Welchen Kinderwagen soll ich kaufen?


Wie fast alle Eltern haben wir vor der Geburt unseres Sohnes einen Kinderwagen gekauft. Einen Kombi-Kinderwagen, den wir später auch als Buggy nutzen konnten.

Weil wir in einer Wohnung in der Stadt lebten, war es für uns wichtig, dass er auch für enge Gänge und scharfe Kurven geeignet ist. Außerdem sollte er natürlich gut aussehen und viele Funktionen haben.

Wenn Du Dir schon einmal durch die schier endlos wirkende Auswahl an Kinderwägen geklickt hast, weißt Du aber wahrscheinlich, dass das nicht die einzigen Auswahlkriterien sind, die Du beim Kinderwagen kaufen beachten musst.

Es kommt immer darauf an, auf welchem Gelände, für welches Alter und in welchen Situationen Du den Kinderwagen oder Buggy nutzen möchtest.

Weil wir nach über einem Jahr noch einen weiteren Buggy und etwas später einen Fahrradanhänger mit Jogger- und Buggyfunktion gekauft haben, weiß ich, wie langwierig die Suche werden kann.

Trotzdem ist es wichtig, nicht einfach irgendeinen Kinderwagen zu kaufen, sondern vorher genau zu wissen, worauf es ankommt. Denn nicht jeder Kinderwagen passt für jede Lebenssituation, es kommt immer darauf an, auf welchem Gelände, für welches Alter und in welchen Situationen Du den Kinderwagen oder Buggy nutzen möchtest.

Damit Du Dir genau überlegen kannst, was Du eigentlich brauchst, bevor Du zum Fachhändler oder einem Online-Shop gehst, findest Du im folgenden einen ausführlichen Katalog an Unterscheidungskriterien und Wissenswertem rund um den fahrbaren Untersatz für Dein Baby.

Lies Dir am besten den Artikel in Ruhe durch und mach Dir Notizen, um Dich dann auf die Suche nach dem perfekten Kinderwagen oder Buggy für Deine Familie zu machen.

1. Was sind die Unterschiede zwischen Kinderwagen, Buggy und Co. ?

Erst einmal gibt es eine Reihe von Begrifflichkeiten, über die Du Dich vielleicht anfangs wunderst. Du wirst sehr oft mit folgenden Bezeichnungen konfrontiert werden:

1Kinderwagen
2Buggy
3Liegebuggy
4Sitzbuggy
5Kombi-Kinderwagen
6Jogger
7Geschwisterwagen
8Zwillingskinderwagen

1.1 Kinderwagen

Unter Kinderwagen versteht man entweder ganz allgemein ein Beförderungsmittel für Kinder auf Rädern oder den klassischen Kinderwagen für Babys, die noch nicht sitzen können.

Dann verfügt ein Kinderwagen über irgendeine Art von Liegewanne, sodass das Baby nicht herausrollen kann.

Kinderwägen haben keine Gurte, denn sobald Dein Baby sich selbständig hinsetzen kann, kommt der Buggy zum Einsatz.

1.2 Buggy

Ein Buggy hat eine mehr oder weniger aufrechte Rückenlehne und ist zum Sitzen gedacht.

Buggys sind ab 6 Monaten zugelassen, weil das das früheste Alter ist, in dem Babys sitzen können. Bei manchen dauert es auch weitaus länger, bis zu 10 Monaten.

Sobald sie älter als 6 Monate sind und nicht mehr ganz flach liegen, sondern schon einiges an Rumpfkontrolle und Muskulatur erworben haben, kannst Du sie trotzdem im Buggy fahren. Allerdings sollte es dann ein Liegebuggy sein und die Rückenlehne möglichst nicht aufrecht.

1.3 Liegebuggy

Ein Liegebuggy ist ein Buggy mit einer nach hinten umklappbaren Rückenlehne.

Manche Liegebuggys gehen in die vollständige Liegeposition, andere nicht ganz.

1.4 Sitzbuggy

Ein Sitzbuggy dagegen hat keine Liegeposition.

