Baby, Entwicklung

Vom ersten Laut zum ersten Wort: Wenn Babys zu sprechen beginnnen

Baby lacht und macht erste Laute

Die ersten Monate mit Deinem Kind hast du erfolgreich hinter Dich gebracht und fragst Dich nun zu Recht, wann Dein Baby anfängt zu sprechen. Wie so viele andere Aspekte der Kindesentwicklung ist der Weg zum ersten Wort von Baby zu Baby sehr unterschiedlich. Daher habe ich für Dich einige interessante Fakten zum Thema „Wann fangen Babys an zu sprechen?“ zusammengetragen.

Wie lernen Babys sprechen? – Die Sprachentwicklung Deines Babys vom ersten Geschrei bis zum ersten Wort

Grundlegend lässt sich feststellen, dass die Sprachentwicklung von Babys direkt nach der Geburt beginnt. Denn schließlich teilen sich Neugeborene bereits in dieser Phase durch Lautäußerungen mit – auch wenn es sich dabei zunächst ausschließlich um Schreien handelt.

Dein Baby schreit, wenn es Hunger oder Bauchschmerzen hat oder aber, weil es zu Mama und Papa möchte. Schon in dieser Phase lernt es also, durch Lautäußerungen mit seinen Mitmenschen zu interagieren. Diese Laute werden schon bald sehr viel differenzierter.

Lautes oder leises Schreien, mitunter zorniges Schimpfen oder das erste Glucksen bzw. Lachen: Dein Baby lernt schnell, verschiedene Emotionen durch unterschiedliche Laute auszudrücken und auf die gleiche Weise auf verschiedene Situationen zu reagieren.

Lesetipp: Ab wann können Babys lachen?

Die „erste Lallphase“: Erste Laute etwa ab dem zweiten Lebensmonat

Wenn Dein Baby etwa 2. Monate alt ist, kannst Du damit rechnen, von deinem Baby außer Schreien noch weitere Laute zu hören. Experten nennen dies die „erste Lallphase“. In dieser Zeit beginnt das Baby auszuprobieren, wofür sein Mund abgesehen vom Schreien noch zu gebrauchen ist.

Nun beginnt es zum Beispiel, die Zunge zu rollen oder die Lippen zu spitzen und Töne „cch„, „grr“ oder auch „gu“ zu Stande zu bringen. Diese Phase hält etwa bis zum vierten Monat an. Dann kann dein Baby zwar noch nicht deutlicher sprechen, dafür ist es aber in der Lage, verschiedene Sprachmelodien zu unterscheiden. Das bedeutet, dass es sehr wohl merkt, ob Mama und Papa gut oder schlecht gelaunt sind.

Dies funktioniert jedoch nur, wenn das Baby auch richtig gut hört. Daher sind alle vorgesehenen Untersuchungen beim Kinderarzt Pflicht, um etwa bei einem zu schlechten Hörvermögen rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Meistens wird  ein Hör-Screening schon zusammen mit der U2 im Krankenhaus gemacht. Solltest Du zum Beispiel Dein Baby zuhause geboren haben, dann wird entweder Dein Kinderarzt die Hörfähigkeit testen oder Dich zu einem Facharzt überweisen, wenn er dafür nicht ausgestattet ist.

Die „zweite Lallphase“ beginnt etwa ab dem 6. Monat

Die sogenannte „zweite Lallphase„, die in der Regel ab dem 6. Lebensmonat beginnt, ist ebenfalls überaus wichtig für die Sprachentwicklung deines Babys. In dieser Phase nämlich beginnt es, Laute zu formen, die für seine Muttersprache typisch sind. Das geschieht dadurch, dass das Baby Gehörtes mit den eigenen Lauten abgleicht.

Das Gehirn des Kindes vollbringt bereits in dieser Phase Höchstleistungen. Denn es sortiert automatisch diejenigen Laute aus, die das Baby zwar äußern kann, die für das Sprechen seiner Muttersprache jedoch nicht notwendig sind.

Nur diejenigen Laute, die tatsächlich gebraucht werden, übt das Baby weiterhin. Dazu gehören zunächst die Lippen- und Verschlusslaute wie „b“ und „p„, die sich ausschließlich mit Lippen, Zähnen und der Zungenspitze erzeugen lassen.

Als erstes übt das Kind also die einfachen Konsonanten. Erst später kommen dann sowohl Vokale als auch Zisch- und Rachenlaute hinzu, die deutlich schwerer zu realisieren sind.

Doppelung von Silben zwischen dem 9. und 12. Monat

Sprachtechnisch aufregend für die Eltern, aber auch für das Baby selbst, wird es etwa zwischen dem 9. und 12. Monat. Dann nämlich fängt Dein Baby wahrscheinlich an, Silben zu verdopppeln, was sich in vielen Fällen sehr niedlich anhört.

