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3-Monats-Koliken: Was hilft und wie kann ich das Baby beruhigen?

3-monats-koliken

Mit unserem ersten Kind ist uns dieses Schicksal zum Glück erspart geblieben. Und ehrlich gesagt konnte ich mir auch nicht vorstellen, wie schlimm 3-Monats-Koliken für Eltern und Baby sein können – bis ich es selbst erleben musste. Denn unser zweiter Sohn hat in den frühen Morgenstunden und vor allem Abends mit scheinbar starken Bauchkrämpfen zu tun und weint teilweise stundenlang. Was wir alles versucht haben, um ihn zu beruhigen und was davon uns tatsächlich hilft, erfährst Du hier.

Was sind 3-Monats-Koliken?

Natürlich kennen die meisten bereits aus dem Geburtsvorbereitungskurs den Begriff 3-Monats-Koliken, allerdings nur mit halbem Ohr und immer in der Hoffnung, selbst nicht betroffen zu sein. Aber was, wenn doch? Wenn Du nun diese Mutter bist?

Dann möchte ich Dir hier alles an die Hand geben, was Du zu dem Thema wissen solltest – und vor allem, was Deinem Baby helfen könnte.

Eine Kolik beim Menschen ist starker, wehenartiger Schmerz im Magen-, Darm- oder Nierenbereich. Dabei zieht sich die Muskulatur des betroffenen Hohlraums krampfartig zusammen. Dreimonatskoliken sind ein Zustand, bei dem ein Säugling durch exzessives Schreien von mehr als 3 Stunden an mindestens 3 Tagen über einen Zeitraum von mehr als 3 Wochen auffällt. Es gibt dabei keinen erkennbaren Auslöser.

Eltern fühlen sich in dieser Zeit meist völlig hilflos, weil sie dem Nachwuchs die Schmerzen nicht abnehmen können. Dazu kommt Mitleid mit dem kleinen Erdenbürger, der offensichtlich Schmerzen hat und nicht aufhört zu schreien. Viele denken direkt, dass mit dem eigenen Baby irgendetwas nicht stimmt und es vielleicht schwer krank ist.

Aber lass Dir gesagt sein, auch diese Schreiphase geht vorbei!

Ab wann treten 3-Monats-Koliken auf?

Die Beschwerden der 3-Monats-Koliken beginnen meist rund um die zweite Lebenswoche, finden ihren Höhepunkt etwa in der sechsten Lebenswoche und ebben in vielen Fällen bis zum 3. Lebensmonat langsam ab.

Aber auch andere zeitliche Abläufe sind nicht ungewöhnlich. Bei uns fingen die starken abendlichen Beschwerden erst in 7. Lebenswoche an. Bei einer Freundin dauerten die Koliken bis zum 6. Lebensmonat.

Wie lange dauern die Dreimonatskoliken?

Einen genauen Zeitpunkt, wann die Beschwerden endgültig überstanden sind, gibt es also nicht. Einige Babys schreien nur für wenige Wochen, andere weit länger als 90 Tage. In vielen Fällen ist der Darm aber mit etwa 12 Wochen ausgereift genug, sodass die Beschwerden verschwinden oder zumindest nachlassen.

Gegen Ende der Drei-Monats-Koliken halten die Symptome meist nur noch für etwa eine Stunde täglich an.


Alle Symptome der 3-Monats-Koliken

Wie kann man Dreimonatskoliken erkennen?

Wenn Dein Säugling regelmäßig hysterisch und anfallsartig schreit und verkrampft, scheinbar starke Bauchkrämpfe durchlebt und dabei die Beinchen anzieht, dann könnte eine Dreimonatskolik vorliegen. Die einzelnen Anfälle dauern meist zwischen fünf und 20 Minuten und wiederholen sich in regelmäßigen Abständen.

Häufig starten die Beschwerden während oder direkt nach dem Stillen oder Füttern. Blähungen und ein Blähbauch sind ebenso Anzeichen wie die Tatsache, dass die gängigen Beruhigungsversuche mit Flasche oder Anlegen an die Brust nicht helfen und keine Besserung schaffen.

Insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden kommt es vermehrt zu den Symptomen, weshalb viele Eltern denken, dass Dreimonatskoliken nur abends und nachts vorkommen.

Selbst wenn Dein Baby ein schmerzverzerrtes, rotes Gesicht bekommt, brauchst Du Dir bei 3-Monats-Koliken keine schlimmen Sorgen machen. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass keine weiteren Beschwerden dazukommen und Dein Säugling sich ansonsten völlig normal verhält.

Falls Du unsicher wirst und Angst bekommst, dann suche immer den Arzt auf, um mögliche andere Ursachen des Schreiens, wie Refluxkrankheit und Analfissur auszuschließen.

Du solltest auf jeden Fall den Kinderarzt konsultieren, wenn zusätzlich zu den genannten Symptomen auch Fieber, Erkältungsbeschwerden und Übelkeit auftreten. Dann könnte eine andere Erkrankung wie Mittelohrentzündung, Grippe oder ein Magen-Darm-Infekt vorliegen, die behandelt werden muss.

Ursachen für die Beschwerden

Heute werden häufig die Begriffe Regulationsstörung oder Schreibaby synonym zu Dreimonatskolik verwendet.

Die genauen Auslöser für Drei-Monats-Koliken sind bis heute (nach 40 Jahren Forschung!) nicht wirklich geklärt!

Wie kommt die Luft, die Unwohlsein verursacht, in das kleine Bäuchlein?

Eine Theorie für die Ursache von 3-Monats-Koliken lautet, dass die Blähungen nicht der Grund für das Schreien sind. Erst durch das exzessive Schreien gelangt vermehrt Luft in den Verdauungstrakt. Die Ursache läge also tiefer.

Sehr häufig liest man, dass ständiges Schreien vor allem eine Mischung aus einem nicht fertig ausgebildetem Schlaf- und Wach-Rythmus, komplette Überstimulation der Sinneswahrnehmung und der Überforderung der Eltern mit dem Schreibaby ist.

Reizüberflutung und Regulationsstörung

Das Brüllen des Säuglings kann dadurch ausgelöst werden, dass er besonders sensibel auf die Reize seiner neuen Umwelt reagiert. Dein Baby war rund 40 Wochen sicher in Deinem Bauch. Plötzlich ist es anderen Lichtverhältnissen, Temperaturen und Geräuschen ausgesetzt.

Manche Neugeborenen können sich nicht gut selbst beruhigen. Diese Theorie wird dadurch gestützt, dass die Schreiattacken häufig am Nachmittag oder Abend auftreten. Dann sind die Kleinen müde und waren bereits vielen neuen Eindrücken ausgesetzt und nun ganz einfach „überreizt“.

In diesem Zusammenhang gelten die 3-Monats-Koliken, genauso wie Schlaf- und Fütterungsstörung, als Teil von Regulationsstörungen. Hören die Dreimonatskoliken das Schreien einfach nicht auf oder bleiben weit über den dritten Lebensmonats des Babys bestehen, wird gegebenenfalls eine frühkindliche Dysregulation diagnostiziert. Die Kleinen beeindrucken häufig durch ihre leicht reizbare und sehr fordernde Persönlichkeit.

Zusätzliche Risikofaktoren

Es gibt Hinweise darauf, dass Babys aus Raucherhaushalten eher von Dreimonatskoliken betroffen sind. Genauso scheinen Konflikte, Stress, eine schwere Schwangerschaft bzw. Geburt sowie psychische Instabilität der Eltern eine Rolle zu spielen.

Mangelhafte Entspannung durch Hormonmangel

Die Melatonin-Theorie findet ebenfalls zahlreiche Verfechter. Der Körper des Babys kann erst ab dem 3. Monat das Hormon Melatonin in ausreichender Menge produzieren. Aufgabe des Stoffes ist es, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regeln.

Ohne ausreichend Melatonin kann möglicherweise auch der Darm nicht richtig entspannen und verursacht Beschwerden.