Oft werden sogenannte Regenschirm-Buggys auch als Sitzbuggy bezeichnet, diese lassen sich mit einem einfachen Faltmechanismus ähnlich wie ein Regenschirm oder Campingstuhl zusammenklappen.

1.5 Kombi-Kinderwagen

Ein Kombi-Kinderwagen kann sowohl mit einer Liegewanne als Kinderwagen, als auch mit einem Buggy-Aufsatz verwendet werden, also theoretisch die ganze Kinderwagenzeit lang.

Mit dem Buggyaufsatz nennt man den Kombi-Kinderwagen dann Sportwagen.

Manche Kombi-Kinderwägen werden zusätzlich mit einer Babyschale für’s Auto geliefert oder es kann ein Maxi-Cosi-Adapter dazugekauft werden.

Ein System, bei dem mindestens drei verschiedene Aufsätze per Klick aufgesteckt werden können, nennt man Travel System.

Buggy oder Kombikinderwagen

Vorteile vom Kombi-Kinderwagen

Lange verwendbar
Oft Lufträder, Sportwagen gut gefedert
Vielfältig einsetzbar
Immer in beide Fahrtrichtungen

Vorteile bei Nutzung vom Buggy

Kleines Faltmaß und Transportierbarkeit
Große Auswahl
Einfache Handhabung
Leichter und wendiger zum Schieben

Es ist übrigens ein Gerücht, dass Kombi-Kinderwägen sehr teuer sind.

Lesetipp

Kinderwagen unter 300 EURO

Die besten Kinderwagen bis 300 Euro – Billig & Sehr Gut!

Ein guter Kinderwagen muss nicht teuer sein. So hat unser erster Kombi-Kinderwagen der ABC Design Turbo 6 gerade einmal 450€ gekostet …

1.6 Jogger

Ein Jogger ist ein Buggy mit drei Rädern. Der Name ist etwas irreführend, denn nur wenige der Modelle sind tatsächlich zum Joggen und Skaten zugelassen.

Der große Vorteil von dreirädigen Kinderwägen ist, dass sie sehr viel wendiger und kleiner sind als mit vier Rädern.

1.7 Geschwisterwagen und Zwillingskinderwagen

Wenn Du zwei Kinder mit recht geringem Altersabstand hast, solltest Du über einen Geschwisterkinderwagen oder Zwillingskinderwagen nachdenken.

Wenn das größere Kind nur vorübergehend oder hin und wieder mitfahren soll, macht es Sinn, dass sich eine Sitzeinheit komplett entfernen lässt und den Kinderwagen später als Einzelbuggy zu verwenden.

Vielleicht willst Du für das größere oder ein drittes Geschwisterkind auch ein Buggyboard anbringen? Überprüfe auf jeden Fall lieber vorher, ob der Kinderwagen dafür geeignet ist.

2. Räder & Bereifung - Die Wahl der richtigen Reifen

Eines der wichtigsten Auswahlkriterien für den richtigen Kinderwagen sollte die Bereifung sein. Denn hier kann wirklich vieles schief gehen, vor allem, wenn Du nicht nur in der Stadt unterwegs bist.

1Lufträder
2Luftkammerräder
3Kunststoffreifen
4Hart-Gummireifen

2.1 Lufträder und Luftbereifung

Früher gab es nur Reifen, die mit Luft gefüllt waren, sogenannte Lufträder. Wie bei einem Fahrrad ist innen ein Schlauch, der über ein Ventil mit Luft befüllt wird.

Weil die Luft im Reifen bei Unebenheiten oder Erschütterungen nachgibt, sind Luftreifen eine unvergleichlich gute Dämpfung bzw. Federung.

Kinderwägen mit Lufträdern sind perfekt für alle, die viel auf unebenen Wegen oder auf richtigen Offroad-Strecken fahren.

Der Nachteil ist, dass Lufträder dazu meist relativ groß sein müssen, was das Fahren in der Stadt erschweren kann.

Außerdem musst Du, genau wie bei einem Fahrrad, regelmäßig den Luftstand überprüfen und ggf. Luft nachpumpen.

