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Muttermilch aufbewahren: So machst Du alles richtig!

Muttermilch aufbewahren: So machst Du alles richtig!

Stillen bedeutet nicht, dass Du immer für Dein Baby verfügbar sein musst und niemand anders es füttern kann. Wenn Du Muttermilch abpumpst, bist Du genauso flexibel wie eine Mutter, die ihr Baby mit der Flasche füttert. Allerdings solltest Du einiges darüber wissen, wie Du Muttermilch aufbewahren und erwärmen musst, damit die wertvollen Inhaltsstoffe für Dein Baby nicht verloren gehen.

Achtung!
Für Frühgeborene und kranke Babys gelten besonders strenge Richtlinien bezüglich der Hygiene und des Fütterns von abgepumpter Muttermilch. Bitte richte Dich in diesem Fall nicht nach den Angaben in diesem Artikel, sondern besprich Dich mit Deinem Arzt bzw. Krankenhaus.

Wie kann ich Muttermilch aufbewahren?

Am besten, das heißt voller antibakterieller Eigenschaften, reicher an Antioxidantien, Vitaminen, Antikörpern, Darmbakterien und gesundem Fett ist frische Muttermilch. Am meisten dieser wertvollen Eigenschaften gehen verloren, wenn Du Muttermilch einfrierst und wieder auftaust.

Infografik Abgepumpte Muttermilch Richtig Aufbewahren

Das bedeutet, es gibt eine klare Hierarchie, wie Du nach Möglichkeit Muttermilch richtig aufbewahren solltest:

  1. Ungekühlt bei Raumtemperatur (ca. 21°C): Wenn Du die Milch innerhalb der nächsten 6-8 Stunden verwenden möchtest, ist sie auch außerhalb des Kühlschranks haltbar. Je schneller sie verfüttert wird, desto besser. Muttermilch hat viele antibakteriellen Inhaltstoffe und ist deshalb so lange außerhalb des Kühlschranks haltbar. Nach dieser Zeit solltest Du sie allerdings verfüttern und nicht kühlen, um sie länger aufzubewahren.
  2. Im Kühlschrank (4°C oder kälter): Gekühlt ist Muttermilch mindestens drei Tage, manchen Experten zufolge sogar bis zu acht Tage lang haltbar. Allerdings solltest Du sie nicht in der Kühlschranktür lagern, sondern weit hinten und unten.
  3. Im Eisfach des Kühlschranks: Hier hält sich Muttermilch ca. 2 Wochen lang.
  4. Tiefgekühlt (-17°C oder kälter): So hält sich Muttermilch bis zu 6 Monate. Wenn Du Muttermilch aus dem Gefrierschrank einmal aufgetaut hast, darfst Du sie nicht wieder einfrieren.

Muttermilch einfrieren

Beim Einfrieren der Muttermilch gehen einige der wertvollen Bestandteile verloren. Deshalb würde ich Dir raten, Muttermilch nur einzufrieren, wenn es unbedingt sein muss. Ansonsten lagere sie besser im Kühlschrank.

Beachte außerdem, dass sich Flüssigkeiten beim Einfrieren ausdehnen. Ein voll gefüllter Behälter würde dadurch platzen. Je nach Alter trinkt ein Baby 30-120 ml pro Mahlzeit. So große Portionen sind also ohnehin unnötig.

Wenn Du Muttermilch einfrieren möchtest, solltest Du sie zuvor im Kühlschrank für 30-60 Minuten kühlen und dann in den Gefrierschrank stellen.

Muttermilch sammeln und mischen

Wenn Du mehrmals am Tag abpumpst und die Portionen zu klein sind für eine vollständige Mahlzeit, kannst Du die Muttermilch mischen und dann zusammen im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren. Allerdings solltest Du Muttermilch nur mischen, wenn sie eine ähnliche Temperatur hat.

Zum zusammen Einfrieren sammelst Du sie darum zunächst im Kühlschrank und frierst sie am Abend ein. Oder Du fügst jeweils im Kühlschrank abgekühlte Muttermilch der bereits tiefgefrorenen hinzu.

Muttermilch auftauen

Aufgetaute Muttermilch solltest Du kühl lagern und innerhalb von 24 Stunden verbrauchen.

Wenn Du eingefrorene Muttermilch auftauen und erwärmen willst, ist schonendes Vorgehen das A und O. Niemals solltest Du eine Mikrowelle benutzen oder die Milch direkt in einen Topf geben. Denn so werden viele der wertvollen Inhaltsstoffe sofort zerstört. Dein Baby wird zwar trotzdem satt von der Milch, aber auf Dauer fehlen Vitamine, Abwehrstoffe und anderen Elemente der Muttermilch.

Muttermilch aufwärmen

Stattdessen gib den geschlossenen Muttermilch-Behälter in ein warmes Wasserbad, wo die Milch langsam auftauen und sich erwärmen kann. Am besten, Du erwärmst sie nicht mehr als nötig (ca. 37°C), keinesfalls sollte die Milch richtig heiß werden oder gar kochen.