Probleme durch die Nahrungsaufnahme

Dass Nahrungsaufnahme bei der Entstehung von 3-Monats-Koliken eine Rolle spielt, scheint schlüssig.

Interessant ist, dass Babys in warmen Klimazonen weitaus weniger Spucken, nachdem sie gefüttert wurden. Säuglinge, die beispielsweise in den Tropen aufwachsen, trinken meist aus Durst, in kühleren Gegenden eher aus Hunger.

Dadurch nehmen Babys in heißen Ländern häufig kleinere Mengen Milch zu sich und leiden anschließen weniger unter Verdauungstörungen.

Es könnte sein, dass die vergleichsweise großen Milchmengen, die unsere Babys aus dem Hungergefühl heraus trinken, zu den Koliken führen.

Das Baby wurde im Bauch über die Nabelschnur mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Nach der Entbindung müssen sich die Verdauungsorgane erst an die Nahrungsaufnahme gewöhnen. Im Darm werden dafür spezielle Enzyme gebildet. Blähungen sind oft die Folge dieses Prozesses. Um dem Sprössling die Umstellung auf Nahrung zu erleichtern, gibt es einige Tricks.

Welche Nahrung bei Drei-Monats-Koliken?

Stillzeit

Stillen und Muttermilch ist die beste Nahrung für das Kind, allerdings solltest Du darauf achten, das Kleine richtig anzulegen. Falls der Mund die Brustwarze nicht vollständig umschließt und beim Trinken viel Luft eingesaugt wird, entstehen schnell Blähungen.

Als Still-Mami fragst Du Dich vielleicht auch, was Du während der Dreimonatskoliken essen solltest, damit es Deinem Baby besser geht? In Absprache mit einer Hebamme kannst Du verschiedene Lebensmittel weglassen und vor allem blähende Lebensmittel vermieden.

Blähende Gemüsesorten:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Kohl
  • Lauch
  • Milchprodukte
  • Trockenes Obst
  • Unreifes Obst
  • Frische Brote
  • Ballaststoffreiche Vollkorn-Lebensmittel

Vielen gibt das das Gefühl, seinem Kind zu helfen. Der eigentliche Effekt ist allerdings oft nur sehr gering, wenn überhaupt vorhanden. Vielleicht werden die Krämpfe einfach nur deshalb besser, weil das Baby sich weiter entwickelt hat.

Füttern mit der Flasche

Falls Du Dein Kind mit der Flasche fütterst, dann kannst Du versuchen, anderes Milchpulver zu verwenden. Neben Kuhmilchprodukten findest Du auch Präparate auf Ziegenmilchbasis, die von einigen Säuglingen besser vertragen werden.

Es gibt im Handel auch spezielle Anti-Kolik-Fläschchen, bei denen keine Luft eingesaugt wird.

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Achte bei der Zubereitung darauf, das Fläschchen nicht zu stark zu schütteln. Dadurch können sich in der Milch viele Luftblasen bilden, die beim Trinken im Bäuchlein landen.

Nutze stattdessen lieber einen Löffel zum Verrühren und einen Trichter zum Einfüllen in die Flasche.

Wenn Du das Pulver lieber direkt im Fläschchen mischst, dann kippe es vorsichtig hin und her, bis es sich vollständig aufgelöst hat.

Vergiss bitte auch nicht nach dem Füttern mit der Flasche,die Babyflaschen gründlich zu reinigen. Wie Du das am besten machst, habe ich im Beitrag „Babyflaschen richtig sterilisieren“ beschrieben.

Das Baby einer Freundin litt seit der Geburt an einer Laktoseunverträglichkeit. Diese verursachte starke Bauchkrämpfe und sehr häufiges Spucken. Lass diese Möglichkeit vorsichtshalber abklären und gegebenenfalls behandeln.

Egal, wie Du Dein Baby ernährst, es sollte nach dem Essen immer ein Bäuerchen machen.