Vorteile Lufträder

Leichtgängig
Sehr leise
Gute Bodenhaftung
Geländetauglich
Dämpfung und Federung ausgezeichnet

Nachteile Lufträder

Sperrig
Abnutzung
Pannen- und Plattengefahr
Wartung nötig

2.2 Luftkammerräder

Weil das auch zu Beschwerden und negativen Bewertungen führt, greifen immer mehr Hersteller auf sogenannte Luftkammerräder zurück.

Luftkammerräder sind mit porösem Kaltschaum gefüllt, sodass immer noch kleine Luftkammern vorhanden sind, die Stöße abdämpfen. Trotzdem bleiben die Räder formstabil und sind pannensicher.

Mit Luftkammerreifen musst Du nie Luft nachfüllen. Allerdings sind die Dämpfungseigenschaften von Luftkammerrädern nicht ganz so gut wie die von Lufträdern.

Vorteile Luftkammerräder

Noch gute Dämpfung und Federung
Geländetauglich
Geräuscharm
Noch gute Bodenhaftung
Leichtgängig

Nachteile Luftkammerräder

Nimmt Steinchen im Profil auf

2.3 Kunststoffräder

Buggys, die ausschließlich auf Asphalt bzw. Gehwegen fahren sollen, haben meist sehr kleine, harte Räder aus Kunststoff oder Hartgummi.

Kunststoffräder haben die wenigste Dämpfung, aber auch Hartgummi dämpft kaum.

Kunststoffräder haben überhaupt keine Bodenhaftung, sie rutschen sozusagen einfach dahin. Dadurch sind sie aber sehr leicht und wendig.

Vorteile Kunststoffräder

Robust und langlebig
Klein und sehr leicht
Pannensicher
Keine Wartung nötig
Preisgünstig

Nachteile Kunststoffräder

Nicht geländetauglich
Nicht kopfsteinpflastertauglich
Keine Federung oder Dämpfung
Keine Bodenhaftung

2.4 Hartgummiräder

Hartgummiräder haben schon etwas mehr Bodenhaftung als normale Kunststoffräder.

Für den richtigen Outdoor-Bereich brauchst Du aber richtige Gummiräder mit Profil, so wie ein Fahrradreifen.

Vorteile Hartgummiräder

Robust und langlebig
Klein und leicht
Pannensicher
Keine Wartung nötig

Nachteile Hartgummiräder

Nicht geländetauglich
Steinchen können sich verkeilen
Kaum Federung und Dämpfung
Keine Bodenhaftung

2.5 Wichtige Fragen zu Reifen und Räder

Lieber Kinderwagen mit 3 oder 4 Räder?

Die meisten Kinderwägen haben vier Räder. Ob Dir das lieber ist oder ein sogenannter Jogger, ist tatsächlich zum großen Teil auch Geschmackssache.

Viele Eltern haben Angst, dass Buggys mit drei Rädern leichter kippen. Tatsächlich ist das nur der Fall, wenn das vordere Rad schwenkbar ist – dieses lässt sich aber bei allen Joggern, die ich kenne, auch feststellen.

Dafür sind Jogger in der Regel leichter als Buggys mit vier Rädern und sehr viel wendiger.

Welche Reifengröße brauche ich?

Die Reifengröße macht einen großen Unterschied, wenn Du über unebenes Terrain fährst.

Je größer die Räder, desto müheloser fährt der Kinderwagen über Unebenheiten und Schotter.

Kleinere Löcher überbrückt so ein Reifen einfach, anstatt darin zu versinken.

Ein Jogger sollte mindestens 16-Zoll-Reifen fürs Offroad-Joggen haben.

Für den Stadtverkehr allerdings sind kleine Reifendurchmesser von Vorteil, denn so sind die Kinderwägen wendiger und leichter.

Auch das Faltmaß ist mit kleinen Rädern viel geringer.

Sollte die Achse besser schwenkbar, feststellbar oder fest sein?

