Baby, Gesundheit & Pflege

Ab wann dürfen Babys Banane essen?

Baby Banane essen

„Und wenn er weint, gebe ich ihm eine Banane.“ Seit mein 3-jähriger realisiert hat, dass er einen kleinen Bruder bekommt, erzählt er mir, was er alles mit ihm machen möchte. Bei vielem muss ich ihn ausbremsen, denn natürlich kann sein Babybruder in den ersten Monaten noch nicht laufen, von ihm getragen werden – und darf noch keine Banane essen. Doch wann ist es eigentlich so weit? Ab wann dürfen Babys Bananen essen?

Ab wann dürfen Babys Banane essen?

Ein Baby sollte vor dem 5. Monat noch keine Banane essen es sollte auch noch keine Beikosteinführung stattfinden. Die WHO empfiehlt sogar bis zum 6. Monat ausschließlich zu Stillen.

Wenn man in verschiedenen Foren stöbert, findet man da ganz unterschiedliche Antworten zu der Frage. Von 4 Monaten bis 9 Monaten ist alles vertreten. Was stimmt denn nun?

Banane auf dem Beikostplan

Im offiziell empfohlenen Beikostplan ist rohes Obst und damit rohe Banane erst ab dem 8. Lebensmonat empfohlen. Das heißt aber nicht, dass Dein Baby nicht schon früher eine Banane probieren kann, wenn Du das möchtest.

Banane hat, im Gegensatz zu anderem Obst wie Apfel oder Zitrusfrüchten, sehr wenig Fruchtsäure. Und rohes Obst wird deshalb nicht gleich zu Anfang empfohlen, weil manche Babys von der Fruchtsäure leicht wund werden.

Ist Banane zu süß für Babys?

Immer wieder heißt es auch, dass Banane und anderes Obst zu süß wäre, um gleich zum Beikoststart gegeben zu werden. Lieber solle man mit Gemüsebrei wie Karotte oder Pastinake beginnen.

Prägt man das Baby mit Banane wirklich auf süßen Geschmack? Meines Wissens nach ist dieses Argument Quatsch, auch wenn es häufig vorgebracht wird. Denn der Geschmackssinn von Babys wird bereits vor der Geburt auf süß geprägt – das Fruchtwasser, das das Baby zur Übung im Mutterleib schluckt und verdaut, ist süß. Auch Muttermilch, egal von welchem Tier (also auch Kuhmilch), hat sehr viel Milchzucker (Laktose) und ist damit süß.

Diese Prägung ist evolutionär absolut sinnvoll, denn süß bedeutet bei natürlichen Nahrungsmitteln in aller Regel „ungefährlich“. Alles, was bitter, sauer, oder schlimmer schmeckt, könnte auch giftig oder verdorben sein. Die Geschmacksprägung auf Süßes ist also ein sinnvoller Überlebensmechanismus.

Ob ein Kind später auch Gemüse und andere Lebensmittel isst, hängt in meine Augen vielmehr davon ab, ob es diese auch früh, also in den ersten 2-3 Lebensjahren, kennen lernen durfte. Je abwechslungsreicher Du Dein Kind in den ersten Lebensjahren ernährst, desto experimentierfreudiger wird es auch im späteren Leben essen.

Immer wieder findet man auch die Befürchtung, Babys könnten andere, weniger süße Obstsorten  in Rohform ablehnen, weil sie zuerst mit Banane in Berührung gekommen sind. Auch hier würde ich das ganz pragmatisch sehen: Banane ist nun einmal süßer als andere Obstsorten und würde einem Baby, das Süßes bevorzugt, auch besser schmecken, wenn es zunächst nur Kiwi bekommen hätte.

Führt Banane bei Babys zu Verstopfung?

Was Du tatsächlich beobachten solltest, wenn Du Deinem Baby Banane gibst, ist sein Stuhlgang. Denn wenn Dein Kind ohnehin schon zu festem Stuhlgang und Verstopfung neigt, kann Banane diese Symptome tatsächlich verschlimmern.

Füttere Banane am Anfang also nicht in großen Mengen. Wenn Dein Kind tatsächlich Probleme bekommt, kannst Du sie in Zukunft vielleicht in Kombination mit Birnen- oder Apfelmus geben, das ist stuhlauflockernd.