Drei-Monats-Koliken bei Frühchen

Falls Dein Baby ein Frühchen ist, kann es genauso unter 3-Monats-Koliken leiden, wie andere Säuglinge.  Statistisch gesehen sind die Bauchschmerzen nach dem Essen bei Frühchen sogar häufiger. Denn die Darmschleimhaut und der Verdauungstrakt sind dann noch weniger weit entwickelt als bei termingerecht geborenen Babys. Die Symptome sind gleich, allerdings dauert der Zeitraum oft länger als drei Monate.

Obwohl die Koliken im Babyalter keine ernsthafte Erkrankung sind, ist bei Frühgeborenen besondere Vorsicht geboten.

In der gleichen Lebensphase tritt, insbesondere bei Babys mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1500 Gramm, die sogenannte Nekrotisierende Enterokolitis auf. Hierbei handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Entzündung der Darmwand. Diese Krankheit muss unbedingt zeitnah und fachgerecht behandelt werden.

Konkrete Hilfe: Was hilft gegen Dreimonatskoliken?

Damit es erst gar nicht zu den Beschwerden kommt, solltest Du versuchen, rechtzeitig verschiedene Maßnahmen zu ergreifen.

Wichtig für jedes Baby ist ein ruhiges, sicheres Zuhause mit stabilen, liebevollen Eltern. Sorge während und nach der Schwangerschaft gut für Dich.

Möglichst entspannt kannst Du auch in schwierigen Situationen, wie bei Schreiattacken, gelassener reagieren. Verschaffe Dir also in den Phasen, in denen Dein Baby nicht schreit, genügend Zeitfenster für Dich und ausreichend Schlaf.

Folgende Tipps und Maßnahmen können auf jeden Fall helfen, die Beschwerden einer 3-Monats-Kolik zu lindern und die Gesamtsituation zu verbessern. Lies sie Dir am besten in Ruhe durch und überlege, was für euch denkbar und machbar ist. Und dann einfach ausprobieren.

Hilfe gegen Bauchschmerzen und Blähungen bei Babys

Achtung, manches davon ist sinnlos, wenn das Baby gerade wie am Spieß brüllt. Dann musst Du Dein Baby erst einmal beruhigen (s.u.).

  • Wärme (Baden, Füße wärmen, Kirschkernkissen)
  • Bäuchleinwickel
  • Kümmelzäpfchen
  • Bauchmassage
  • Fußreflexzonenmassage
  • Abhalten (windelfrei)
  • Tapen
  • Medikamente, z.B. SabSimplex Tropfen oder Flatulini
  • Homöopathie, z.B. Nicotiana Globuli von Wala, Camomilla D6
  • Windpulver, Windsalbe
  • Babygmynastik

Maßnahmen zur Stabilisierung von Darmflora und Verdauung: 

  • Ostheopathie
  • Bigaia Tropfen
  • Lactobact
  • selbst Fencheltee/Kümmeltee trinken, Kümmel essen, wenn Baby gestillt wird

Maßnahmen zur Beruhigung bei aktuen Schreiattacken

  • Körperkontakt: Tragen auf dem Arm oder im Tuch
  • Pucken
  • Regelmäßige Geräusche wie Staubsauger, Dunstabzugshaube oder einfach Schhhhhhhh
  • Fliegergriff / The Hold (spezieller Griff eines amerikanischen Kinderarztes)
  • Wippen auf Gymnastikball
  • Swing 2 Sleep oder andere Federwiegen
  • Stillen
  • Spazieren gehen im Tuch oder Kinderwagen

Wärme, Liebe, Körperkontakt

Mach Deinem Kleinen den Start in der neuen Welt so leicht wie möglich. Verwöhne Dein Baby bei jeder Gelegenheit mit Körperkontakt und Wärme. Besorge Dir ein gutes Tragetuch, dann ist der Säugling immer nahe an der Mama beziehungsweise dem Papa. Zeitgleich hast Du sogar die Hände frei und kannst Dich beispielsweise um den Haushalt kümmern.

Wärme ist ein hervorragender Helfer bei Blähungen. Besorge Dir ein Kirschkernkissen, das Du dem Baby auf den Bauch oder in den Rücken legen kannst. Wärmflaschen eignen sich weniger, weil sie schnell zu heiß werden und Dein Baby verbrennen können.