Die stabilsten Kinderwägen haben zwei Achsen mit fest verbauten, also nicht schwenkbaren Rädern. Auf diese Weise entstehen auch nach langem Gebrauch keine Schwachstellen, durch die das Rad instabil werden könnte. Der Wagen liegt sicher in der Spur, das geradeaus fahren ist mit wenig Aufwand verbunden.

Auf engen Wegen und bei wenig Platz allerdings sind feste Räder ein Nachteil. Denn wenn Du den Wagen um 90° nach rechts oder links lenken möchtest, brauchst Du entweder einen sehr großen Schwenkradius, oder Du musst die Vorderachse leicht vom Boden abheben, also den Wagen nach vorne kippen, und dann in Position drehen.

Um beiden Anforderungen gerecht zu werden, haben viele Kinderwägen Vorderräder, die sich einstellen lassen. Sie sind also bei Bedarf schwenkbar oder fest.

Allerdings sollte Dir klar sein, dass solche Räder auch im festgestellten Zustand nie die Stabilität einer festen Vorderachse erreichen.

Was ist eine Einzelradaufhängung und wofür ist sie gut?

Von einer Einzelradaufhängung spricht man, wenn sich jedes Rad einzeln in seiner Spur bewegen kann, das heißt etwas nach rechts oder links nachgeben.

Dadurch ist die Achse viel flexibler und kann ideal auf Bodenunebenheiten reagieren.

Im Gelände also ein großer Vorteil, für den Stadtgebrauch weniger wichtig.

3. Federung - Was muss ich wissen?

Je jünger Dein Baby ist, desto wichtiger ist eine funktionierende und geeignete Federung für den Kinderwagen, denn Erschütterungen übertragen sich auch auf den kleinen Körper und können sehr unangenehm sein. Erst nach einigen Monaten bis Jahren haben Babys genug Muskulatur entwickelt, um selbstständig die Erschütterungen zu absorbieren.

Fast alle Kinderwägen und Buggys verfügen über eine zusätzliche Federung, um Stöße abzufedern und Deinem Kind eine ruhige Fahrt zu ermöglichen.

Eine Federung ist bei einem Kinderwagen nicht unbedingt von außen sichtbar.

Deshalb gilt: Bei Unsicherheiten frag besser nach, als von einer fehlenden Federung auszugehen.

1Einzelradfederung
2Allradfederung
4Einstellbare Federung
3Hinterradfederung

3.1 Einzelradfederung

Eine Einzelradfederung ist an jeder Radaufhängung angebracht und kann dadurch ganz individuell auf Erschütterungen reagieren. Auch eine Besonderheit, die vor allem bei holperigen Wegen glänzt.

3.2 Allradfederung

Der Begriff Allradfederung bedeutet schlichtergreifend, dass sowohl die Hinter-, als auch die Vorderachse über eine Federung verfügt. Für die Fahrt über das Gelände ist das unerlässlich.

3.3 Hinterradfederung

Ein Buggy mit Hinterradfederung hat, wie der Name sagt, an der Vorderachse keine Federung. Für den Stadtverkehr ist das ausreichend.

3.4 Individuell einstellbare Federung

Manche Buggys, die auch für schwerere Kinder zugelassen sind, verfügen über eine justierbare Federung, die bei einer bestimmten Kilogrenze umgestellt wird. Mittlerweile gibt es sogar Federungen, die sich eigenständig der Belastung anpassen.

4. Bremsen

Jeder Kinderwagen und Buggy verfügt über eine Feststellbremse an mindestens einer Achse, manche sogar an beiden.

Die meisten betätigt man mit dem Fuß, manche kann man auch mit der Hand festdrehen.

Wenige Modelle, vor allem Jogger und Gelände-Kinderwagen, haben eine Handbremse. Das ist ein wichtiger Punkt in Bezug auf Sicherheit, wenn Du bergab joggst. Auch sonst ist eine Handbremse angenehm, wann immer es hügelig wird.

5. Größe & Gewicht

Insgesamt werden Kinderwägen immer kleiner, während Babys immer größer werden – Das ist eine Tatsache, die auch von Stiftung Warentest wiederholt bemängelt wird.

