Baby und Kleinkind, Empfehlungen

Welche Tragehilfe ist die beste für mein Baby?

Als ich anfing, mein Baby zu tragen, stieß ich schnell auf recht einhellige Meinungen unter Trageberatern und (selbsternannten) Experten: Wenn Du Dein Baby wirklich liebst, trägst Du es im perfekt gebundenen Tragetuch. Babytragen an sich sind etwas zweifelhaft, es gibt jedoch ein paar akzeptable Modelle. Ich war verunsichert. Schließlich wollte ich meinem Baby auf keinen Fall schaden und scheinbar konnte das ja recht schnell passieren. Welche Tragehilfe war denn nun die beste für mein Baby?

Es dauerte viele Monate, bis ich die Wahrheit dahinter erkannte: Auch wenn all diese Ratschläge gut gemeint sind, ist Tragen nicht ganz so kompliziert, wie es scheint. Es gibt viele gute Tragehilfen auf dem Markt, die eine anatomisch korrekte Haltung und damit eine gesunde körperliche Entwicklung Deines Babys gewährleisten.

Wenn Du nicht viel Erfahrung mit dem Tragen hast und eine Tragehilfe von Baby bis Kleinkindalter verwenden möchtest, empfehle ich Dir mit gutem Gewissen die Ergobaby Adapt Trage. Sie ist sehr anpassungsfähig für jedes Alter, super einfach zu bedienen (auch für Männer/Väter) und erlaubt mehrere Tragepositionen.

Meine Empfehlung
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Seit wann gibt es Tragehilfen für Babys?

Getragen wird auf der Welt schon immer, wie hätten Eltern auch sonst vor der Erfindung des Rades ihre Kinder transportieren sollen? In der westlichen Welt wurde das Tragen von Babys und Kleinkindern in der Tragehilfe allerdings mit der Einführung von Kinderwägen vor etwa 150 Jahren stark zurückgedrängt und geriet schließlich fast ganz in Vergessenheit.

Erst Erika Hoffmann brachte in den 1970ern das Babytragen wieder zurück in unsere Möglichkeit, indem sie mit ihrem Unternehmen Didymos Tragetücher auf dem deutschen Markt verkaufte. Vorher gab es nur einzelne Exemplare, die z.B. aus Südamerika eingeführt worden waren. Allerdings war das Design der Tragetücher gemäß dem Image von Trageeltern sehr alternativ und “öko”. Tragen war etwas für verrückte Hippies und kompiziert noch dazu.

Mit der Markteinführung der ersten Komfort-Babytrage in den 1970ern machte sich das schwedische Familienunternehmen BabyBjörn schließlich einen Namen. Die Tragehilfen von BabyBjörn waren nicht nur praktisch in der Handhabbarkeit und bequem, sondern sahen vor allem schick aus. Plötzlich konnte jedermann sein Baby tragen, ohne gleichzeitig im Bioladen einkaufen zu müssen. Über die anatomischen Bedürfnisse von Tragebabys gab es damals noch gar keine, die Entwickler arbeiteten völlig ohne Vorlage.

Neuere Hersteller von Babytragen wie Manduca oder die Ergobaby dagegen kennen das gängige Kredo über die Anforderungen an eine gute Babytrage und ihre Produkte wurden dementsprechend gestaltet. Allerdings unterliegen auch sie einem ständigen Anpassungsprozess, der den Nutzererfahrungen und eventuellen Kritikpunkten Rechnung trägt. So wurde die klassische Manduca Babytrage vor kurzem so überarbeitet, dass bei der neuen Manduca XT der Steg nun in seiner Breite verstellbar ist. Das war bei der alten Version vielfach bemängelt worden wie Du in meinem Testbericht zur Manduca nachlesen kannst. Aus diesem Grunde wurde auch die Ergobaby Adapt mein Testsieger unter den Komfort-Babytragen.

Trageberater

Und so wird die Auswahl an Tragehilfen und Tragetuchherstellern immer größer und für uns Eltern die Auswahl kompliziert. Weil aber immer mehr auf diese praktische Option zurückgreifen wollen, hat sich um die Auswahl und Verwendung von Tragehilfen ein richtiger Berufsstand gebildet: Die Trageberater/innen.