Es gibt dann solche Laute wie etwa  „dada„, „gugugu„, „mamama“ oder „papapa“ von sich. Ab diesem Zeitpunkt ist es für das Baby wichtig, dass Du als Vater oder Mutter es bei der weiteren Sprachentwicklung unterstützt. Denn ab jetzt gibt es meist auch den sogenannten „Triangulären Blickkontakt„. Das bedeutet, das Kind hat etwas interessantes in der Hand und schaut dann zunächst dieses „Etwas“ und anschließend Mama oder Papa intensiv an. Dies heißt nichts anderes, als dass das Baby von Dir wissen möchte, wie dieses Ding in seiner Hand heißt. Und das solltest du dem Kind gerne so oft wie möglich sagen, um es dadurch in der Entwicklung seiner Sprachfertigkeiten zu unterstützen.

Es ist soweit: Die ersten Worte

Oftmals dürfen sich Eltern etwa in der Zeit um den ersten Geburtstag ihres Babys über das erste richtige und als solches erkennbare Wort freuen. Für welches erste Wort sich dein Baby entscheidet, hängt nicht nur vom Umfeld ab. Oftmals ist es ein besonderer Schlüsselreiz, der dafür sorgt, dass sich ein Baby gerade für dieses erste Wort entscheidet.

Gefallen ihm zum Beispiel Hunde oder Katzen besonders gut, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das erste Wort „Wauwau“ oder „Miau“ lautet.

Hat es eine besonders enge Bindung zur Mutter oder zum Vater, könnte das erste Wort natürlich auch „Mama“ oder „Papa“ sein. Dies lässt sich jedoch kaum gezielt beeinflussen – es sei denn, du möchtest deinem Baby den ganzen Tag gebetsartig nur dieses eine Wort vorsagen, damit es endlich Mama oder Papa sagt.

Nach dem ersten Wort folgt in der Regel schon bald das zweite, sodass der Wortschatz deines Babys in den folgenden Wochen geradezu explodiert. Es plappert nun fröhlich fast alles nach, was du ihm vorsagst.

Erste (kurze) Sätze: Mit rund 2 Jahren ist es soweit

Einzelne Wörter sind für dein Baby bald nach dem ersten Wort eine leichte Übung. Es eignet sich zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr auf diese Weise bereits ein recht umfangreiches Vokabular an.

Wenn der Wortschatz einmal rund 50 Worte überschritten hat, zündet die nächste Stufe der Sprachentwicklung. Um den zweiten Geburtstag herum beginnen Kleinkinder, kurze Sätze mit 2 bis 3 Worten zu bilden. Auf diese Weise tauscht sich Dein Kind bewusst mit Dir aus.

Sollte Dein Kind noch nicht in kleinen komplexen Sätzen sprechen wollen oder können, besteht aber dennoch kein Grund zur Panik: Wie bereits erwähnt, ist die Sprachentwicklung von Babys ganz individuell. Während einige Babys ihre die ersten zwei, drei Wörter bereits mit 10 oder 11 Monaten zu Stand bringen, müssen andere Eltern hierauf durchaus bis zum 21. Lebensmonat warten. Dies liegt völlig im Rahmen, bei den Letzteren handelt es sich schlicht und einfach um klassische „Spätzünder“.

Auch das Tempo, mit dem Kinder nach dem ersten Wort weitere Vokabeln lernen, kann sehr unterschiedlich sein. Während manches Baby gefühlt jeden Tag mit einem neuen Wort daher kommt, kann es bei anderen nach dem ersten Wort durchaus einige Wochen dauern bis weitere folgen.

Sprechen fördern: Wie kann ich mein Baby zum Reden animieren und unterstützen?

Es ist durchaus möglich, Dein Baby in seiner Sprachentwicklung zu unterstützen und zu fördern. Da Babys anfangs vor allen durch Hören lernen, ist es äußerst hilfreich, viel mit dem Kind zu reden. Zwar kann es Dich anfangs nicht verstehen, dennoch hört es Dich gerne reden und es fällt ihnen zudem leichter, oft gehörtes später zu imitieren.

Sobald Dein Baby wirkliche Laute von sich gibt, schadet es nicht, diese nachzuahmen. Das Baby freut sich darüber und wird im Gegenzug versuchen, die von Dir gehörten Worte nachzubilden.

Hat Dein Kind erst einmal begonnen zu reden, ist es wichtig, dass Du ihm auch zuhörst. Dann fühlt es sich ernst genommen und erkennt, dass Reden etwas wichtiges ist.

Auch Vorlesen und Singen fördern die Sprachentwicklung deines Babys. Je kleiner das Kind, desto einfach sollten die vorgelesenen Texte und vorgesungenen Lieder sein. Zum Vorlesen können sich Foto- und Streichelbücher gut eignen.