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Nimm – zumindest übergangsweise – Pampers oder Stoffwindel ab. Es besteht bei einigen Eltern die Vermutung, dass Säuglinge, die mit der Windelfrei-Methode aufwachsen, weniger unter 3-Monats-Koliken leiden. Ich selber habe auch windelfrei mit meinem Sohn praktiziert.

Sorge dafür, dass Dein Baby sich nicht alleine fühlt.

Hilfreich ist, wenn es selbst beim Schlafen die Alltagsgeräusche mitbekommt. Lass die Zimmertüre einen Spalt offen, damit es nicht zu ruhig ist. In Deinem Bauch war der Nachwuchs Spitzenwerten bis zu 85 Dezibel ausgesetzt. Das entspricht etwa der Lautstärke an einer Hauptverkehrsstraße. Ich kann mir gut vorstellen, dass es irritierend ist, wenn man zehn Monate am Ku’damm gewohnt hat und dann plötzlich Totenstille herrscht.

Falls nur nachts die Schmerzen und das Schreien auftreten, dann überlege, ob es an der Schlafsituation liegen könnte. Übernachtet der Säugling in seinem eigenen Zimmer, ist vielleicht ein Familienbett wie wir es nutzen sinnvoll. Wer die Schlafstätte nicht mit dem Nachwuchs teilen möchte, der kann auch das Babybettchen ins Elternschlafzimmer stellen, sodass das Baby Euch zumindest riechen und hören kann.

Massagen und Tapen gegen einen geplagten Bauch

Eine Soforthilfe bei 3-Monatskoliken ist die Babymassage. Die Deutsche Gesellschaft für Babymassage kennt einige Griffe, die Luftentleerung und Stuhlgang erleichtern.

Lass Dir die richtigen Schritte der Bauchmassage im Vorfeld von Deiner Hebamme zeigen und besorge Dir ein unbehandeltes Pflanzenöl, das frei von Duftstoffen ist. Bei 3-Monats-Koliken eignet sich Kümmelöl hervorragend, weil es ein bewährtes Hausmittel bei Blähungen ist.

Hast Du gerade ein akut schreiendes Baby neben Dir liegen, dann versuche das Bäuchlein mit leichten, im Uhrzeigersinn kreisenden Bewegungen zu entspannen.

Eine bewährte Methode aus der Akupressur ist, mit den beiden Daumen rechts und links vom Nabel des Babys gleichzeitig und für rund sieben bis zehn Sekunden leichten Druck auszuüben.

Fliegergriff

Probiere auch den Fliegergriff aus, bei dem Du Dein Baby bäuchlings auf denen Unterarm legst. Arme und Beine hängen nach unten, der Kopf wird vom Arm gestützt. Unser Baby liebte es im Fliegergriff auf Papas Arm zu liegen, bei mir schrie es Zeter und Mordio.

Egal, welche Methoden Du ausprobierst, achte auf jeden Fall auf die Reaktion des Säuglings. Selbst, wenn die Bauchmassage oder der Fliegergriff bei Geschwisterkindern gut funktioniert haben, muss das nicht immer die passende Lösung sein.

Tapen

Kinesiologisches Tapen kann sowohl bei Erwachsenen als auch Säuglingen gegen Bauchweh helfen. Obwohl es unzählige Anleitungen im Internet gibt, solltest Du beim ersten Mal einen geübten Fachmann aufsuchen. Er kann die Pflaster an den richtigen Stellen anbringen. Zudem wird er die Tapes vorher mit Öl einschmieren, weil sie sich dadurch später von der empfindlichen Babyhaut leichter ablösen lassen.

Hausmittel: Kräutertee

Versuche Deinem Baby ein paar Schlucke eines mildernden Tees einzuflößen. Hilfreich bei Bauchkrämpfen sind Fencheltee und auch Mischungen mit Kümmel oder Anis.