Banane zerdrückt oder als Fingerfood?

Ob Du Deinem Baby Bananenbrei, also mit der Gabel zerdrückt, füttern möchtest oder ihm einfach ein Stück Banane in die Hand drückst und experimentieren lässt, ist Dir überlassen. Wenn Du grundsätzlich nur Brei fütterst, erscheint Dir die Bananenbrei-Variante wahrscheinlich sicherer.

Dabei ist Banane ein wirklich perfektes und recht ungefährliches Fingerfood, auch für unterwegs. Denn Banane lässt sich vom Baby auch ohne Zähne gut essen, sie kann einfach zwischen den Kiefern zermatscht werden. Es besteht kaum Verschluckungsgefahr im Gegensatz zu z.B. rohem Apfel, dessen Stücke schneller nach hinten rutschen und sich weniger gut zerkleinern lassen.

Superfood Banane

Außerdem sättigt Banane und ist gesund. Ein richtiges Superfood, um genau zu sein. Sie enthält unter anderem Vitamin B6, Vitamin B12 und Vitamin C, Folsäure und die Mineralstoffe Kalium und Magnesium.

Außerdem macht Banane glücklich, sie enthält die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Banane enthält:

  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Vitamin C
  • Folsäure
  • Kalium
  • Magnesium

Fazit: Banane und Babys

Traditionelle Beikostberater, die auch zum Füttern mit Brei nach dem Beikostplan raten, würden dem Baby in den ersten Wochen keine Banane geben, sondern wie empfohlen erst im 8. Monat – wenn man eben rohes Obst dazu nimmt. Auch gekochte Banane empfehlen diese frühestens nach einigen Wochen Gemüsebrei.

Eltern, die die Beikosteinführung etwas weniger nach Plan oder auch nach Baby Led Weaning machen, geben Banane dann, wenn das Baby sie probieren will. (Mehr Infos über Baby Led Weaning findest Du auf babyled-weaning.de)

Echte Gefahren oder Nachteile hat keine der beiden Vorgehensweisen und Du musst als Elternteil selbst entscheiden, was für euch passt.

Viel wichtiger als die Frage, ob Banane oder Pastinakenbrei zu Beginn, scheinen mir zwei andere Punkte:

  1. Die Qualität der Banane: Am besten solltest Du Deinem Baby nur Bio-Banane anbieten. Niemals sollte es außen an der Schale nuckeln, gib ihm die Banane nur geschält.
  2. Der Zeitpunkt des Beikoststartes.

Zusatz-Info: Ab wann darf ein Baby Essen probieren?

Ab wann man mit Beikost anfangen kann wird immer noch heiß diskutiert. Denn in den 80-er und 90-er Jahren wurde von der Gläschenindustrie ein sehr früher Beikoststart schon im 3. Monat propagiert. Heute ist es nicht mehr erlaubt, auf ein Breigläschen „ab dem 3. Monat“ zu schreiben.

Keine Beikost vor dem 5. Monat

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen sprechen ganz klar dagegen, vor dem 5. Lebensmonat mit Beikost anzufangen – egal, in welcher Form und egal, ob Banane, selbstgekochter Brei oder Gläschen aus dem Supermarkt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt offiziell, 6 Monate lang voll, also ausschließlich zu stillen. Erst nach Vollendung des 6. Lebensmonats sollte ein Baby demnach mit etwas anderem als Muttermilch oder PRE-Milch in Kontakt kommen.

Die Frage ist nun nur noch, ob man sein Baby vorher schon mal den Geschmack testen lassen darf. Dazu gibt es wenig konkrete Aussagen. Allerdings sollte Dir klar sein, dass jedes Lebensmittel auch Allergene enthält, mit denen Dein Baby dann schon sehr früh in Kontakt kommt. Möglicherweise ist das Verdauungssystem noch nicht bereit für diese Fremdstoffe.

Ich persönlich würde daher vor Beginn des 6. Lebensmonats Nahrungsmittel, inklusive Banane, einfach von meinem Baby fernhalten. Natürlich passiert aber nichts unmittelbar Schlimmes, wenn Dein Baby ein wenig an einer Banane nuckelt. Und ob eine später auftretende Allergie irgendetwas damit zu tun hat, ist schwer nachzuweisen.


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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