Der von Stiftung Warentest beschriebene Fakt ist sehr wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass vor allem Eltern, die in der Stadt wohnen oder den Kinderwagen häufig im Auto transportieren, auf ein möglichst kleines Packmaß und geringes Gewicht achten. Verständlich, denn so kann man den Wagen ganz einfach ein paar Stufen nach oben oder unten tragen, er passt in jeden Fahrstuhl und kann den Kinderwagen zu Hause oder im Auto bequem verstauen.

Was viele dabei nicht beachten, die bequemen Vorteile in Form von Leichtigkeit und Kompaktheit verursachen gleichzeitig auch Nachteile:

Es muss möglichst an Gewicht eingespart werden, sodass weniger Polsterung, kleinere Reifen und Materialien aus leichtem Polyester zum Einsatz kommen.

Die Tests der Stiftung Warentest haben ergeben, dass die Liegewannen vieler Kombi-Kinderwägen schnell zu klein werden, sodass das Baby in den Sportwagen muss, obwohl es noch gar nicht alt genug ist.

Vor allem, wenn Du oder Dein Partner sehr groß sind, musst Du davon ausgehen, dass auch euer Baby schnell wachsen wird. Daher solltest Du über die Anschaffung eines Kinderwagens für große Eltern mit ganz bestimmten Eigenschaften nachdenken. Aber auch dazu wirst Du noch Tipps und Empfehlungen erfahren.

1Faltmaß
2Breite der Hinterachse
3Liegefläche, Sitzfläche und Fußstütze
4Liegehöhe
6Eigengewicht
5Schieberhöhe

5.1 Faltmaße

Das Faltmaß wird bei so gut wie allen Kinderwägen angegeben. Damit kannst Du Dir vorher überlegen, ob der Kinderwagen in euren Kofferraum passt.

Achte darauf, ob das Faltmaß mit oder ohne Räder und Aufsatz angegeben ist. Denn im Zweifelsfall musst Du dann beides jedes Mal abnehmen, bevor Du den Kinderwagen verstaust.

Wenn Du den Kinderwagen häufig gefaltet transportieren willst, ist es für Dich vielleicht wichtig, dass das entsprechend einfach geht. Es gibt viele Wägen, die über einen Einhand-Klappmechanismus verfügen, manche mit automatischem Einrasten.

Manche stehen im gefalteten Zustand auch frei, das kann wichtig sein, wenn Du in der Wohnung wenig Platz hast.

5.2 Breite der Hinterachse

Häufig kannst Du auch die Breite des Wagens bzw. der Hinterachse aus den Produktbeschreibungen entnehmen. Das ist vor allem bei Zwillingskinderwägen sehr wichtig, wenn Du schmale Türen hast.

5.3 Liegefläche, Sitzfläche & Fußstütze

Wenn Du damit rechnen musst, dass Dein Baby sehr groß wird, also schnell wächst, weil mindestens ein Elternteil sehr groß ist, dann macht die Liegefläche in der Babywanne oder im Buggy einen wichtigen Unterschied.

Denn irgendwann wird der Kopf sonst am Verdeck anstoßen bzw. in der Liegeposition keinen Untergrund mehr haben.

Viele Buggys haben eine Rückenlehne, die nur 40-43 cm hoch ist. Es gibt aber auch Buggys mit 50 cm Rückenlehne. Wenn Du Dir überlegst, wie lange ein älteres Kind braucht, um 10 cm zu wachsen, bedeutet das, dass Du den Buggy viel länger verwenden kannst.

Wenn die Rückenlehne nach hinten in die Liegeposition umklappbar ist, dann sollte auch eine ausreichend große und hochklappbare Fußstütze vorhanden sein. Denn mit den Beinen nach unten zu liegen ist unbequem und nicht gerade förderlich für die Durchblutung.

Auch sonst sollte die Fußstütze beim Buggy zumindest höhenverstellbar sein, sodass Dein Kind die Füße beim Sitzen in der geeigneten Höhe abstellen kann.

5.4 Liegehöhe

Neue Kinderwagen- und Buggymodelle tendieren dazu, dass das Kind immer näher am Boden liegt. Mittlerweile liegen Babys in vielen Kinderwägen auf einer Höhe von 50 cm oder weniger.

