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Baby aus dem Bett gefallen: Was kann passieren & Was muss ich tun?

Kind klettert aus Bett und fällt fast raus

Der Schreck sitzt tief, wenn Dein Baby aus dem Bett fällt. Es ist vielleicht auf den Kopf gefallen, hat eine Beule auf der Stirn, einen Bluterguss. Was passiert bei einem Sturz auf den Kopf und wie verhältst Du Dich richtig?

Was kann passieren, wenn das Baby aus dem Bett stürzt?

Dass ein Baby aus dem Bett fällt, vom Wickeltisch kullert oder sich vom Schoß zappelt, kommt gar nicht so selten vor. Die kleinen Bewegungskünstler wollen viel und können die Gefahren einfach gar nicht abschätzen.

Auch wenn Eltern schnell zugreifen, eine gute Reaktion haben und perfekt aufpassen – Stürze lassen sich kaum vermeiden. Und meist landet das Kind auf dem Kopf. Denn der Schädel ist im Verhältnis zum Körper groß, der Kopf ist der Schwerpunkt des Kindes.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Meist passiert nicht viel, wenn ein Kind stürzt. Ganz egal, ob es auf der Nase landet, auf der Wange oder dem Hinterkopf – Stürze sind oft harmlos. Um aber beurteilen zu können, ob der Sturz ganz ohne Folgen bleibt, musst Du genau auf Dein Kind achten und eventuell einen Arzt aufsuchen.

Die meistenen Kopfverletzungen sind harmlos

Um die 90 Prozent aller Verletzungen am Kopf sind ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma und damit harmlos, weiß der Direktor der Universitätskinderklinik in Magdeburg, Professor Dr. med. Gerhard Jorch. Diese Verletzungen entstehen, wenn das Kind auf dem Gesicht landet, auf den Hinterkopf fällt oder mit der Stirn auf den Boden schlägt. In der Regel ist das unproblematisch.

Schwerwiegende Verletzungen entstehen, wenn Kinder aus einer Höhe von zwei Metern oder mehr fallen, wenn sie mit großer Geschwindigkeit mit dem Boden kollidieren oder auf einen sehr harten Untergrund aufschlagen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Schädelbruch, zu einer Gehirnblutung. Die wird oft auch als Hirnblutung bezeichnet, gemeint ist dasselbe.

Wann muss man zum Arzt?

Eine leichte Gehirnerschütterung geht mit Beulen, Rötungen auf der Haut, vielleicht Bluten einher. Schlimm ist das nicht – solange das alles ist und Dein Kind sich wohl fühlt, brauchst Du nicht mit dem Kind zum Arzt zu gehen.

Wichtig ist aber, dass Dein Kind sich nun erst einmal ruhig verhält. Stürze auf den Kopf sind anstrengend, der Sturz muss erst einmal geistig verarbeitet werden. Toben und Rennen sind jetzt erst einmal keine gute Idee.

Beobachte Dein Kind nach einem Sturz gut. Es gibt ein paar Anzeichen, dass der Sturz vielleicht doch nicht so harmlos war. Wenn Du derartige Anzeichen bemerkst, solltest Du mit Diesem Kind unbedingt schnell einen Arzt aufsuchen. Je nach Art der Verletzung kann eine schnell Intervention lebenswichtig sein.

Symptome und Anzeichen für ernsthafte Verletzungen nach einem Sturz aus dem Bett

Anzeichen und Symptome für schwerere Verletzungen nach einem Sturz können ganz vielfältig sein. Sie reichen von leichter Müdigkeit und Benommenheit über fehlende Ansprechbarkeit und schwere Blutungen aus Nase und Ohren bis hin zu Bewusstlosigkeit.

Wenn Dein Kind gestürzt ist, solltest Du es für wenigstens zwölf Stunden, besser länger, genau beobachten.

Zeichen für Verletzungen können sein:

  • Schwindel
  • Kopfweh
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Diese Symptome können bis zu 24 Stunden auf sich warten lassen. Und Du musst Dein Kind wirklich gut beobachten, um sie zu erkennen. Denn Babys sagen noch nicht „Mama, ich hab Kopfweh!“. Du wirst eher bemerken, dass Dein Kind anders reagiert als sonst, viel ruhiger oder viel unruhiger ist.

