer Menschheitsgeschichte zu tun, die schon viele hundertausend Jahre andauert. Unsere Gene, also die Instinkte und Bedürfnisse, mit denen ein Menschenbaby geboren wird, wurden über diesen langen Zeitraum perfekt angepasst, um das Überleben des Babys zu sichern. Und so schnell verändern sich angeborene Verhaltensweisen nicht, das dauert viele Jahrtausende.

Wenn ein Baby zur Welt kommt, hat es außer diesen angeborenen Instinkten nicht viel. Es kann noch nicht strukturiert denken, verstehen, oder mit Absicht handeln. Es folgt einfach seinen angeborenen Verhaltensweisen. Leider sind diese Verhaltensweisen nicht an unsere moderne Welt angepasst, denn die existiert erst seit sehr, sehr kurzer Zeit. Heute gibt es sichere Häuser und wir sind meistens geschützt gegen Angriffe wilder Tiere oder anderer Menschen.

Doch bis vor etwa 10.000 Jahren sah das Leben der Menschen ganz anders aus: Sie lebten in Gruppen als sogenannte Nomaden, zogen also ständig von einer vorübergehenden Behausung in die nächste. Das Leben war hart und gefährlich. Der sicherste Ort für ein Baby war direkt am Körper der Mutter oder einer anderen vertrauten Person. So konnte es sicher sein, dass es nicht irgendwo abgelegt und vergessen wurde oder ungeschützt war vor Raubtieren und Ungeziefer.

So erklärt es sich auch, es für die meisten Babys ein Albtraum ist, alleine in einer stillen Umgebung abgelegt zu werden. In der Gruppe und in Bewegung dagegen fühlen sie sich pudelwohl und können auch beruhigt schlafen.

Stillen ist die natürliche Nahrung eines Menschenbabys. Ersatznahrung in Form von artfremder Milch (Schaf-, Ziegen- oder Kuhmilch) gibt es frühestens seit die Menschen Ackerbau und Viehzucht betrieben, also erst ein paar tausend Jahre. Und selbst dann wurden Babys in der Regel von einer anderen Mutter gestillt, wenn die eigene keine Milch hatte.



Das Stillen und alles, was dazu gehört, also auch die körperliche Nähe und das Saugen, ist also fest in den Genen unserer Babys verankert. Ein Baby, das sich während der Nahrungsaufnahme beruhigt, wohlfühlt und viel trinkt, überlebt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Dieser innere Trieb ist bis heute unverändert – auch wenn es jetzt Ersatzmilch und Fläschchen zu kaufen gibt.

Vorteile des Stillens

Auch wenn die Flaschennahrung mittlerweile sehr hohen Qualitätsrichtlinien entspricht, reicht sie doch nicht an die Qualität und perfekte Zusammensetzung und Vorteile der Muttermilch heran. Denn die Muttermilch hat viele Vorteile:

  • passt sich in Menge und Zusammensetzung immer den Bedürfnissen und dem Alter des Babys an,
  • hat immer die perfekte Temperatur,
  • braucht kein Zubehör und muss nicht angerührt werden,
  • hat wertvolle Immunglobuline und Darmbakterien,
  • fördert den Aufbau der Darmflora,
  • ist vollkommen kostenlos,
  • bedingt gleichzeitig engen Körperkontakt zwischen Mutter und Baby, was die Entwicklung unterstützt,
  • Stillen befriedigt das Saugbedürfnis des Babys, das unter Umständen bis zum 7. Lebensjahr anhält,
  • schützt vor Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Krankheiten im Erwachsenenalter,
  • beugt Allergien und Unverträglichkeiten vor,
  • stärkt die Zungen- und Kiefermuskulatur und fördert dadurch die Sprachentwicklung,
  • fördert die Gesundheit und Rückbildung bei der Mutter.