Das ist für viele Eltern gefühlt unangenehm und vor allem für große Eltern bedeutet es ein ständiges Hinunterbeugen. Das nervt viele und bei manchen sorgt es sogar für Rückenschmerzen. Überleg Dir deshalb vorher, ob Dir die Liegehöhe Deines Babys wichtig ist. Es gibt nämlich auch Kinderwägen mit mehr als 90 cm Liegehöhe.

Bei Buggys gilt das nicht unbedingt, denn hier wollen Kleinkinder oft selbst Ein- und Aussteigen.

Lesetipp

Bester Kinderwagen für große Eltern

Der beste Kinderwagen für große Eltern

Während ich mit meinen 1,70 m recht durchschnittlich groß bin, ist mein Mann fast 1,95 m groß. Das kann in …

5.6 Eigengewicht

Auf das Eigengewicht eines Kinderwagens oder Buggys musst Du eigentlich nur dann achten, wenn Du diesen oft Heben oder Tragen musst. Wirklich  schwer ist zum Glück kein Kinderwagen auf dem Markt. Auch als Frau kannst du jeden Kinderwagen zerlegen und verstauen, wenn er nicht mehr benötigt wird.

Wenn Du ihn allerdings unterwegs auch mal über die Schulter hängen und tragen oder damit auf Reisen gehen willst, macht das Gewicht schon einen Unterschied.

Die leichtesten Buggys auf dem Markt wiegen gerade einmal 6 kg, während die schwersten schon an die 30 kg reichen.

5.5 Schieberhöhe

Die Schieberhöhe ist für alle Eltern jenseits der 1,70 m ein wichtiges Thema. Denn der Griff des Kinderwagens sollte mindestens auf Höhe der Ellbogen oder sogar noch höher sein.

Andernfalls musst Du die Kraft zum Schieben aus dem Ellbogengelenk nehmen und über kurz oder lang wirst Du eine Schutzhaltung einnehmen, um die Ellbogen zu entlasten. Das heißt große Elternteile gehen dann entweder ins Hohlkreuz oder machen einen Buckel, sodass die Ellbogen weiter unten sind.

Achte deshalb auf die Schieberhöhe. Wenn mehrere Personen mit unterschiedlicher Größe den Wagen fahren, sollte der Schieber auf jeden Fall höhenverstellbar sein.

Ansonsten kannst Du ganz einfach messen, wie hoch Deine Ellbogen sind, wenn Du stehst. Bei manchen Kinderwägen sind die Schieber nicht einmal einen Meter in der Luft, andere kommen auf bis zu 125 cm Schieberhöhe. Etwa 110 cm reichen für eine Körpergröße bis ca. 1,80 m aus.

6. Blickrichtung

Die Blickrichtung bei Buggys rückt erst in den letzten Jahren in den Fokus. Lange war es selbstverständlich, dass Kleinkinder mit dem Blick nach vorne, also von den Eltern weg, geschoben werden.

Während im Bereich der Babytragen die Haltung mit dem Blick nach vorne wegen einer möglichen Reizüberflutung seit langem verteufelt wird, waren bei Kinderwägen wohl erst entsprechende Studien nötig, um ein Bewusstsein zu schaffen.

Denn tatsächlich scheint es für die kognitive Entwicklung von kleineren Kindern einen Unterschied zu machen, ob sie zur Bezugsperson während der Fahrt Augenkontakt aufnehmen und mit ihr kommunizieren können.

7. Der Schiebegriff

Im Bereich der Schiebestangen gibt es wieder einen großen Dschungel an Fachbegriffen. Zunächst haben manche Kinderwägen einen durchgehenden Schieber, also eine einzige Querstange, während Du andere an einzelnen Griffe schiebst.

Einzelgriffe sind vor allem bei sogenannten Regenschirmbuggys, die sich kompakt zusammenfalten lassen, üblich. Nur so ist der Klappmechanismus realisierbar. Diese Buggys werden meist nur gelegentlich im Urlaub oder als Zweitbuggy verwendet.