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Ganz wichtig: Ist dein Kind einmal so weit, kleine Sätze zu sprechen, solltest du Fehler nicht direkt korrigieren. Besser ist es, stattdessen (oft grammatikalisch) falschen Satz noch einmal korrekt zu wiederholen.

Wann sagen Babys das erste Mal „Mama“ und „Papa“?

Mit etwas Glück ist das erste Wort deines Babys – etwa um den zwölften Lebensmonat herum – tatsächlich „Mama“ oder „Papa„. In vielen Fällen wird dies jedoch nicht so sein. Doch das ist kein Grund, zu verzagen.

Denn spätestens, wenn dein Baby die ersten paar Worte gelernt hat, wird es in der Regel auch schon bald diese beiden heiß ersehnten Vokabeln in seinen Wortschatz aufnehmen – denn schließlich seid ihr die beiden wichtigsten Menschen in seinem Leben.


Kann man Babys „Mama“ bewusst beibringen?

Dass „Mama“ oder „Papa“ das erste Wort sind, ist zwar recht häufig, aber forcieren lässt sich das leider nicht.

Anders sieht es aus, wenn Dein Baby bereits einige Worte beherrscht. Denn dann ist es im Normalfall ganz versessen darauf, weitere Vokabeln zu lernen.

In dieser Phase kann es dann durchaus sinnvoll sein, dem Kind oft „Papa“ oder „Mama“ vorzusagen, damit es auch diese beiden wichtigen Wörter bald in seinen Sprachschatz aufnimmt.

Lernen Mädchen oder Jungs schneller sprechen?

Mädchen sprechen meist früher und schneller als Jungs.

Viele Jungs sind in Bezug auf ihre Sprachentwicklung etwas später dran als gleichaltrige Mädchen. Das ist völlig normal und lässt sich immer wieder beobachten. Es ist also nicht weiter tragisch, wenn das Nachbarsmädchen mit 11 Monaten bereits mehrere Wörter spricht, sich dein Sohn aber mit 16 Monaten noch immer nicht anschickt, endlich mit dem Sprechen anzufangen.

Lass Deinem Kind die Zeit, die es braucht, um der Sprache auf seine individuelle Weise auf den Grund zu gehen. Zwang ist in diesem Zusammenhang eher kontraproduktiv.

Wichtig ist doch, dass Dich Dein Kind trotzdem sehr gut versteht, auch wenn es sich selbst noch nicht ausdrücken kann.

Spätes Sprechen: Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby mit 16 Monaten immer noch nicht spricht?

Spricht Dein Baby mit 16 Monaten noch immer nicht, machst Du dir vielleicht Sorgen, dass etwas nicht stimmen könnte. Sind jedoch alle Untersuchungen beim Kinderarzt positiv verlaufen und hat das Kind nachweislich keine Probleme mit dem Hören, dann ist es aller Wahrscheinlichkeit nach einfach ein typischer Spätzünder.

Wenn Dein Kind erst recht spät mit dem Reden beginnt, hat das keine Aussagekraft darüber, wie intelligent Dein Kind ist und sein wird.

Manche Kinder lassen sich mit ihren ersten Worten nahezu 2 Jahre Zeit. Haben Sie die richtige Sprache aber erst einmal entdeckt, geht es meist richtig rasant voran und Du kannst dich vor neuen Worten gar nicht mehr retten.

Sprachfehler & Sprachstörung: Was sind die Ursachen und Symptome?

Wie bereits gesagt: Selbst wenn Kinder erst recht spät anfangen zu reden, liegt meist keine Entwicklungsstörung vor. Sollte Dein Kind mit rund 2 Jahren noch nicht sprechen oder einen sehr kleinen Wortschatz haben, kannst du zunächst vom Kinderarzt nochmals prüfen lassen, ob es richtig hört. Ein schlechtes Gehör oder gar Taubheit wirken sich nämlich fatal auf die Entwicklung der Sprachfähigkeit aus.

Spricht dein Kind zwar, ist aber kaum zu verstehen, kann ebenfalls der Kinderarzt die erste Anlaufstelle sein. Er kann mit seiner Erfahrung sehr gut beurteilen, ob das Kind in der sprachlichen Entwicklung tatsächlich hinterherhinkt. In diesem Fall wird er eine Überweisung an einen Logopäden oder Phoniater ausschreiben.

Sollte, was in den wenigsten Fällen vorkommt, tatsächlich eine echte Entwicklungsstörung vorliegen, lässt sich diese ab etwa drei Jahren zweifelsfrei diagnostizieren. Dann können entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

 


Bild: 

© Dasha Petrenko- bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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