Vorteile des Tragens

Es gibt Babys, die sich im Kinderwagen unter keinen Umständen beruhigen lassen. Für sie kommt nur die Babytrage oder ein Tragetuch in Frage. Aber auch die meisten anderen Babys fühlen sich beim Tragen pudelwohl – und das nicht ohne Grund. Denn Tragen bietet folgende Vorteile:

  • Es erinnert durch die Enge und Wärme an das Gefühl im Mutterleib,
  • es gibt Deinem Baby das Gefühl, in Bewegung und damit sicher zu sein (s.o.),
  • es fördert die motorische und körperliche Entwicklung des Babys
  • es lässt Dein Baby Deinen Herzschlag hören, den es von dem aller anderen Mütter unterscheiden kann
  • und es fördert die Hüftentwicklung Deines Babys und entspricht der natürlichen Haltung auf der Hüfte der Mutter.

Bis vor wenigen Jahrzehnten (in vielen Kulturen sogar bis heute), werden Babys hauptsächlich auf der Hüfte der Mutter getragen – egal, ob mit oder ohne Tragetuch. Wenn Du Dein Baby hochnimmst, zieht es wahrscheinlich automatisch die Knie etwas an und macht sich bereit, auf die Hüfte gesetzt zu werden. Auch bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, werden die Babys in dieser Haltung am Körper getragen – allerdings halten sie sich dabei selbst am Fell der Mutter fest. Die breite Hüfte und schlanke Taille von Frauen gibt dafür den perfekten Raum.

Erfahre jetzt, welche Babytrage für welches Alter am besten ist. Alle Infos dazu findest Du in unserem großen Babytragen-Test. Wenn Du mehr Interesse an Tragetüchern hast, lies Dir unseren Tragetuch-Test durch.


Die besten Tragehilfen für gleichzeitiges Stillen und Tragen

Aus diesen Gründen erfreuen sich Stillen und Tragen mittlerweile auch in unserer Gesellschaft wieder größerer Beliebtheit. Mehr noch, es gibt immer mehr Tragehilfen, die Stillen und Tragen gleichzeitig ermöglichen. Bevor ich nun ausführlicher über die einzelne Targehilfe berichte, zeige ich Dir hier die 3 besten Tragen, in denen Du gleichzeitig Stillen und Tragen kannst:

Ring Sling Tragetuch

Stillen und Tragen: So funktioniert beides gleichzeitig

In einem Ring Sling Tragetuch trägst Du Dein Baby in der Regel leicht seitlich oder komplett auf der Hüfte in einer Schlinge aus Tragetuchstoff. Diese Schlinge lässt sich mithilfe von zwei Ringen genau justieren und an Dein Baby anpassen. Wenn Du nun im Tragetuch stillen möchtest, lockerst Du das Tuch, sodass Dein Baby nach unten sinkt, bis es mit dem Mund auf Höhe der Brustwarze ist. Dann kannst Du es ganz einfach anlegen. Mit dem überstehenden Tuchrest kannst Du, wenn nötig, den Kopf Deines Kindes bedecken und so für etwas Diskretion oder Ruhe sorgen. Meistens ist es angenehmer, wenn Du Dich dabei hinsetzt, aber ich selbst habe auch schon im Gehen gestillt.

Hier geht es außerdem zu meinem Ring-Sling-Testbericht.

Manduca Tragehilfe

Stillen und Tragen: So funktioniert beides gleichzeitig

Die Manduca hat Schulterschnallen, die von vielen als „Stillschnallen“ bezeichnet werden. Wenn Dein Baby auf der richtigen Höhe sitzt, kannst Du durch das Lockern dieser Schulterschnallen dem Köpfchen etwas Freiraum geben, sodass Dein Baby stillen kann. Allerdings klappt das nicht bei allen Kindern und nicht in jedem Alter. Probier es einfach aus!

Erfahre mehr über die Manduca in meinem Manduca-Test.

Kokadi Flip Trage

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Auch die Kokadi Flip hat diese Schulterschnallen. Natürlich kannst Du bei der Kokadi, wie auch bei der Manduca, auch gleichzeitig den Hüftgurt etwas nach oben oder unten schieben. Wichtig ist, dass Du nach dem Stillen das Baby wieder in die ursprüngliche Position bringst. Denn wenn es nicht hoch genug, also auf Kopfkusshöhe sitzt, wird das Tragen für euch beide anstrengend.

Die Kokadi ist für mich die beste Kleinkind-Trage. Mehr dazu in meinem Kokadi-Test.

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