Bei richtigen Kinderwagen ist ein durchgehender Schieber viel bequemer und verleiht zustätzliche Stabiltität. Natürlich hat er auch mehr Gewicht, weil mehr Metall verbaut wurde.

Zum Verlängern der Schiebestange gibt es entweder Teleskopschieber zum Ausziehen oder Knickschieber, die nach oben oder unten geknickt werden.

Während ein Teleskopschieber die Stange nach hinten verlängert, verkürzt ein Knickschieber auch den Abstand zwischen Schieber und Hinterachse. Das ist vor allem für große Menschen, die den Schieber nach oben abknicken, ein Problem. Denn wenn der Abstand zu kurz wird, tritt man schnell an die Hinterräder bzw. auf die Hinterachse.

Durch einen sogeannnten Schwenkschieber kannst Du die Blickrichtung des Kindes auch unterwegs ändern, ohne am Sitz herumbauen zu müssen. Mit einem Klick wird er gelockert und einfach über die Sitzeinheit hinweg auf die andere Seite geführt.

Auch das Material am Griff unterscheidet sich von Kinderwagen zu Kinderwagen. Ein Buggy, der geländetauglich oder fürs Joggen verwendbar sein soll, hat idealerweise einen rutschfesten Überzug am Griff, sodass dieser beim Laufen nicht wegrutscht, selbst wenn die Hände schwitzen.

Außerdem sollte der Wagen dann eine Sicherheitsschlaufe für Dein Handgelenk haben und eventuell eine Handbremse.

Optisch sehr hochwertige Kinderwägen haben oft einen Griff aus Kunstleder.

8. Sicherheitsgurt & Sicherheitsbügel

Fast alle zugelassenen Buggys haben mittlerweile einen 5-Punkt-Sicherheitsgurt, der auch ältere Kinder gegen das Herausfallen schützt. Denn Unfälle, die mit Fallen oder Fingern in den Rädern zu tun haben, sind die häufigsten im Bezug auf Buggys.

Zusätzlich haben viele Buggys deshalb auch einen (abnehmbaren) Sicherheitsbügel. Vor allem, wenn Du Dein Kind mit Blick nach vorne schiebst, sollte der Gurt immer angelegt und festgezogen sein.

Unterschiede bei den Gurten gibt es vor allem im Bezug auf die Verstellbarkeit, Länge und Polsterung.

Ein guter Gurt sollte längenjustierbar sein, das sind aber eigentlich alle.

Außerdem sind manche Schultergurte in der Höhe der Anbringung veränderbar, sodass die Gurte immer etwa oberhalb der Schultern beginnen.

Die meisten Gurte sind an den Schultern gepolstert, manche zusätzlich am Schrittteil.

9. Das Verdeck

So gut wie alle Kinderwägen verfügen über ein Verdeck. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Größe und vor allem darin, wie weit es als Sonnenschutz nach unten ragt.

Viele Verdecke haben ein aufklappbares Sichtfenster, sodass Du Dein Kind immer sehen kannst.

Andere haben verschiedene Methoden zur Belüftung des Verdecks oder ein mit Reißverschluss weiter ausziehbares Sonnendach.

Die meisten Verdecke haben einen LSF 50+.

Manche Verdecke sind so konstruiert, dass sie sich nahezu lautlos öffnen und schließen.

10. Die Auswahl der Farbe

Viele Kinderwägen sehen in hellen Farben besonders schick und modern aus.

Diesem Effekt sind auch wir beim ersten Mal ins Netz gegangen. Denn helle Farben sind beim Kinderwagen noch völlig problemlos, doch beim Buggy, wenn das Kind schon läuft, schmutzige Schuhe oder Füße hat und im Wagen isst, sehen sie schnell schmuddelig und fleckig aus.

Auch die waschbaren Bezüge werden nicht wieder ganz sauber. Beim zweiten Mal haben wir uns deshalb für einen schwarzen Buggy entschieden.