Alle von ihnen haben eine Ausbildung an einer der acht deutschsprachigen Trageschulen absolviert. Allerdings unterliegt diese Ausbildung keinerlei staatlichen Regulierung, auch der Begriff “Trageberater” ist nicht geschützt. So könnte ich mich ebenfalls so nennen, auch wenn ich kein Zertifikat vorzuweisen habe, es wäre gesetzlich nicht verboten. Es gibt auch keinen Dachverband oder irgendeine andere regulierende Instanz. Kein Wunder also, dass Du von 10 verschiedenen Trageberatern vielleicht 10 verschiedene Empfehlungen für die richtige Tragehilfe bekommen wirst.

Das Tragen von Babys ist von etwas ganz ungezwungenem, natürlichen zu einer wahren Wissenschaft geworden

Damit ist das Tragen von etwas ganz ungezwungenem, natürlichen zu einer wahren Wissenschaft geworden. Denn in einem sind sich alle Experten für gewöhnlich einig: Die beste Tragehilfe für mein Baby wäre ein jedes Mal neu gebundenes Tragetuch und manche “Gruseltragen” darf ich auf keinen Fall verwenden. Als Begründung werden mögliche Hüft- und Rückenschäden angegeben. Das heißt, das Tragen wird damit auch ein angstbesetztes Thema. Denn wer will schon riskieren, dass das eigene Kind einen Hüftschaden erleidet? Dann doch lieber auf Nummer sicher gehen und das Kind im Wagen schieben?

Angebliche Kriterien für richtiges Tragen unter die Lupe genommen

Anhock-Spreiz-Haltung

Wenn Du schon einmal online in thematisch passenden Foren gestöbert hast, bekommst Du vielleicht folgenden Eindruck: Wenn Du Dein Baby nicht immer und von Anfang an in einer perfekten Anhock-Spreiz-Haltung trägst, wird es eine Hüftdysplasie oder eine andere Hüftfehlstellung bekommen. Das wird Deine Schuld sein, weil Du nicht die richtige Tragehilfe für Dein Baby gewählt hast oder das Tragetuch falsch gebunden hast.

Fakt ist:

Richtiges Tragen fördert die Hüftentwicklung, das heißt, die Anhock-Spreiz-Haltung kann eine entstehende Hüftdysplasie therapieren. Dass sie eine verursachen würde, dafür gibt es keine Belege und keinerlei wissenschaftliche Hinweise. Diese Forderung mag sicherlich gut gemeint sein, denn immerhin kann eine korrekte Haltung einem Kind vielleicht die Spreizhose ersparen. Allerdings führt sie in womöglich noch mehr Fällen dazu, dass die Eltern ganz vom Tragen Abstand nehmen, weil sie Angst vor Spätschäden haben.

Das International Hip Dysplasia Institute hat übrigens auch die angebliche “Gruseltrage” Baby Björn ONE bzw. BabyBjörn WE als hüftfreundliche Trage eingestuft. Darin wird lediglich eine Spreizhaltung eingenommen, welche den Beinchen des Babys mehr Bewegungsfreiheit und damit mehr Durchblutung verschafft. Das sorgt ebenfalls für eine gesunde Entwicklung der Hüfte.

Tragetuchstoff

Viele Trageberatungen empfehlen Tragetücher oder zumindest eine Tragehilfe, die aus Tragetuchstoff genäht ist, wie den Bondolino von Hoppediz oder die Kokadi Flip. Gleichzeitig werden alle Tragen herabgewürdigt, die nicht aus Tragetuchstoff bestehen.

Fakt ist:

Es gibt keinen Tragetuchstoff, der einzigartige Qualitäten gegenüber anderen Stoffen besitzt. Auch ein Tischtuch oder ein Pulli können aus “Tragetuchstoff” bestehen. Denn das einzige, was den Stoff für ein Tragetuch auszeichnet, ist seine Querelastizität. Das bedeutet, dass er in der Länge und Breite nicht nachgibt, in der Querspannung allerdings schon. Dadurch wird das Tragetuch während des Tragens nicht locker und das Baby ist gut gestützt, das Tuch passt sich aber trotzdem den Gegebenheiten an.

Nur weil diese Art von Stoff für Tragetücher produziert und verwendet wird, bedeutet das nicht, dass alle anderen Materialien schlecht sind.

