Baby, Gesundheit & Pflege

Stuhlgang bei Babys: Was ist normal?

Häufigkeit – Wie oft sollte das Baby Stuhlgang haben?

  • vor allem bei Stillkindern große Unterschiede von mehrmals täglich bis zu einmal pro Woche
  • Flaschenmilch ist schwerer verdaulich und enthält mehr Kohlenhydrate. Dadurch kann es schneller zu Verstopfung kommen. Darum nach etwa 4 Tagen aufmerksamer werden, ggf. mit Hebamme oder Arzt sprechen
  • ggf. auf andere PRE-Milch umstellen, jede hat eine andere Rezeptur und manche lockern den Stuhl eher auf, andere festigen ihn.
  • Flaschenmilchstuhl bei HA-Nahrung wegen der besonderen Eiweißmoleküle meist grünlich, vor allem anfangs.
  • grundsätzlich gilt: Solange Dein Baby zufrieden, rosig und gesund wirkt, gibt es keinen Grund zur Sorge. Nur, wenn es sich sichtlich quält, Blähungen / Verstopfung hat oder nicht mehr essen / trinken will, solltest Du handeln.

Farbe – Wie sieht der Stuhl bei Säuglingen aus?


Grade bei neugeborenen Säuglingen hat der Stuhl unfassbar viele Farben, Konsistenzen und Mengen. Schnell ist man zu Beginn verunsichert und weiß gar nicht, was gesund oder sogar gefährlich sein kann.

Als Faustregel gilt: Wenn etwas völlig aus dem Rahmen fällt und Dich in Besorgnis versetzt, lass es lieber abklären. Alles, was regelmäßig vorkommt und gleichzeitig Dein Baby nicht zu stören scheint, ist wahrscheinlich auch völlig normal. Sobald Du aber verunsichert bist, hol Dir bitte einen ärztlichen Rat.

Schwarzer Stuhlgang beim Baby: Kindspech

Mekonium
By Jürgen Schaub [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], from Wikimedia Commons
Kindspech (Mekonium) ist dunkelgrün-schwarz, riecht nicht und ist zäh und klebrig. Es sieht ein wenig aus wie Motoröl, besteht aber aus Fruchtwasser und Haut-/ Haarzellen, die das Baby im Mutterleib geschluckt hat. Kindspech wirst Du vor allem in den ersten 2-4 Tagen feststellen können.

Grüner Stuhlgang bei Babys in den ersten Tagen: Übergangsstuhl

Nach einigen Tagen wird der Stuhl langsam heller und das schwarz wird zu dunkelgrün, grün und dann hellgrün. Dieser Übergangsstuhl zeigt an, dass nun nicht mehr Fruchtwasser, sondern Milch verdaut wird. Der Übergangsstuhl kommt sowohl bei Stillkindern, als auch bei Flaschennahrung vor.

Muttermilchstuhl: senfgelb, grünlich und flüssig

Die Ausscheidungen eines voll gestillten Säuglings sind meist irgendwo zwischen gelb-senffarben bis hin zu grünlich. Die Konsistenz ist meist ähnlich dem, was wir bei Erwachsenen als Durchfall bezeichnen würden. Das heißt, Muttermilchstuhl ist sehr flüssig bis breiig und niemals wirklich fest. Ein paar „Bröckchen“ dagegen sind völlig üblich.

Auch wenn ich persönlich schon finde, dass er streng riecht, bezeichnen viele den Geruch dieser Ausscheidung als „blumig“ oder wenig unangenehm. Allerdings unterscheidet sich der Geruch tatsächlich vom Stuhlgang größerer Kinder.

Wenn der Stuhl eines Still-Babys hellgrün und schaumig ist, dann weist das darauf hin, dass es vor allem die Vordermilch, die in den ersten paar Minuten des Stillens kommt. Dann solltest Du mal versuchen, Dein Baby länger anzulegen. Manche Babys trinken auch zu kurz, weil sie leicht abgelenkt sind. Dann hilft es, einen ruhigen, reizarmen Ort zum Stillen aufzusuchen.

Auch dunkelgrüner Stuhl kommt manchmal vor. Er kann, muss aber nicht auf eine Unregelmäßigkeit in der Verdauung hinweisen. Manchmal entsteht er, weil das Baby zahnt oder eine Infektion bekämpft. Solange Dein Baby ansonsten gesund ist und genug trinkt, würde ich am besten abwarten. Dunkelgrüner Stuhl kann vorkommen, wenn ein Baby zusätzliche Eisen oder Eisenpräparate erhält.