Kräutertee als Hausmittel gegen Dreimonatskoliken
Kräutertee als Hausmittel gegen Dreimonatskoliken

Achtung: Es ist wichtig die Kräuter nicht zu lange ziehen zu lassen, sonst können wiederum Blähungen die Folge sein.

Medikamente gegen Dreimonatskoliken

Wenn sich mit den bisher genannten Mitteln bei Deinem Baby keine Besserung einstellt, dann kannst Du zu Arzneimitteln greifen.

Simeticon-Tropfen sind beispielsweise Bestandteil von Lefax, Espumisan und Sab Simplex. Sie wirken entschäumend und sorgen dafür, dass sich Luftblasen im Bauch auflösen.

Mische dazu ein paar Tropfen auf einen Löffel mit Muttermilch oder in ein Fläschchen und flöße sie dem Baby ein. Den Aufbau einer gesunden Darmflora kannst Du mit der Gabe von probiotische Lactobacillen unterstützen.

Homöopathie und Alternativmedizin bei geblähtem Babybauch

Viele betroffene Familien schwören auf homöopathische Mittel bei der Behandlung der krampfartigen Schmerzen. Je nach genauen Symptomen können beispielsweise Golbuli mit Colocynthis, Lycopodium, Nux vomica oder Chamomilla gegeben werden.

Wie Du bereits erfahren hast, ist Kümmel ein hilfreiches Gewürz bei 3-Monats-Koliken. Wenn Dein Baby Tropfen und Tees verweigert, dann kannst Du es mit einem homöopathischen Kümmelzäpfchen versuchen.

Die Therapie mit Bachblüten bietet sich unterstützend bei Dreimonatskoliken an, weil verschiedene ihrer Präparate beruhigend auf Schreibabys wirken. Durch die Gabe von Goldmelisse, Gartenwolfsmilch, Schöllkraut, Blauem Eisenhut, Aspen, Heather oder Star of Bethlehem entspannen die Kleinen und können so besser schlafen. Bei starken Bauchschmerzen helfen auch Red Chestnut und Cherry Plum.

Osteopathie –Dreimonatskoliken ganzheitlich beheben

Durch die starken Kräfte bei der Entbindung können im Körper des Säuglings Blockaden und Funktionsstörungen entstehen. Die Osteopathie ist eine besonders sanfte Methode, um diese Beschwerden zu lösen.

Der Fachmann tastet dabei mit den Händen und entspannt mit leichtem Druck zum Beispiel Behinderungen innerhalb der Brustwirbelsäule. Diese können unbehandelt zu Bauchkrämpfen führen.

Wie beruhigt man ein Schreibaby?

Sollten alle medizinischen Ursachen auszuschließen sein, dann kann man davon ausgehen, dass das Baby tatsächlich überreizt ist und durch das Schreien vor allem „Dampf ablässt“.  Versuche am besten, jetzt einen klaren Tagesablauf mit festen Strukturen und viel Ruhe einkehren zu lassen. Hier sind ein paar Ideen und Vorschläge, was helfen kann, damit sich ein Baby beruhigt und aufhört zu schreien, wenn es „gestresst“ ist.

Was tun, wenn das Baby schreit?

  • Viel Tragen: Nimm Dein Baby so oft es geht hoch in den Arm und drücke es an Dich. Die Nähe bringt Sicherheit und Geborgenheit. Mit leichtem Schunkeln beruhigt es dein Baby und mit etwas Glück fällt es sogar in den Schlaf.
  • Schaffe eine ruhsame Athmosphäre zuhause: Schalte Fernseher, Radio und Laptops aus und versuche die Geräuschkulisse runterzufahren und dämme das Licht ein wenig. Alle Sinneswahrnehmungen, die zu vielen reizen, sollten nun nicht unnötig gestresst werden.
  • Spazieren: Wenn das Baby es zulässt, mach ein paar Spaziergänge. Die frische Luft und die Bewegung schaffen zum einen Abwechslung und einen „Tapetenwechsel“. Grade wenn Dein Baby zum Beispiel den Kinderwagen akzeptiert, kannst Du auch gerne mal Verwandte oder Freunde fragen, ob sie eine kleine Runde drehen wollen, damit Du auch mal ein paar Minuten entspannen kannst.
  • Auto fahren: Manche Babys beruhigen sich schnell, wenn Sie Auto fahren. Auch wenn es eine extreme Maßnahme ist, falls es hilft und dein Baby beruhigt, kann man eventuell auch darauf zurückgreifen
  • Pucken: Beim Pucken werden Baby in ein Tuch oder eine Decke eingebunden, so dass sie sich nicht mehr richtig bewegen können. Dieser Zustand soll sie an den Mutterleib erinnern und beruhigen. Laut Meinungen von Ärzten ist das sogenannte „Pucken“ schädlich, Hebammen allerdings empfehlen es zum Teil bei sehr unruhigen und schreienden Babys. BITTE unbedingt vorher sehr gut informieren, da man sehr viel falsch machen kann!
  • Babyschaukel oder Babywippen: Es gibt Babyschaukeln und Babywippen, die in einigen Fällen eine gute Anschaffung sein können. Die Swing 2 Sleep ist sogar elektrisch betrieben. Für mich der absolute Geheim-Tipp bei unruhigen Babys! Ich kenne auch Babys, bei denen zum Beispiel die Wippe von BabyBjörn Wunder wirkt.
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Meine Erfahrung mit Koliken und Schreiattacken: Das hat uns geholfen

Manchmal weint unser Baby und lässt sich nicht beruhigen, bis zu einer Stunde lang fast ununterbrochen. Es gibt also Situationen, in denen sind uns als Eltern die Hände gebunden. Insgesamt aber haben wir die Situation gut in den Griff bekommen durch folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßiges Abhalten: Wir warten nicht mehr, bis unser Kind in die Windel macht. Wenn wir sehen, dass er sich plagt, kommt die Windel einfach ab und er darf in ein Eimerchen oder die Toilette machen. Auf diese Weise bilden sich weniger Gase und Schaum und die Zeit des unangenehmen Geblähtseins ist kürzer.
  • Swing 2 Sleep Federwiege: Den richtigen Durchbruch haben wir erzielt durch die Swing 2 Sleep Federwiege, die mit einem Motor betrieben wird. Das klappt nicht immer, aber doch sehr oft. Und wenn er abends darin einschläft, kann er darin wippen, bis er im Tiefschlaf ist. Das hat uns schon viele ruhige Abende beschert.
  • Babytrage: Die absolute Notlösung ist ein Spaziergang mit Papa in der Trage.
  • Stillen
  • Bauchlage: Fast immer plagen mein Baby auch in den frühen Morgenstunden Bauchkrämpfe, die ihn dann fast stündlich zum Stillen wecken. Einmal auf den Bauch gedreht schläft er viel ruhiger und nochmal einige Stunden länger.
  • Fußreflexzonenmassage und Bauchmassage: Wenn er groß müsste, sich das Geschäft aber nicht löst, hilft oft eine Runde Massage mit Kümmelöl. Danach kommt beim Abhalten was und es ist viel einfacher für ihn. Auch sonst führe ich die Massagen regelmäßig durch.
  • Staubsauger-Playlist: Tatsächlich beruhigt sich unser Baby viel schneller, wenn wir ihm über unseren Streaming-Dienst Lieder wie „Staubsauger“ oder „Dunstabzugshaube“ anmachen. Auch die Spieluhr hilft parallel. Ansonsten gibt es immer noch das gute alte Sssssssh.

Baby hört einfach nicht auf zu schreien – Was soll ich tun?

Mit Sicherheit wird ständiges, schrilles Schreien auch das Nervenkostüm der Eltern beanspruchen. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Schreien nur das Ventil zum Abreagieren ist. Egal wie genervt und gefrustet Du als Mutter oder Vater bist, Du darfst niemals die Beherrschung verlieren. Das heißt konkret:

  • Schüttel niemals Dein Baby!
  • Schrei niemals Dein Baby an!

Wer sein Baby schüttelt, kann es folgeschwer verletzen. Bevor Du die Nerven verlierst, geh für wenige Minuten in einen anderen Raum bzw. wechsel Dich mit deinem Partner ab. Auch wenn es schwer fällt, habt Verständnis und seid immer liebevoll. Euer Baby „tyrannisiert“ euch nicht und erst recht nicht willentlich! Das müsst ihr euch immer bewusst machen.

Solltet ihr wirklich gar nicht mehr können, dann sucht euch professionelle und ärztliche Hilfe in einer Schreiambulanz in eurer Nähe. Dort werden vor allem Regulationsstörungen sehr erfolgreich behandelt und auch Eltern können professionelle, psychologische Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen.

Mythos – Gibt es die Dreimonatskoliken überhaupt?

Dreimonatskoliken treten besonders häufig bei Jungs auf

Mythen und Geschichten rund um Dreimonatskoliken gibt es viele. Beispielsweise wird im Volksmund häufig behauptet, dass vor allem Jungs unter 3-Monats-Koliken und den Beschwerden leiden. Laut Statistik sind aber beide Geschlechter gleich häufig betroffen.

Flaschenkinder reagieren allergisch auf die Nahrung

Es gibt keinen Unterschied zwischen der Symptomhäufigkeit bei Still- und Flaschenkindern. Es ist auch definitiv nicht nötig vorschnell abzustillen oder die Milch zu wechseln, bevor Du dich mit Deiner Hebamme oder Deinen Arzt unterhalten hast.

Die Dauer der Koliken beträgt genau 3 Monate

Das Phänomen, dass Säuglinge für mehr als drei Stunden an mindestens drei Tagen und über mehr als drei Wochen Brüllen und sich schmerzerfüllt verzehren, gibt es tatsächlich. Oft dauern die Symptome aber keine drei Monate an, sondern können kürzer oder auch wesentlich länger sein.

Dreimonatskoliken und Schreiattacken kommen von der Verdauung

Meist liegen keine körperliche Ursache wie Verdauungsprobleme vor, sondern es handelt sich bei Dreimonatskoliken um eine Reizüberflutung. Der Begriff Dreimonatskolik ist somit etwas irreführend und wird in der Fachwelt mittlerweile meistens mit Regulationsstörung ersetzt.

Fazit

Unabhängig davon, warum es Deinem Baby nicht gut geht, bleib so gelassen wie möglich. Grade dann, wenn Dein Baby ständig schreit, sich nicht beruhigen lässt und auch sonst nichts gegen die Dreimonatskolik wirklich hilft, such schnellstmöglich einen Arzt auf, falls Dir die Beschwerden Sorge bereiten. Lass Dich von Deiner Hebamme und anderen Fachleuten mit Rat, Trost, Massagen und Heilmitteln unterstützen.

Wichtig ist es, Deinem Baby möglichst viel Nestwärme und Liebe zu schenken, damit es schnell und sanft durch die schwierige Phase kommt und ihr als Eltern gut zusammenarbeitet und euch in Stress-Situationen gegenseitig entlasten könnt.

Welche Anzeichen hat Dein Baby während den 3-Monats-Koliken gezeigt und was hat bei Dir dagegen geholfen? Schreib es mir und den Lesern doch als Kommentar!


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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

2 Kommentare

  1. Ich bin fertig mit der Nerven hab scon alles probiert er schreit jeden Abend stundenlang 10 Wochen alt und das seit der Geburt nichts hilft????

    1. Hallo Hatice,

      mehr als die genannten Tipps habe ich leider nicht. Wenn Du alleine nicht weiter kommst, solltest Du Dir unbedingt Hilfe holen. Entweder aus dem Bekanntenkreis oder von einer Hilfestelle, z.B. einer Schreiambulanz.

      Vielleicht hilft Dir auch mein Artikel „Überfordert mit Baby“.

      Ansonsten, denk immer daran: Es wird irgendwann aufhören!

      Ich wünsche Dir, dass das sehr bald ist –

      liebe Grüße,
      Hanna

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