Runder Rücken

Kleine Babys haben noch eine schwache Rückenmuskulatur und sollten nicht hingesetzt werden. Weil die Muskulatur diese Haltung wenig unterstützt, würden die Bandscheiben zu sehr belastet und möglicherweise geschädigt. Soll bedeuten: Falsches Tragen eines Babys führt zu Rückenschäden. Immer wieder wird deshalb bei vorgenähten Tragehilfen bemängelt, dass der Rücken zu gerade wäre, also unnatürlich aufgerichtet würde.

Fakt ist:

Viele Tragehilfen, wie zum Beispiel die Manduca oder die BabyBjörn, sehen am Rücken des Babys sehr gerade aus. Trotzdem liegen sie am Körper des Kindes an und stützen damit die Muskulatur. Für eventuelle Rückenschäden durch diese Tragen gibt es keine Belege. Natürlich kann es aber sein, dass andere Tragehilfen sich besser eigenen oder für das Baby bequemer sind.

Wichtige Auswahlkriterien für die richtige Babytrage

Natürlich spricht nichts dagegen, auf die oben genannten Kriterien trotzdem einzugehen. Denn weil das die meisten Eltern tun, wurde die Trageweise mit Anhock-Spreiz-Haltung, rundem Rücken und im “Tragetuchstoff” unzählige Male auf die Probe gestellt. Negative körperliche Auswirkungen wären wahrscheinlich bis heute aufgefallen.

Handhabbarkeit und Tragekomfort

Damit Dein Baby aber wirklich von den positiven Auswirkungen des Tragens profitieren kann, ist es wichtig, dass es überhaupt getragen wird. Das setzt voraus, dass Du die Trage gut und einfach bedienen kannst und ein gutes Gefühl damit hast. Und natürlich, dass sie bequem ist. Darauf würde ich bei der Auswahl der richtigen Tragehilfe achten.

Individualisierbarkeit

Der Tragehilfe-Test von ÖKO-TEST mit insgesamt 15 Tragehilfen hat gezeigt, dass es Babytragen gibt, die zu wenig auf die Größe und Bedürfnisse der Kinder einstellbar sind. Die Haltung für Baby und Eltern ist darum unbequem und möglicherweise gesundheitsschädlich (s.o.).

Eine gute Tragehilfe hat deshalb einen verstellbaren Steg, eine individuell verstellbare Nackenstütze und Rückenteil und passt sich auch an die Größe und das Körpervolumen des Tragenden an.

Optik

Und die richtige Tragehilfe für Dein Baby ist nicht nur funktional, sie sollte Dir auch gefallen. Wenn Du zum Beispiel viel Wert auf modernen Style legst, solltest Du Dir vielleicht kein Tragetuch mit Streifen und Fransen im Öko-Look zulegen. Dafür gibt es mittlerweile auf dem Markt für jeden Geschmack das Richtige. Nur wenn die Tragehilfe zu Dir passt und Du dich wohlfühlst, wirst Du sie auch gerne verwenden.

Fazit

Wenn Du auf der Suche nach der richtigen Tragehilfe bist, lass Dich nicht verunsichern. Natürlich solltest Du eine gute Trage wählen, in der Dein Baby ergonomisch korrekt sitzt, um sicher zu gehen. Meiner Erfahrung nach ist die Ergobaby Adapt die beste Tragehilfe für die meisten Eltern, weil sie einfach vieles richtig macht, und das bei einfacher Bedienbarkeit.

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Wenn Du allerdings am Anfang unsicher bist oder das Baby ein paar Mal nicht ganz korrekt sitzt, lass Dich davon nicht verunsichern. Ein gesundes Baby erleidet nicht sofort körperliche Schäden, nur weil es vorübergehend nicht durch richtiges Tragen gefördert wurde.

Wenn Du eine Tragehilfe suchst, die sowohl beim Test der ÖKO-Test (01/2018), als auch in meinem persönlichen Langzeit-Test gut abgeschnitten hat, dann lies Dir in Ruhe die Testergebnisse der ÖKOTEST durch. Wenn Du noch mehr persönliche Erfahrungen lesen möchtest, empfehle ich dir meinen Test zu Komfort-Babytragen oder auch meine Erfahrungen mit Tragetüchern zu lesen.

Quellen: 

  • ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie 2018, Ausgabe 01/2018
  • Kirkilionis, Evelin: Ein Baby will getragen sein. Kösel, 1999
  • Schmidt, Nicola: artgerecht ‑ Das andere Baby‑Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Kösel, 2015

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