Baby, Gesundheit & Pflege

Zahnen: Was tun, wenn das Baby zahnt und Schmerzen hat?

Zahnen: Was tun, wenn das Baby zahnt und Schmerzen hat?

Wie eine Revolution im Leben Deines Babys brechen erste Zähne durch den Kiefer. Schmerz gehört dazu – aber hier erhältst Du Tipps, die Dir und Deinem Baby die Zahnungszeit erleichtern!

Zeitpunkt & Dauer des Zahnens

Wann beginnt der Zahneinschuss?

Es ist ganz individuell, wann Dein Baby den ersten Zahn bekommt. Einige Babys warten bis zu ihrem ersten Geburtstag, andere zeigen schon direkt nach der Geburt Anzeichen der Dentition. Die meisten Babys beginnen zwischen dem vierten und sechsten Monat.

Kann ein Baby mit 6 Wochen schon zahnen?

Theoretisch können Babys in den ersten Wochen nach der Geburt schon zahnen. Es ist theoretisch möglich, aber auch sehr selten. Die ersten Zahndurchbruchsbeschwerden können schon auftreten, lange bevor der Zahn tatsächlich durchbricht und zu sehen ist. Sollte zum Beispiel Dein Baby erst 8, 10, 12 oder 14 Wochen alt sein, kannst Du es schon mal mit Osanit-Globuli versuchen, die Schmerzen etwas zu lindern.

Wie lange dauert Zahnen?

Bis alle 20 Zähne vom Milchgebiss sichtbar sind, dauert es 20-30 Monate. Aber keine Sorge – die Milchzähne kommen schubweise, Du hast vermutlich nicht 20 Monate am Stück mit Zahnungsanzeichen zu tun!

Anzeichen & Symptome

Woran erkenne ich, dass beim Baby die ersten Zähne in den Kiefer einschießen?

Quengelt Dein Baby, weil es Hunger hat, oder weil es zahnt? Schlaflose Nächte bist Du vielleicht schon gewohnt, aber wenn Dein Baby nachts überhaupt nicht schlafen kann, kann es sich vielleicht auch um ein erstes Zahnungsanzeichen handeln.

Relativ sichere Zeichen für den Beginn der Zahnung sind:

  • Geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch/Kieferpartie
  • Vermehrtes Sabbern
  • Weinen und jammern ohne erkennbaren Grund (keine volle Windel etc.)
  • Dein Baby möchte viel mehr getragen werden und sucht Körperkontakt

Einige Symptome können mit dem Zahnen in Verbindung stehen, haben möglicherweise aber auch andere Ursachen. Nicht jedes Baby zeigt alle diese Verhaltensweisen, manche zahnen auch unauffällig.

Mögliche Hinweise auf Zahnungssymptome:

  • Kopf hin und her werfen: Schmerzen am Kopf, wie sie beim Zahndurchbruch entstehen, sorgen für Unbehagen. Es kann sein, dass Dein Baby versucht, das Ungemach abzuschütteln, was natürlich nicht funktionier. Es kann aber auch andere Ursachen haben, warum Dein Baby seinen Kopf hin und her dreht.
  • Zunge rausstrecken: Die Entstehung der Milchzähne sorgt für vermehrten Speichelfluss, das Herausstrecken der Zunge ist dabei häufig zu sehen.
  • Nächtliche Schlafunterbrechungen: Dein Baby kann besonders nachts nicht mehr schlafen? In der Nacht gibt es keine Ablenkung, daher empfindet der Säugling die Kieferschmerzen jetzt besonders stark.
  • Weniger Appetit: Viele Babys haben in der Zahnungsphase weniger Hunger oder wollen seltener an die Brust – solange Dein Baby nicht untergewichtig ist, musst Du Dir keine Sorgen machen.
  • Immer die Hand im Mund: Wenn die Zähne durch den Kiefer brechen, tut das nicht nur weh, es juckt auch und überall ist plötzlich mehr Sabber – kein Wunder, dass Dein Baby ständig dorthin fassen möchte, wo der Schmerz entsteht. Es wird jetzt oft die Faust in den Mund nehmen und über die betroffenen Stellen reiben.
  • Dein Baby beißt Dich in die Hand? Nimm es nicht persönlich – es beißt jetzt in alles, was greifbar ist, um den Zahndurchbruch zu unterstützen.
  • Rote Bäckchen und kalter Schweiß: Der Kiefer schwillt an, da können die Wangen gerötet sein, und gleichzeitig bildet sich kalter Schweiß am Kopf – andere Babys bekommen sogar Fieber. Wenn Du sicher bist, dass Dein Baby gerade einen Zahnungsschub hat, dann kannst Du das als normales Symptom werten. Hält das aber mehrere Tage an und ist Dein Baby zusätzlich matt und abgeschlagen, solltest Du nach anderen Ursachen dafür forschen.

Reihenfolge

Wann kommt welcher Zahn?

Bereits 8 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft werden die Milchzahnkeime im Kiefer angelegt. Die meisten Babys zeigen der Welt zuerst die unteren Schneidezähne, danach kommen die oberen.