Wenn Dein Kind nicht mehr so viel spielt wie gewöhnlich, nicht trinken mag oder sich sehr viel langsamer bewegt als gewöhnlich, können das alles Anzeichen für Schwindel und Kopfschmerzen oder Übelkeit sein. Diese Symptome weisen auf eine schwere Gehirnerschütterung hin. Und dann solltest Du schnell einen Arzt aufsuchen.

Eine Checkliste hilft Dir, den Gesundheitszustand Deines Kindes nach einem Sturz zu beobachten. Um wirklich beurteilen zu können, wie es Deinem Kind geht, solltest Du es stündlich überprüfen. Wenn es schläft, wecke es bitte einmal stündlich auf.

Achte auf die folgenden Punkte:

  • Öffnet Dein Kind die Augen?
  • Reagiert Dein Kind wie immer?
  • Sind die Pupillen Deines Kindes beide gleich groß?
  • Reagieren die Pupillen und verengen sich, wenn Du mit einer Taschenlampe ins Gesicht Deines Kindes leuchtest?
  • Falls Dein Kind schon sprechen kann: Kribbeln die Arme und Beine oder fühlen sie sich taub an?
  • Fühlt sich Dein Kind vielleicht schlecht, ist ihm übel oder hat es Kopfweh?

Auch wenn Du keines dieser Symptome eindeutig beobachten kannst, solltest Du bei jeglicher Art von Unsicherheit einen Arzt aufsuchen. Niemand wird Dir einen Vorwurf machen, wenn Du mit einem gesunden Kind zum Arzt gehst.

Dein Kind ist bewusstlos?

Ist Dein Kind nach einem Sturz ohnmächtig, solltest Du sofort einen Notarzt rufen. Warte nicht, ob Dein Kind in zehn Minuten wieder wach wird oder dergleichen. Versuche, Dein Kind anzusprechen oder stupse es an. Reagiert es nicht, wähle sofort die 112.

Auch dann, wenn Dein Kind sich irgendwann nach dem Unfall langsam wieder regt. Denn vermutlich hat sich Dein Kind bei seinem Unfall schwerer verletzt und muss im Krankenhaus ganz gezielt untersucht und behandelt werden. Dies gilt auch, wenn aus den Nasenlöchern und/oder den Ohren Deines Kindes eine klare oder blutig verfärbte Flüssigkeit fließt. Diese Flüssigkeit gehört da nicht hin, sie deutet auf einen Schädelbasisbruch hin, manchmal auch als Schädelbruch bezeichnet. Der Notarzt wird wissen, was zu tun ist, und Dein Kind in die Klinik überführen.

Auch wenn Dein Kind mehrfach erbricht, wenn es schwere äußere Verletzungen hat oder seltsam schielt, solltest Du sofort einen Notarzt rufen.

Auffällige Veränderungen in seinem Wesen und seinem Verhalten deuten ebenfalls auf schwere Gehirnverletzungen hin und müssen sofort im Krankenhaus abgeklärt werden.


Baby schläft einfach weiter nach dem Sturz: Ist es wirklich unverletzt?

Ob Dein Kind wirklich unverletzt ist, hat nichts damit zu tun, ob es schläft. Kinder schlafen auch mit Verletzungen und unter Schmerzen. Beobachte Dein Kind genau:

  • Reagiert es?
  • Kannst Du es wecken?
  • Wie reagiert es?
  • Ist es bei Bewusstsein?
  • Oder ist es ohnmächtig und schläft gar nicht?

Bei Babys lässt sich das nicht immer eindeutig sagen. Die oben genannte Checkliste hilft Dir, die Lage zu beurteilen.

Zeigt Dein Kind außer einem Bluterguss keine Verletzungen und Symptome, ist vermutlich wirklich alles in Ordnung. Du kannst es weiterschlafen lassen, zumindest für einen weitere Stunde. Dann solltest Du es wieder wecken und die obige Checkliste noch einmal durchgehen.

Wie erkennt man, ob das Baby eine Gehirnerschütterung hat?