11. Sicherheitssiegel & Zertifizierungen

Wenn Du sichergehen willst, dass die verwendeten Stoffe für die Bezüge, die ja in Kontakt mit der Haut Deines Babys kommen, schadstoffrei bzw. schadstoffarm sind, solltest Du auf Zertifizierungen wie die ÖKO Tex 100 achten.

Wenn Du überlegst, einen weniger populären Kinderwagen zu kaufen, solltest Du darauf achten, dass er entweder die europäische Sicherheitsnorm EN 1888 erfüllt oder vom TÜV geprüft ist.

Die EN 1888 regelt vieles zu den Materialien, Kippsicherheit, Bremsen, Verriegelungen und Verschlüsse, und Räderbeschaffenheit. Damit kannst Du sicher sein, dass der Wagen in Ordnung ist.

Auch ein TÜV-Siegel bzw. das GS-Prüfungszeichen bestätigen das.

12. Kundenmeinungen & Rezensionen

Auch wenn eine Modellbeschreibung sich noch so perfekt anhört, lies Dir vor dem Kauf unbedingt die Kundenmeinungen auf Amazon oder anderen Online-Shops durch. Vielleicht googelst Du auch einfach mal kurz den Modellnamen.

Rechne natürlich damit, dass beinahe jeder wütende und enttäuschte Kunde eine negative Bewertung hinterlässt, während zufriedene Eltern meist gar nichts tun.

Deshalb wirst Du (fast) nie einen Kinderwagen finden, zu dem es ausschließlich positive Meinungen gibt.

Allerdings merkst Du schnell, wenn ein bestimmter Mangel bei fast allen Kinderwägen auftritt oder die Durchschnittsmeinung richtig negativ ausfällt.

Alle Beiträge über Kinderwagen

Bester Kinderwagen für große Eltern

Der beste Kinderwagen für große Eltern

Während ich mit meinen 1,70 m recht durchschnittlich groß bin, ist mein Mann fast 1,95 m groß. Das kann in …

Leichter Buggy zum Falten für unterwegs – Welcher Schirmbuggy ist der beste?

1965 entwarf der Pilot und Ingenieur Owen Finlay Maclaren, inspiriert durch den sperrigen Kinderwagen seiner Enkelin, einen Buggy, der sich …

Die besten Kinderwagen mit schwenkbaren Lufträdern

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Affiliate Links (Werbelinks). Wenn du auf so einen Verweislink klickst und über …

Kinderwagen mit Handbremse und Luftreifen – 3 Empfehlungen + 1 Geheimtipp

Gerade nach einer Schwangerschaft ist Sport wichtig. Er hilft uns Müttern, die übrigen Kilos zu verlieren und schafft einen Ausgleich …

Kinderwagen unter 300 EURO

Die besten Kinderwagen bis 300 Euro – Billig & Sehr Gut!

Ein guter Kinderwagen muss nicht teuer sein. So hat unser erster Kombi-Kinderwagen der ABC Design Turbo 6 gerade einmal 450€ gekostet …

Was ist der beste Kinderwagen für Gelände und Sport?

Lange wohnten wir mitten in Berlin und die Anforderungen an einen Buggy waren vor allem, dass er wendig und platzsparend …

Der beste Kinderwagen zum Joggen und Radfahren

Als unser Sohn zwei Jahre alt war, zogen wir aufs Land. Dort waren wir viel mehr draußen unterwegs – zu …

Der beste Buggy mit 3 Rädern: Diese Modelle sind günstig und richtig gut!

Bevor unser Baby kam, schafften wir uns voller Enthusiasmus einen Kombi-Kinderwagen an. Immerhin könnten wir den dann von der Geburt …

Doppel-Kinderwagen für Baby und Kleinkind: Der beste Kinderwagen für 2 Kinder unterschiedlichen Alters

Ein geringer Altersabstand bei Kindern hört sich ja immer ganz toll an – aber wie macht man das eigentlich in …

Die besten Buggys mit Liegefunktion für wenig Geld

Summary Reviewer HannaReview Date 2018-05-05 Reviewed Item Buggy mit Liegefunkltion Author Rating 5 Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind …