Baby, Stillen

Elektrische Milchpumpe von Apotheke leihen: Kosten, Leihdauer, Rezept

milchpumpe leihen aus der apotheke

Im Idealfall klappt das mit dem Stillen ja auf ganz natürliche und selbstverständliche Weise. Im Idealfall.

In der Realtität sieht das oft ganz anders aus und es gibt Mütter, die vor allem in den ersten Wochen viel Unterstützung brauchen, um ihr Baby erfolgreich stillen zu können. Dafür ist eine Milchpumpe eine sehr sinnvolle Erfindung. Milchpumpen unterstützen bei Milchstau, Brustentzündung, Milchbildungsproblemen, Saugschwäche des Säuglings, Schlupf- oder Hohlwarzen und vielen anderen Ursachen, warum das Stillen nicht richtig klappt.

Die gute Nachricht: Wenn Du aus medizinischen Gründen eine Milchpumpe brauchst, musst Du diese nicht selbst kaufen. Du kannst auch eine hochwertige Milchpumpe aus der Apotheke leihen.

Wie genau das geht, was Du vorab wissen solltest und wer für die Kosten aufkommt, erkläre ich Dir in diesem Beitrag.

Milchpumpe leihen statt kaufen

Wenn Dir das Milchpumpe leihen aus der Apotheke zunächst etwas umständlich vorkommt, stellst Du Dir vielleicht die Frage, warum Du sie nicht einfach selbst kaufen kannst. Die Antwort ist simpel: Die Krankenhaus-Milchpumpe Medela Symphony, die Du in den Apotheken geliehen bekommst, kostet neu etwa 1900 EURO. Die wenigsten Eltern sind in der Lage, diese Anschaffung aus eigener Tasche zu bezahlen.

Natürlich gibt es auch günstigere elektrische Milchpumpen, allerdings würde ich die für den Anfang nicht unbedingt empfehlen. Denn die teuren elektrischen Milchpumpen aus der Apotheke funktionieren einfach am besten und effektivsten und sind nicht ohne Grund so kostspielig.

Wenn Du in einer Situation bist, in der Du Muttermilch abpumpen und an Dein Baby füttern willst, dann hast Du sicherlich gute Gründe. Vielleicht hast Du Schmerzen in der Brust oder Sorge, dass Dein Baby nicht zunimmt.

Vielleicht geht es auch einfach darum, dass Du nachts mal schlafen kannst, während Dein Partner das Füttern übernimmt. In jeden Fall wirst Du auch ohne das Abpumpen schon gestresst sein. Darum sollten der Umgang mit der Milchpumpe und der Prozess des Abpumpens so komplikations- und stressfrei wie möglich verlaufen.

Auf keinen Fall empfehlen würde ich Dir eine Hand-Milchpumpe. Diese eignet sich wirklich nur zum gelegentlichen Abpumpen. Ich habe selbst in meiner Stillzeit eine ausprobiert und es ist lange und beschwerlich, damit genug Milch für eine Mahlzeit zu gewinnen. Wenn Du das täglich machst, bekommst Du mit Sicherheit Probleme mit den Sehnenscheiden.

Wenn Du später genug Erfahrung mit der elektrischen Milchpumpe hast und eine eigene kaufen möchtest, kannst Du das immer noch. Schau Dir aber auch dazu meinen Beitrag über die besten elektrischen Milchpumpen für zuhause an.

Bis dahin leih Dir lieber eine Milchpumpe aus der Apotheke oder miete Dir eine vom Hersteller.

 

Milchpumpe in der Apotheke ausleihen auf Rezept

Das richtige Rezept

Der einfachste Weg, eine Milchpumpe zu leihen aus der Apotheke ist mit einem ein Kassenrezept. Das stellt Dir ein Gynäkologe oder Kinderarzt aus.

Zum Kinderarzt musst Du, wenn Dein Baby Probleme mit dem Stillen, also eine Saugschwäche, ein verkürztes Zungenbändchen oder ähnliches hat.

Der Gynäkologe kann Dir ein Rezept ausstellen, wenn das Problem bei Dir begründet liegt, also zum Beispiel zu wenig Milch, zu viel Milch oder eine Brustentzündung.

Wichtig ist, dass das Rezept für die Milchpumpe alle relevanten Informationen enthält:

  • Diagnose bzw. Diagnose des Kindes – das Rezept ist immer auf Deinen Namen ausgestellt
  • Gültigkeitsdauer (in der Regel vier Wochen)
  • die korrekte Bezeichnung für die elektrische Milchpumpe: elektrische Intervallmilchpumpe
  • Einzel- oder Doppelpumpset
  • Unterschrift und Stempel des Arztes

Weil nicht alle Ärzte häufig Milchpumpen verschreiben, solltest Du selbst darauf achten, dass alles korrekt angegeben ist. Das erspart vor allem Dir im Zweifel die Mühe, Dir ein neues Rezept ausstellen zu lassen.

Wenn Du die Ausstattung für das Aufbewahren und Füttern der Muttermilch nicht zu Hause hast, kann der Arzt Dir das ebenfalls verschreiben. Es handelt sich dann um ein sogenanntes Einmalset. Es enthält Milchflaschen, Verbindungsschläuche und Brustansatzstücke.

  • Das Einmalset muss ebenfalls auf demselben Rezept vermerkt sein.

Nach Rückgabe der Milchpumpe an die Apotheke darfst Du das Einmalset behalten. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Rezept nachreichen

Wenn es schnell gehen muss, weil sich die Brustentzündung zum Beispiel an einem Abend bildet, und Du keine Zeit mehr hast, einen Arzt aufzusuchen, kannst Du das Rezept bei allen mir bekannten Apotheken auch nachreichen.

Meistens holt dann der Vater oder jemand anderes das Gerät aus der Nachtapotheke, weil es der Mutter nicht gut geht und man schnell handeln will.

Kosten

Weil die Pumpe sehr teuer ist, verlangen die Apotheken 75,- bis 100,- EURO Kaution. Diese bekommst Du wieder, sobald Du die Pumpe unbeschädigt und termingerecht wieder zurückgegeben hast.

Für die beliebte Medela Symphony Milchpumpe, die einen Neupreis von ca. 1.900 Euro hat, verlangen manche Apotheken zusätzlich eine Eigenbeteiligung von 20,- EURO. Diesen Betrag bekommst Du nicht wieder.

Den Rest der Kosten übernimmt dann Deine Krankenkasse für die geliehene Milchpumpe. Übrigens müssen alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Milchpumpe übernehmen, sofern das Rezept korrekt ausgestellt wurde.

Leihdauer

Eine auf Rezept geliehene Milchpumpe darfst Du 4 Wochen lang ausleihen bzw. behalten bis das gesundheitliche Problem behoben ist. Wenn das Problem weiter besteht, kann Dein Arzt das Rezept jeweils um zwei Wochen verlängern.

Wenn Du nicht selbst in die Apotheke möchtest und den Versand abwarten kannst, kannst Du auch eine Milchpumpe online leihen. Einige Apotheken haben auch einen Lieferservice. Vorher anrufen lohnt sich also.

Elektrische Milchpumpe von Apotheke leihen ohne Rezept

Wenn keine medizinische Indikation besteht, hast Du streng genommen kein Recht auf eine Kostenübernahme der Mietkosten durch die Krankenkasse. Trotzdem möchtest oder musst Du vielleicht vorübergehend Milch abpumpen.

Damit Du eine elektrische Milchpumpe erst einmal ausprobieren kannst, hast Du die Möglichkeit, diese privat aus der Apotheke zu leihen. Das heißt, Du übernimmst den Tagessatz, den sonst die Krankenkassen bezahlen, selbst. Bei den meisten Apotheken beträgt der Tagessatz zwischen 1,80 – 3,00 € – das macht etwa 55 – 90€ pro Monat.

Wenn Du langfristig Milch abpumpen möchtest, weil Du zum Beispiel wieder arbeitest, aber trotzdem weiter stillen willst, empfiehlt es sich dann natürlich, eine eigene Milchpumpe zu kaufen.

Wenn Du also ein paar Tage lang mit der geliehenen Milchpumpe aus der Apotheke geübt hast und es gut klappt, investiere das Geld lieber in eine eigene Milchpumpe. Hebammen empfehlen häufig die elektrischen Milchpumpen von Medela oder die Ardo Calypso.

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Milchpumpe Leihen oder Mieten mit Privatversicherung

Wer privat versichert ist, hat es mit der Kostenübernahme für die Milchpumpe aus der Apotheke leider nicht ganz so einfach. Viele Kassen weigern sich, weil eine Milchpumpe ja keine Heilbehandlung ist. In jedem Fall wird die Apotheke wohl erst einmal mit Dir persönlich abrechnen. Das heißt, Du musst in Vorleistung gehen und dann die Kosten von Deiner privaten Krankenversicherung auf Antrag zurückverlangen.

Am besten, Du setzt Dich telefonisch und schriftlich vorab mit Deiner privaten Krankenkasse in Verbindung und erfragst deren Vorgehen. Weil in der Zwischenzeit die Pumpe oft trotzdem benötigt wird, hol sie am besten schon einmal aus der Apotheke und nutze sie.

Im Zweifel sind die Kosten für ein paar Tage private Abrechnung ja nicht besonders hoch. Und im besten Fall bekommst Du diese Kosten ja von Deiner Krankenkasse doch noch erstattet.

Wissenswertes zur Leih-Milchpumpe

Wenn Du die Milchpumpe aus der Apotheke abholst, nimm Dir ein paar Minuten Zeit und lass Dir den Umgang damit in Ruhe erklären. Alternativ kann Dir vielleicht auch Deine Hebamme eine erste Einweisung geben.

In jedem Fall solltest Du die Milchpumpe nach jeder Benutzung sterilisieren und Teile, die mit Muttermilch in Berührung kommen, vorher sicherheitshalber auskochen – zumindest dann, wenn Dein Baby empfindlich ist für Infektionen. So tötest Du alle Keime ab.

Anleitung: Milchpumpe richtig benutzen

Verzweifle nicht, wenn beim ersten Mal nur wenig Milch kommt. Das ist völlig normal und wird mit etwas Übung besser. Vielleicht musst Du auch einfach vor dem Pumpen Deinen Milchfluss in Gang bringen, indem Du die Brust anwärmst oder massierst.

Auch die körperliche Nähe zu Deinem Baby oder zumindest ein Foto und intensive Gedanken können den Milchspendereflex auslösen.

Ansonsten ist Entspannung und Ruhe immer hilfreich, denn Stress und Druck blockieren den Milchfluss. Achte außerdem auf folgende Punkte.

Wie benutzt man eine Milchpumpe?

  1. Milchpumpe richtig anlegen, sonst können Risse in der Brustwarze entstehen (Pumpe bildet starkes Vakuum)
  2. Saugstärke richtig einstellen, sollte nicht schmerzhaft sein
  3. Nicht länger als 20 Minuten abpumpen
  4. Nach dem Gebrauch alle Teile, die mit Muttermilch in Verbindung waren, sorgfältig reinigen und sterilisieren; nicht mit Geschirrtuch abtrocknen
  5. Muttermilch nur in Muttermilchbehältern oder Muttermilchbeuteln aufbewahren
  6. Richtig Vorgehen beim Lagern, Erwärmen und Füttern von Muttermilch
  7. Immer einen Muttermilch-Sauger verwenden

Muttermilch abpumpen oder Fertignahrung (PRE-Nahrung)

Ein kurzes Wort noch zum Sinn oder Unsinn vom Zufüttern mit Milchersatz-Pulver (PRE-Milch). Auf den ersten Blick scheint es vielen Eltern einfacher und stressfreier, die fehlende Muttermilch einfach durch Flaschenmilch zu ersetzen, statt sie Mühsam abzupumpen.

Das kann man natürlich machen. Allerdings sollten Dir zwei Dinge klar sein, wenn Du Dich für das Zufüttern von Ersatznahrung entscheidest:

  1. Milchpulver ist qualitativ weit entfernt von dem, was die Muttermilch zu bieten hat. Weder die Zusammensetzung der Fettsäuren und langkettigen Kohlenhydrate reicht an die der Muttermilch heran, noch enthält Milchpulver andere wertvolle Inhaltsstoffe wie Immunstoffe und Hormone. Außerdem ergeben Laboruntersuchungen der ÖKO-Test immer wieder, dass alle Muttermilchpulver mit schädlichen Rückständen aus der industriellen Verarbeitung belastet sind.
  2. Sobald Du Deinem Baby etwas anderes als Muttermilch zufütterst, wird Deine eigene Milchproduktion entsprechend zurückgehen. Denn die Milchproduktion wird vor allem geregelt durch die Nachfrage – also durch das, was Dein Baby getrunken hat. Durch das Abpumpen von Muttermilch stellst Du also sicher, dass Du so lange stillen kannst, wie Du und Dein Baby möchten.

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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