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Hüftsonographie: Wie wichtig ist das Hüftscreening für Babys und Säuglinge?

hueftsonographie beim baby

Die Hüftsonographie wird in Deutschland von allen Krankenkassen erstattet. Sie wird durchgeführt, um Spätschäden vorzubeugen. Laut Prof. Dr. Peter Haber, einem Oberarzt in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen, leiden circa 3 bis 5% der Neugeborenen an einer Hüftreifungsstörung, die auch Dysplasie genannt wird. Sicherlich hast Du von dieser Vorsorgemaßnahme schon gehört. Hier erkläre ich Dir, was genau dahinter steckt.

Was ist eine Hüftsonografie?

Eine Hüftsonografie ist eine Vorsorgemaßnahme, die seit 1996 im Vorsorgekatalog gelistet ist. Ziel ist es, durch einen Hüftultraschall die Hüfte Deines Babys zu vermessen und so zu sehen, ob es sich altersgerecht entwickelt.

Sie dient der frühen Erfassung von Formstörungen des Hüftgelenkes bei einem Neugeborenen und ist, im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die mit Röntgenstrahlen arbeiteten, als ein wenig invasives Verfahren bekannt.

Was ist eine Dysplasie?

Dysplasie ist eine Sammelbezeichnung für eine Fehlstellung und Störung der Verknöcherung des Hüftgelenks beim Neugeborenen. Die Dysplasie tritt unterschiedlich stark auf und es kann sogar so weit kommen, dass der Gelenkkopf auskugelt.

Ohne Behandlung kann es zu bleibenden Schäden des Hüftgelenks kommen. Dessen Folgen können Hinken, Gangstörungen oder bleibende Schmerzen sein.

Interessanterweise tritt die Hüftdysplasie häufiger bei Mädchen, als bei Jungen auf.

Warum und wann sollte die Hüftsonographie durchgeführt werden?

Normalerweise sollte die Ultraschalluntersuchung bei einem unauffälligen Neugeborenen zwischen der 4. und 6. Lebenswoche durchgeführt werden. Wenn bei Deinem Baby einer der unten genannten Risikofaktoren zutrifft, solltest Du die Hüftsonografie so früh wie möglich durchführen lassen. Je früher das Problem erkannt wird, desto kürzer ist die Behandlungszeit.

Die Sonographie ist für die Säuglingshüfte deshalb so gut geeignet, weil keine Strahlenbelastung auftritt und auch knorpelige Strukturen gut darstellbar sind. Die Untersuchung ist für Dein Baby nicht belastend und vollkommen schmerzfrei.

Wenn sie fachgemäß durchgeführt wird, liegt die Entdeckungsrate der Hüftdysplasien bei annähernd 100 Prozent. Allerdings werden Dich einige Kinderärzte zu einem Orthopäden überweisen und nur noch selten wird der Ultraschall in der Geburtsklinik vorgenommen.


Woher weiß ich, ob mein Baby eine Hüftsonographie braucht?

Als Elternteil sind die Symptome einer Hüftdysplasie kaum zu erkennen. Bei einigen Kindern sind die Symptome völlig unauffällig und können nur von einem erfahrenen Arzt entdeckt werden, weshalb die Untersuchung umso wichtiger ist.

Du kannst eine Hüftdysplasie allerdings durch folgende Auffälligkeiten erahnen:

  • asymmetrische Oberschenkel- und Gesäßfalten
  • ein Schnappen oder Knacken beim Spreizen der kindlichen Beine im abgewinkelten Zustand von der Mitte nach außen

Erschreckend ist, dass ungefähr 50.000 bis 70.000 Kinder pro Jahr bundesweit diese wichtige Untersuchung nicht erhalten und so nie eine Diagnose erstellt werden kann.

Was kann bei einer Hüftsonografie erkannt werden?

Wenn eine Hüftsonografie durchgeführt wird, kann der Arzt Hüftreifungsverzögerungen oder angeborene Hüftgelenkdeformierungen nachweisen oder ausschließen. Da das Skelettsystem Deines Säuglings nur teilweise knöchern und an den meisten Stellen noch knorpelig entwickelt ist, ist eine Aussage darüber, ob die Formierung der Hüftgelenkspfanne und Überdachung des Hüftkopfes korrekt oder nicht ausreichend sind, durch ein Röntgenbild praktisch nicht möglich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Verfahren bei Auftreten einer Hüftreifungsverzögerung zu Kontrollzwecken beliebig oft, meistens in 3 bis 4 wöchigen Abständen wiederholt werden kann, ohne damit das Baby zu belasten.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Einige Risikofaktor, die eine Dysplasie begünstigen können, sind:

  • familiäre Veranlagung
  • Geburt aus Beckenendlage
  • Geburt durch Kaiserschnitt oder bei Frühgeburten
  • übergroßes Kind oder Zwillinge
  • zu wenig Fruchtwasser und Plazentaanomalien

Wie sieht die Therapie bei Hüftdysplasie aus?

Je nach dem Schweregrad der Dysplasie muss Dein Baby unterschiedlich therapiert werden. Bei schwereren Fällen wirst Du an einen Orthopäden überwiesen. Meist muss Dein Kind dann einige Zeit lang breit gewickelt werden, eine Bandage, Beugespreizschiene oder eine Spreizhose tragen.

In sehr schweren Fällen kann es vorkommen, dass ein Spreizgips angewandt werden muss.

Breites Wickeln ist die am weitesten verbreitete Methode, da sie nicht allzu mühsam ist und eine frühzeitige Behandlung eine kürzere Therapiedauer bedeutet. Hebammen oder der behandelnde Arzt können Dir das breite Wickeln zeigen.

Auch das häufige Tragen in der Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt die richtige Hüftentwicklung. Bei leichten Fehlstellungen kannst Du Deinem Baby damit vielleicht eine Spreizhose ersparen.

Die Therapie, die etwa drei Monate dauert, kann Deinem Kind viel Leid ersparen. Nach der ersten Behandlung wird die Hüfte in regelmäßigen Abständen, bis hin zur Ausreifung und Verknöcherung der Gelenkspfanne kontrolliert. Kinder, die eine Therapie bekommen, haben eine hohe Chance auf vollständige Heilung und müssen als Erwachsene nicht mit starken Hüft- oder Rückenschmerzen, einer Früharthrose oder gar einem künstlichen Hüftgelenk rechnen.

Alles in allem kann man sagen, dass die Hüftsonografie eine sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung ist, die Du auf jeden Fall durchführen lassen solltest. Sie wird von der Krankenkasse übernommen und hilft, Spätschäden in der Hüfte Deines Kindes zu vermeiden.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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