Erst, wenn Stillkinder Beikost oder zusätzliche Flaschennahrung erhalten, wird der Stuhlgang fester und geruchsintensiver. Der Stuhlgang wird dann braun, etwas fester, aber immer noch breiig. Oft kann man auch Stücke des Essens in diesem Brei wiederfinden. Das ist kein Grund zur Sorge. Manchmal ist der Verdauungstrakt einfach noch nicht bereit, schnell große Mengen zu verdauen oder Dein Baby hat nicht richtig gekaut.

Der Stuhl von Flaschenkindern: Fester und stärker riechend

Flaschenmilch ist für Säuglinge weniger gut verdaubar als Muttermilch. Sie enthält mehr Proteine un andere Kohlenhydrate, denn ein genaues Pendant der Muttermilch herzustellen würde die finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Deshalb riecht der Stuhlgang von Kindern, die mit Säuglingsnahrung großgezogen werden, strenger und kommt weniger häufig. Es kommt schneller zu Verstopfungen. Die Konsistenz des Stuhls ist breiig und weich, so wie Kuchenteig oder Erdnussbutter. Er weist verschiedene Brauntöne auf, zum Beispiel hellbraun, gelblich oder grün-braun.

Wann deutet der Stuhlgang beim Baby auf eine Krankheit hin?

Schwarzer Stuhl

Der Stuhl eines Babys kann aus verschiedenen Gründen eine dunkelgrüne oder schwarzliche Farbe annehmen. Wenn Du Eisenpräparate verabreichst zum Beispiel. Auch große Mengen an Blaubeeren oder Blaubeerpüree sorgen für schwarzen Stuhl.

Ansonsten weist schwarzer Stuhl häufig auf Blut im Magen-Darm-Trakt hin. Das kann ganz harmlos sein, wenn Dein Baby sich zum Beispiel am Vortag auf die Zunge gebissen und viel Blut geschluckt hat. Auch Blut von er mütterlichen Brustwarze kann zu schwarzem Stuhl führen. Wenn Du Dir allerdings keine Ursache zusammenreimen kannst, solltest Du einen Arzt aufsuchen.

Verstopfung

Vor allem beim Übergang zur Beikost leiden Babys manchmal an Verstopfung. Der Stuhlgang ist dann sehr hart und kommt in kleinen Bröckchen und Knödelchen. Möglicherweise kommt etwas Blut mit, weil kleine Gefäße am After beim Drücken verletzt wurden.

Häufiges Stillen und Saugen am Schnuller fördert die Verdauung.

Wenn Dein Baby sichtlich leidet und auch Bauchschmerzen hat, kannst Du versuchen, mit etwas Pflaumen- oder Birnensaft nachzuhelfen. Auch häufiges Stillen oder Saugen am Schnuller fördert die Verdauung. Genauso wie Tragen, Wärme, Massagen und Bewegung. Wenn die Verstopfung länger anhält, such einen Arzt auf. Auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie kann zu Verstopfung führen.

Durchfall

Durchfall bei Babys ist sehr flüssig und kommt mehrmals täglich. Er kann gelb, grün, braun oder beinahe farblos sein. Meist wirkt Baby-Durchfall, als würde er hauptsächlich aus Wasser bestehen.

Ein einzelner Durchfalltag ist in der Regel unbedenklich. Wenn Durchfall bei Babys länger anhält, können sie allerdings dehydrieren oder zu viel an Gewicht verlieren. Sobald Du Dir Sorgen machst, such bittebsicherheitshalber immer einen Arzt auf.

Achtung

Bei Blut oder Schleim im Durchfall musst Du auf jeden Fall zum Arzt!

Schleimiger Stuhl

Denn egal, ob Schleim zusammen mit Durchfall oder anderem Stuhlgang kommt, er kann ein Hinweis auf eine Infektion sein. Wenn Du also schleimigen Stuhl bei Deinem Baby findest, solltest Du das beobachten. Wenn der Stuhlgang das nächste mal normal ist, hat Dein Kind vielleicht nur viel Spucke geschluckt. Wenn der schleimige Stuhl über einige Tage hinweg bleibt, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Blutiger Stuhlgang beim Baby

Blut im Stuhl kann entweder hellrot oder dunkelrot-schwarz sein. Es kann auf eine bakterielle Infektion, innere Verletzungen oder eine Milcheiweißallergie hinweisen.

Wenn Du größere Mengen Blut im Stuhl Deines Babys findest, sollte das ein Arzt ansehen. Auch wenn es unangenehm klingt, mach ein Bild vom Windelinhalt und nimm es mit!

Weisslicher Stuhl

Wenn der Stuhlgang beim Baby plötzlich weißlich und heller als sonst wird, kann das auf eine Gallenschwäche hinweisen. Wenn Dein Baby zusätzlich nicht gesund wirkt, solltest Du einen Arzt zu Rate ziehen.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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