Manche Babys akzeptieren auch Muttermilch, die Zimmertemperatur hat. Probier es einfach aus.

Erwärmte Muttermilch – wie lange haltbar?

Einmal aufgewärmte Muttermilch sollte nicht erneut gekühlt und wieder aufgewärmt werden. Die Gefahr, dass sich Bakterien ungehindert vermehren, ist zu groß. Wenn Dein Baby sie nicht innerhalb von 1-2 Stunden nach dem Erwärmen trinken will, musst Du sie leider wegkippen oder für andere Zwecke verwenden. Muttermilch kannst Du zum Beispiel auch als Badezusatz oder zur Behandlung von Hautproblemen nutzen.

Es ist normal, dass aufgetaute oder gekühlte Milch anders aussieht als frische Muttermilch. Häufig trennt sie sich in verschiedene Schichten. Das kannst Du durch vorsichtiges Schütteln lösen. Auch kann aufgetaute Muttermilch eine andere Farbe anngehmen, teils auch grünlich oder blau. Durch bestimmte Nahrungsmittel oder Wirkstoffe aus Medikamenten oder Tees kann Deine Muttermilch alle möglichen Färbungen annehmen. Auch der Geruch abgepumpter Muttermilch verändert sich durch die Arbeit eines enthaltenen Enzyms. Das ist alles kein Anzeichen, dass die Milch nicht mehr gut ist.

In welchem Behälter kann ich Muttermilch aufbewahren?

Ungeeignete Behältnisse für abgepumpte Muttermilch:

Wichtig: Muttermilch gehört nicht einfach in eine Tupperdose oder andere Plastikbehälter.

Als Behälter zum Muttermilch einfrieren darfst Du keinesfalls herkömmliche Gefrierbeutel oder Eiswürfelbeutel verwenden, denn sie enthalten Weichmacher (Phthalate, Di-Ethylhexylphthal) oder Bisphenol-A, die sich dann auch in der aufgetauten Muttermilch befinden.

Geeignete Behälter für abgepumpte Muttermilch:

  • BPA-freie Hartplastikgefäße aus Polyethylen (PE) bzw. Polypropylen (PP)
  • Glasbehälter
  • spezielle Muttermilchaufbewahrungsbeutel aus PE

Fast alle Milchpumpen-Hersteller bieten auch entsprechende Muttermilch-Behälter an, die an der Milchpumpe befestigt und danach mit einem Deckel verschlossen werden können. Solche Behälter kannst Du gleichzeitig auch für das Aufbewahren von selbst gekochtem Brei oder Snacks für unterwegs nutzen. Denn Du kannst sicher sein, dass sich keine schädlichen oder krebserregenden Stoffe aus dem Plastik lösen.

Lesetipp: Die besten elektrischen Milchpumpen im Vergleich

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* Zuletzt aktualisiert am 16. June 2019 um 06:39 . Alle hier angezeigten Preise können sich inzwischen geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Egal, welchen Behälter für Muttermilch du nutzt, er muss sauber sein. Das heißt, Du musst ihn nach jeder Nutzung gründlich reinigen und sterilisieren. Wenn Du Muttermilchbehälter in der Spülmaschine wäscht, solltest Du sie danach per Hand nachspülen. Denn häufig lassen Spülmaschinen feine Rückstände zurück, in denen sich Bakterien und Spülmittel befinden können. Sterilisieren kannst Du die Behälter durch abkochen (5 Minuten lang) oder einen entsprechenden Vaporisator.

Lesetipp: Babyflaschen sterilisieren – und zwar richtig!

Wichtig ist auch, dass Du das Abpump-Datum auf dem Muttermilchbehälter notierst. Ansonsten weißt Du nicht, ob sie noch haltbar ist, oder nicht. Verbrauche immer die ältere Milch zuerst.

Milch aufbewahren – wie lange?

Wenn Du beim Abpumpen der Milch und beim sterilisieren aller verwendeten Behälter sehr hygienisch vorgehst, verlängert sich die Haltbarkeit dementsprechend.

Am besten ist es dabei, wenn so wenig wie möglich umgefüllt wird, denn dann besteht immer die Gefahr einer Verunreinigung. Pumpe am besten direkt in die entsprechenden Aufbewahrungsbehälter ab – es gibt zu jeder Milchpumpe solche, die Du direkt daran befestigen kannst.

Muttermilch im Muttermilchbeutel und Muttermilchfläschchen

Außerdem solltest Du auch alle Bestandteile der Milchpumpe, die mit Muttermilch in Kontakt kommen, nach jedem Gebrauch reinigen und sterilisieren.

Vergiss nicht, vor dem Abpumpen Deine Hände gründlich zu waschen.

Abgepumpte Muttermilch unterwegs

Wenn Du oder Dein Partner den ganzen Tag unterwegs seid und Muttermilch zum Füttern mitnehmen wollt, ist das kein Problem. Gerade frisch abgepumpte Milch hält auch für mehrere Stunden ohne Kühlung. Alternativ kannst Du einen Kühlakku und ggf. eine Kühltasche mitnehmen und gekühlte Milch einpacken.


Bild:

©evso - bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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