Jegliche Verletzung am Kopf, im Gesicht, von leichten Beulen bis hin zu Platzwunden und schwereren Verletzungen bezeichnet man als Schädel-Hirn-Trauma. Landläufig auch als Gehirnerschütterung bezeichnet, bedeutet der Begriff nur, dass jemand einen Stoß auf den Kopf bekommen hat oder einen Sturz auf den Kopf hinter sich hat.

Leichte Gehirnerschütterungen bleiben folgenlos. Bei schwereren Gehirnerschütterungen kommt es zu Symptomen:

Symptome einer Gehirnerschütterung:

  • Erbrechen und/oder Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Benommenheit

Bei schweren Stürzen aus großer Höhe oder auf extrem harte Untergründe sowie Kanten kann die Gehirnerschütterung schwer ausfallen und mit Gefühlsstörungen, Lähmungen, Bewusstlosigkeit einhergehen.

Wie kann man vermeiden, dass das Baby aus dem Bett fallen kann?

Prinzipiell gar nicht. Du kannst das Bett mit Gittern sichern, kannst Dich daneben setzen oder das Schlafzimmer per Kamera oder Video-Babyphone überwachen.

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Wenn Dein Kind klettern will, wird es das einfach tun und gegebenenfalls einfach fallen. Ganz egal, wie gut Du aufpasst, wie schnell Du neben dem Bett stehst: Im Ernstfall lässt sich der Sturz nicht vermeiden.

Früher war es daher üblich, die Kinder mit einem Geschirr an den Bettstangen zu fixieren, so dass sie sich weder umdrehen, noch aufstehen können. Das ist unmenschlich, heute ist das nicht mehr erlaubt.

Wenn Dein Kind extrem unruhig schläft oder einen enormen Freiheitsdrang hat, kannst Du die Matratze zum Schlafen auf den Boden legen. Dann kann es zwar immer noch herunterfallen. Aber die Verletzungsgefahr ist bei einer Fallhöhe von 10 cm nicht wirklich groß.

Schlafen Kinder irgendwann ruhiger oder bleibt das Risiko bestehen, dass sie aus dem Bett fallen können?

Die meisten Kinder schlafen irgendwann ruhiger. Aber es wird auch immer wieder Phasen geben, in denen Dein Kind sich heftig bewegt, im Schlaf aufsteht, vielleicht sogar das Bett verlässt. Das ist völlig normal.

Jeder Mensch verarbeitet im Schlaf die Erlebnisse des Tages. Sind die „schwer verdaulich“, wird im Schlaf auch schonmal Aktion ergriffen. Das kommt sogar bei Erwachsenen vor.

Sorge einfach dafür, dass Dein Kind nicht allzu tief aus dem Bett fällt. Und vielleicht willst Du die Erlebnisse des Tages vor dem Schlafen noch einmal mit Deinem Kind durchgehen. Das kann ausreichen, um den Schlaf etwas ruhiger zu gestalten.

Fazit

Fast jedes Kind fällt im Laufe seiner ersten drei Lebensjahre irgendwann aus dem Bett, von der Wickelunterlage, die Treppe hinunter, vom Sofa, vom Stuhl und vom Tisch. Die Eltern trifft in der Regel keine Schuld. Kinder erkunden einfach ihre Umgebung, leben ihre Bewegungsfreiheit bestmöglich aus und nehmen keine Rücksicht auf Verluste.

Du solltest Dir keine Vorwürfe machen. Wenn Dein Kind stürzt, bleibe ruhig. Beobachte Dein Kind. Zeigt es Symptome schwerer Verletzungen, ruf den Notarzt. Und bitte auch jetzt nicht in Panik ausbrechen: Dein Kind braucht eine ruhige, besonnene Bezugsperson, die dem Klinikpersonal klar verständlich Auskunft geben kann. Alles weitere wird sich zeigen.


Bild: 

@HalfPoint - bigstockphoto.com

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Hi, ich bin Hanna (32), Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau. Seit meiner Schwangerschaft habe ich mir viel Wissen über Schwangerschaft, Muttersein, Familie und Erziehung angeeignet. Dieses Wissen teile ich gern umsonst. Aktuell reise ich mit meiner Familie durch die Welt und führe ein Leben als "Digitale Mom".Hier erfährst Du mehr über mich.

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