Es folgen die benachbarten Schneidezähne, Dein Baby hat vielleicht an seinem ersten Geburtstag ein schönes 8-Zähne-Lächeln. Es geht dann hinten weiter – die mittleren Backenzähne kommen oft im Alter von 14-18 Monaten, gefolgt von den Eckzähnen.

Die hinteren Backenzähne brechen in der Regel erst im Alter von 2 Jahren durch – spätestens am dritten Geburtstag sollte das Milchgebiss vollständig sein.

Welcher Zahn schmerzt am meisten?

Vermutlich werden die Eckzähne am schmerzhaftesten empfunden, da sie sich zwischen die bereits bestehenden Zähnchen schieben müssen.


Hilfe und Linderung

So machst Du es Deinem Baby leichter bei Zahnungsbeschwerden!

Bestimmt fühlt sich jeder verpflichtet, Dir Tipps zu geben, wie Du dem zahnenden Kind helfen sollst, ob Du nun danach gefragt hast, oder nicht. Aber nicht jedes Hausmittel hält, was es verspricht! Hier habe ich einen kleinen Überblick für Dich:

Zahngel

Ein leichtes lokales Betäubungsgel verschafft Linderung. Das wirkt aber nur, wenn das Zahnfleisch spannt, weil gerade ein Zahn durchbricht.

Einem schmerzenden Kiefer kann damit nicht geholfen werden.

Beißring

Es gibt verschiedene Ausführungen, manche sogar mit Kühlakkus. Der Vorteil von Beißringen ist zum einen die reine Mechanik, weil die Kieferaktivität gesteigert wird und so das Zahnen erleichtert. Es ist aber auch eine prima Ablenkung für Dein Baby, weil es etwas Neues in der Hand hat und besabbern kann.

Bitte nie die Beißringe ins Gefrierfach legen – das ist zu kalt!

Bernsteinkette

Selbst wenn Du den schmerzlindernden Schwingungen von Bernstein Glauben schenkst (die nicht wissenschaftlich belegt werden können):

Hänge bitte Deinem Baby keine solche Kette unbedacht um den Hals! Es kann sich damit nicht nur strangulieren, es können auch im Mund schmerzhafte Verletzungen entstehen, wenn es darauf herumkaut.

Veilchenwurzel

Als natürliche Alternative zu einem industriell gefertigten Beißring findet die Veilchenwurzel oft Verwendung. Leider können diese schnell ein Tummelplatz für Bakterien werden – wenn Du sie trotzdem verwenden möchtest, solltest Du sie regelmäßig auskochen und auf Hygiene achten. Noch mehr Infos darüber findest Du in meinem Beitrag über Veilchenwurzel.

Globuli und homöopathische Präparate

Viele Kinderärzte empfehlen die Gabe von Globuli, wenn es darum geht, die Selbstheilungskräfte des Kindes zu aktivieren. Nun ist der Zahnungsprozess ja natürlich und bedarf keiner Heilung – er muss nur durchgestanden werden. Trotzdem können homöopathische Mittel, wenn sie sachgemäß und in angemessener Dauer angewendet werden, die Phase unterstützen.

Bewährt haben sich:

  • Chamomilla
  • Calcium phosphoricum
  • Magnesium phosphoricum
  • Kreosotum
  • Belladonna
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  • homöopathisches Arzneimittel
  • zur Linderung beim Zahnen
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* Zuletzt aktualisiert am 24. July 2019 um 04:09 . Alle hier angezeigten Preise können sich inzwischen geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Homöopathische Salben lindern ebenfalls den Zahnungsschmerz, sie werden vorsichtig über den Kiefer gerieben und einmassiert.

Zäpfchen und Schmerzmittel

Wenn Dein Baby wirklich stark leidet, kannst Du mit dem Kinderarzt oder der Hebamme über die Gabe von Schmerzmitteln entscheiden.

Das sollte keine Daueranwendung sein, ist aber eine gute Möglichkeit für Dich und Dein Baby, um mal wieder eine Nacht durchzuschlafen und Kraft zu tanken.

Nasse Waschlappen

Ein einfaches Hausmittel ist ein nasser, etwas gekühlter Waschlappen für Dein Baby – darauf kann es herumkauen und damit Spaß haben.

Massagen

Wer es kann, gibt dem Baby eine Fußreflexzonenmassage, die die Schmerzleitbahnen stimuliert. Ablenken tut es Dein Baby mit Sicherheit, und die Interaktion wird euch beiden Freude machen.

Liebe und Nähe

Dir und Deinem Baby erleichterst Du die Zahnungszeit am meisten durch Nähe, Kuscheln und Spielen. Körperkontakt tröstet, und auf Deinem Arm ist ja ohnehin alles weniger schlimm.

Unangenehme Begleiterscheinungen, die während des Zahnens auftreten können

Dein Baby zahnt – und plötzlich passieren noch 100 andere Unannehmlichkeiten

Wenn der Organismus mit dem Zahnen beschäftigt ist, dann treten oft noch andere unschöne Nebenwirkungen auf. Dein Baby ist in dieser Zeit auch anfälliger für Infekte.

Manches kannst Du als harmloses Ärgernis hinnehmen, andere Symptome solltest Du spezifisch behandeln oder abklären lassen, denn Zahnen allein ist nicht immer die Ursache für alles.

Veränderter Schlaf

Dein Baby schläft unruhig oder überhaupt nicht. Wenn der Zahn erst durch ist, dann wird auch das wieder anders und schlaflose Nächte gehören bis zum nächsten Schub der Vergangenheit an.

Mundgeruch

Durch das Zahnen sabbert Dein Baby mehr, es hat vermehrt Gegenstände oder Hände im Mund, da ist es ganz normal, dass sich eine Weile die Mundflora verändert und eventuell Mundgeruch entsteht. Sollte das aber stechend riechen, schaue nach, ob sich nicht ein Zahnansatz entzündet hat. Außerdem: bereits der erste Zahn muss geputzt und gepflegt werden!

Mehr Infos über Mundgeruch beim Baby

Fieber

Es ist umstritten, ob Fieber wirklich mit dem Zahnen in Zusammenhang steht – wenn es anhält oder schnell ansteigt, solltest Du nach anderen Ursachen suchen. Mehr Infos dazu findest Du in meinem Beitrag über den Zusammenhang von Zahnen und Fieber bei Babys.

Durchfall und Stuhlgang

Babys in der Zahnungsphase haben häufiger Stuhlgang bis hin zum Durchfall – das liegt auch an der Anregung des Verdauungstraktes durch die viele Bewegung im Mundraum. Der Stuhl kann auch sauer riechen oder grünlich sein, auch schleimiger Stuhlgang ist möglich und kann zum Schub dazu gehören.

Erbrechen

Wenn Dein Baby unter Erbrechen leidet, ist das jetzt ganz normal. Sollte es aber dabei Fieber und Durchfall haben und Schwäche zeigen, wäre ein Besuch beim Kinderarzt doch angebracht. Dein Baby nimmt jetzt viele Sachen in den Mund, schaue im Erbrochenen also nach, ob es vielleicht Teilchen verschluckt hat.

Wunder Po

Dein Baby kann während der Zahnung schneller einen wunden Po bekommen. Wenn Du das Zahnen bemerkst, wirkst Du dem Symptom entgegen, indem Du einfach etwas mehr eincremst und die Windeln öfter wechselst.

Rote Flecken und Pickel im Gesicht

Der Kopf ist jetzt sensibler, dadurch kann Nesselsucht auftreten. Das ist nicht schön, klingt in der Regel aber bald wieder ab. Kälte oder Essigabreibungen sind bewährte Hausmittel.

Stinkender Urin

Wenn der Urin stark riecht, kann das eine Begleiterscheinung des Zahnens sein oder der Hinweis auf eine Entzündung der Harnwege. Wird der Urin blutig, hat es nichts mit der Zahnung zu tun!

Ausschlag/Hautausschlag

Die Haut Deines Babys ist jetzt besonders sensibel. Achte auf weite und nicht zu enge Kleidung, damit ein möglicher Ausschlag nicht noch durch Reibung oder Schwitzen vermehrt wird. Ein Hautausschlag kann auch auf die Unverträglichkeit eines Medikamentes hinweisen, daher ist es ratsam, wenn Du die Gabe von Arzneien oder Naturheilmitteln dokumentierst.

Blähungen

Oft kommt es beim Zahneinschuss vermehrt zu Blähungen, die Deinem Baby noch zusätzlich Bauchschmerzen bereiten. Eine vorsichtige Bauchmassage oder einfaches, kreisendes Streicheln auch dem Babybauch verschaffen Linderung.

Infekte

Das Immunsystem Deines Babys ist mit der Zahnung beschäftigt, der kleine Körper ist geschwächt und daher erhöht Infektanfällig. Ein leichter Schnupfen ist da leider oft eine Begleiterscheinung. Wenn Du Deinem Baby also kühle Beißringe oder nasse Waschlappen gibst, dann achte darauf, dass es nicht in der Zugluft liegt, um die Risiken zu minimieren.

Wie Du am besten mit Deinem Baby während der Zahnungszeit umgehst

So anstrengend es auch sein kann, wenn Dein Baby seine Zähne bekommt: es ist ein Meilenstein seiner Entwicklung. Mit Zärtlichkeit und Zuneigung kannst Du Deinem Baby zwar keine Schmerzen nehmen, aber Du kannst dafür sorgen, dass es sich bei diesem Entwicklungsschritt vertrauensvoll umsorgt fühlt.

Freue Dich mit Deinem Baby über jeden sichtbaren Zahn – wenn Du glücklich bist, wird Dein Kind sich ebenfalls freuen. Es ist nur ein Schub, und dann hast Du Ruhe bis zum ersten Wackelzahn!


Bild: 

© Gorlovkv - bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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